Lohr

Wie Kinder früher den Winter erlebten

Die Sonderausstellung 'Winter' im Lohrer Schulmuseum ist von Dezember bis Februar 2020 zu sehen.
Die Sonderausstellung "Winter" im Lohrer Schulmuseum ist von Dezember bis Februar 2020 zu sehen. Foto: Bettina Merz

In der Literatur wird der Jahreslauf gerne mit dem menschlichen Lebenslauf assoziiert. Der Frühling steht für Kindheit und Jugend, der Sommer für die Mitte des Lebens, der Herbst für das Älterwerden und der Winter für das hohe Alter und den Tod. In der Kunst wird der Winter als alter, gebeugter Mann dargestellt mit schneeweißem Haar und grimmigem Gesichtsausdruck, geht aus einer Pressemitteilung des Lohrer Schulmuseums hervor.

Der Winter war eine Zeit der Not und des Mangels, in der oftmals die Lebensmittelvorräte knapp wurden und lediglich ein Raum im Haus geheizt wurde, die gute Stube. In der Natur war die kalte Jahreszeit eine Zeit der Ruhe, auch die Feldarbeit ruhte. Daher mussten beziehungsweise durften die Kinder dann länger in die Schule, die am Morgen nach der Frühmesse um 8 Uhr begann und erst am späten Nachmittag vor Einbruch der Dunkelheit endete. Im Klassenzimmer wurde vor Unterrichtsbeginn vom Lehrer der Ofen angeschürt mit Holzscheiten, die die Schüler von daheim mitbringen mussten, so die Mitteilung.

Zuhause unterstützten die Kinder die Eltern beim Holzhacken, Putzen, Melken, Spinnen, Weben, Nähen, auch das Ausbessern von Geräten und Kleidung wurde im Winter erledigt.

Es blieb also wenig Zeit für Freizeitvergnügungen wie Rodeln oder Schlittschuhlaufen, zudem weichten Wollhandschuhe und –strümpfe bei Nässe durch und Holzschuhe oder ungefütterte Lederschuhe hielten nicht lange warm. So spielte man lieber im Haus und freute sich an Weihnachten über dicke Stoffe, aus denen die Mutter dann Winterkleidung nähte. Für Kinder aus wohlhabenderem Haus dagegen lagen auch Brett- und Kartenspiele, Holzbaukästen, Puppen oder Abenteuerbücher unter dem Weihnachtsbaum.

Spielsachen aus der Zeit vor 100 Jahren sind in der Sonderausstellung "Winter" von Dezember bis Februar 2020 ebenso zu sehen wie Christbaumschmuck, Schlittschuhe und natürlich Unterrichtsmaterial zum Thema Winter aus einer mehrere Jahrzehnte umfassenden Zeitspanne.

Das Lohrer Schulmuseum im Ortsteil Lohr-Sendelbach ist von Mittwoch bis Sonntag und an allen gesetzlichen Feiertagen jeweils von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Gruppen können auch nach vorheriger Absprache außerhalb der regulären Öffnungszeiten das Museum besuchen. Kontakt: Eduard Stenger, Tel.: (09352) 4960 oder (09359) 317 oder eduard.stenger@gmx.net

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