MARKTHEIDENFELD

Wellness für Schmidt-Neders Rückgrat

Rückenschonend: Für Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder, die erst kürzlich eine Bandscheiben-OP überstanden hat, hatten die Hädefelder Lorbser zu ihrem Rathaussturm einen Schaukelsessel mitgebracht.
Rückenschonend: Für Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder, die erst kürzlich eine Bandscheiben-OP überstanden hat, hatten die Hädefelder Lorbser zu ihrem Rathaussturm einen Schaukelsessel mitgebracht. Foto: Fotos (2): Martin Harth

Gott sei Dank, da stand er wieder: Rechtzeitig zum Rathaussturm der Hädefelder Lorbser am 11.11., dem Martinstag, hatte der städtische Bauhof den Weihnachtsbaum auf dem Adenauerplatz aufgestellt.

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Rathaussturm Lorbser

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„Hätt‘ ich das gewusst, hätt‘ ich auch gleich ein paar Luftschlangen zum Schmücken mitgebracht“, grinste Lorbser-Sitzungspräsident Michael Höhnlein, alias der Michel. Ein anderer Narr fand den Baum in diesem Jahr ein wenig klein und der auf dem Marktplatz sei auch nicht das, was er sich von einem schönen Christbaum erwarte. Aber bald schon waren diese Weihnachtsgedanken vertrieben, schließlich wollte man ja zuerst die fünfte Jahreszeit, den Fasching in Hädefeld, eröffnen.

Helga Schmidt-Neder schien anfangs sprachlos zu sein, denn das viele Geld aus dem Stadtsäckel hatte ihr nach eigenem Bekunden derart auf den Mikrofon-Sender gedrückt, dass dieser zwischendurch einfach abschaltete. Nach der Technikpanne konnte die Rathauschefin gerade noch um einen sanften Sturm ihres Dienstsitzes bitten, denn in diesem Jahr habe sie ja bekanntlich besondere Probleme mit ihrem Rückgrat.

Dann zählte der Michel die Sekunden herunter, die Böllerschützen der Königlich-Privilegierten ließen es ordentlich krachen und unter der Parole „Nichtsnutze aus dem Rathaus“ stürmten die Lorbser-Elferräte die Marktheidenfelder Machtzentrale. Dort fanden sie schließlich neben der Bürgermeisterin noch die beiden Stadträte Andrea Hamberger und Richard Oswald vor, die sich gleich freiwillig mit ihrer Chefin ergaben.

Der sanfte Rathaussturm endete für die Bürgermeisterin in einem eigens für sie bereitgestellten Sessel, denn Wellness sei ja gegenwärtig das Thema in Hädefeld und damit selbstverständlich auch bei den Lorbsern. Dies meinte jedenfalls der Michel und forderte von Schmidt-Neder die unverzügliche Einführung eines „Lorbsek-Förderprogramms“ nach dem Vorbild des ILEK. Mit diesem solle ein Lorbser-Kulturweg realisiert werden. Dieser werde aber nicht von Kneipe zu Kneipe führen, wie die Rathauschefin vermutete, sondern dem Weg des Hädefelder Faschingszugs folgen.

Für die Fehlalarme der Brandmeldeanlage in der Tiefgarage hatte der Michel auch einen Vorschlag. Den Alarmton solle man auf den Narhalla-Marsch umprogrammieren, dann würden sich die Lorbser um die „Spaßvögel“ kümmern, die meinten, ausgerechnet dort ihren Schabernack treiben zu müssen.

Und dann sank der Michel sogar vor der Bürgermeisterin auf die Knie. Sie möge doch – bitte, bitte, bitte – dafür sorgen, dass ein namhafter Marktheidenfelder Geschäftsmann den Männertraum von einem Baumarkt verwirklichen dürfe. Und flugs sprangen die Lorbser gleich auf den Zug einer jüngst im Gespräch befindlichen Variante auf. Nicht nur, dass dort eine Disco am richtigen Platz sein könnte, im ersten Stock sollte sich doch vielleicht endlich auch der Platz für eine große „Lorbser“-Stadthalle finden lassen.

Schließlich war noch der Wohlfühlfaktor in der Stadt ein Anliegen des Michel und der beginne bekanntlich beim Essen. Beim „Fischer und seiner Fra“ habe er „Meefischli“ bestellt. Stattdessen sei ein prämiertes Bilderbuch bei ihm angekommen, was für ihn schon ein sehr schwerer Lesestoff gewesen sei. Die Bürgermeisterin lobte ihren Meefisch-Bilderbuchpreis und empfahl auch die knusprige Main-Spezialität. Im Augenblick seien allerdings vegetarische Wochen in Hädefeld angesagt. Darauf und auf eine friedliche Faschingssession stießen alle Beteiligten mit „veganem“ Rotwein gerne an.

Als man dann schon beim Schunkeln war, fürchtete die Bürgermeisterin, dass ihr Kämmerer in diesem Jahr vergessen haben könnte, sie mit dem Stadtsäckel bei den Narren auszulösen. Karl-Heinz-Pilsl ließ sie tatsächlich lange warten. Wahrscheinlich war er in der Stadtkasse damit beschäftigt, seine üppigen Millionen-Einnahmen aus der aktuellen Gewerbesteuer umzuschichten, damit diese keinen Schimmel ansetzen. Das Säckel, das er in seinen vom Geldzählen schon schwieligen Händen mitgebracht hatte, fiel erwartungsgemäß bescheiden aus. Ein wenig verstohlen legte er es kommentarlos auf ein Tischchen und trollte sich zurück an seine schweißtreibende Arbeit, denn die städtischen Haushaltsberatungen sind in vollem Gange. Auch die Rathauschefin durfte schon bald an ihren Schreibtisch zurückkehren.

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder vom Rathaussturm unter www.mainpost.de/marktheidenfeld Der Faschingsauftakt unter www.mainpost.de/11-11

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