Lohr

Was will der Chef des Finanzamts wirklich?

Das Verhalten des Amtsleiters wirft Fragen auf. Verschließt er sich Interimslösungen, um das zu erreichen, was er womöglich wirklich anstrebt: einen Anbau?
Das Finanzamt Lohr wurde 1992 bezogen. Foto: Roland Pleier

Das Finanzamt kommt nicht zu Potte, das Vermessungsamt zieht sein Ding durch, soweit das eben möglich ist. So stellt sich die Situation bayerischer Behördensitze in Lohr derzeit dar.

Langsam beschleicht den unbefangenen Beobachter der Eindruck: Der Finanzamtsleiter will gar keine Interimslösung, will vielmehr den Druck erhöhen für einen zeitigen Anbau an seinem Amtsgebäude, der momentan noch nicht in Aussicht steht.

Seit die Behörde den Zugriff auf das Gebäude schräg gegenüber verpasst hat (der Glasofenbauer Sorg war schneller gewesen), werden andere Räumlichkeiten gesucht. Das Angebot eines Investors, einen Neubau im Gewerbegebiet in der Lindig-Siedlung zu errichten, wurde ausgeschlagen, wie aus gut unterrichteten Quellen zu erfahren war. Dieser war mit einer ordentlichen vierstelligen Summe in Vorleistung gegangen, um entsprechende Pläne vorlegen zu können. 

Warum nun die Büroräume über dem Kupsch-Markt, die jahrelang gut genug waren für die Vertriebler von Rexroth, nicht auch für Finanzbeamte taugen, ist für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Dass in beiden Fällen nicht einmal nachverhandelt wurde, verursacht Stirnrunzeln. Alternativen, wenn selbst 1200 Meter Entfernung schon zu groß sind? Selbst Makler zucken da die Schultern. 

Verständlich und legitim, wenn ein Amtsleiter das Maximale für seine Mannschaft anstrebt. Gut, wenn er das Optimum erreicht. Jahrelanges Hinauszögern aber ist fatal. Im aktuellen Fall muss nicht nur er sich damit herumschlagen, seinen eigenen Raummangel zu managen. Darüber hinaus lähmt das Zaudern und Zögern auch den Schwung des Amtskollegen, der den Auftrag hat, ein BayernLab einzurichten. Das ist unkollegial.

Ministerpräsident Markus Söder gibt in Sachen Digitalisierung Vollgas. Bis 2024 sollen Bayerns Schulen bei der Digitalisierung mit rund einer Milliarde Euro unterstützt werden. Wenn es noch länger dauert, bis auch das Lohrer BayernLab in die Gänge kommt, dann ist es womöglich schon zu spät, weil die Entwicklung den Ansatz überholt hat.

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