TRIEFENSTEIN

Wie ein Rektor intelligent beim Sparen hilft

Rollenwechsel. Peter Erdmann hatte am Dienstagabend sein Rektorzimmer in der Triefensteiner Grundschule mit einem Platz im Sitzungssaal des Gemeinderates neben Bürgermeister Norbert Endres vertauscht. Entsprechend gut platziert blieb der Pädagoge, gut auf ein mögliches Für-und-Wider vorbereitet, im Dialog um die Ausstattung der Grundschule keine Antwort schuldig bleibend.

Auch der am Sitzungstisch geäußerte Wunsch, dass Triefensteins Kommunalpolitiker nach dem Motto „Wer bestellt, der bezahlt!“ nach den einzelnen Bauabschnitten noch ein Wörtchen mitreden wollen, hatte der Pädagoge einkalkuliert.

Besonders hoch rechnete man Erdmann dessen Rücksichtnahme auf den Gemeindesäckel an. Er machte nämlich deutlich, dass nicht jedes Einrichtungsstück, das für einen geordneten Unterricht benötigt wird, unbedingt neu angeschafft werden müsse.

Mobiliar zum Nulltarif

Was noch gut ist, könne durchaus weiter verwendet werden, sagte der Schulleiter und listete beispielhaft auf, was nicht neu gekauft werden muss: die Tafelanlage, die Präsentationsflächen und der Beamer im Computerraum, diverse Hocker, eine Langwandtafel und der Brennofen im Werkraum sowie ähnliche Einrichtungsstücke in zwei Mehrzweckräumen. Besondere Aufmerksamkeit wurde Erdmann zuteil, als er den Rat darüber informierte, dass er vom benachbarten Bildungszentrum einiges an Mobiliar zum Nulltarif übereignet bekam.

Wer in diesen Tagen das in den siebziger Jahren in Betrieb genommene Schulgebäude betritt, merkt sofort, dass die in den Osterferien begonnene Generalsanierung gute Fortschritte macht. Er sei überrascht, dass bislang der Vormittagsunterricht „sehr ungestört“ ablaufe und man ohne großen Lärm gut vorankomme, freute sich der Rektor.

Erdmann hatte seine Intentionen über die Ausstattung der sieben Klassenzimmer und der weiteren Räume nicht nur mit seinem Lehrerkollegium abgestimmt, sondern vieles mit der ebenfalls sanierten und mit Triefenstein vergleichbaren Grundschule im Lohrer Stadtteil Wombach abgeklärt sowie weitere Fragen zur Zweckausstattung mit den Vereinigten Schulmöbelfabriken in Tauberbischofsheim besprochen.

Mehr noch: Er konnte auf Erfahrungen zurückgreifen, die er bei der Sanierung seiner früheren Schule in Retzstadt gemacht hatte. Nach eigenem Bekunden hat er bei der 142000 Euro teueren Schulausstattung, die sich auf vier Bauabschnitte zwischen 2014 und 2016 bezieht, für die Kinder – frei von jeglichen Luxusgedanken – nicht unbedingt das Billigste ausgewählt.

Nach ausführlicher Diskussion gab der Gemeinderat einstimmig seine Zustimmung zu der von Erdmann gewünschten „modernen und zweckmäßigen“ Ausstattung im Rahmen der vorgetragenen Kostenaufstellung.

Der Markt Triefenstein lässt sich die Generalsanierung seiner Grundschule 3,25 Millionen Euro kosten. Die staatlichen Fördermittel belaufen sich auf 1,45 Millionen Euro.

Auftragsvergaben

In nichtöffentlicher Sitzung vergab der Gemeinderat Triefenstein für die Sanierung der Grundschule sechs Aufträge in Höhe von insgesamt 1,17 Millionen Euro an die jeweils günstigsten Bieter:

Elektro-, Stark- und Schwachstrom: Paul Müller GmbH aus Eisingen (348 509 Euro).

Heizung: Rhönland Gesundheitstechnik GmbH & Co KG aus Bad Neustadt (174 372 Euro).

Sanitäranlagen: Rhönland Gesundheitstechnik GmbH & Co KG aus Bad Neustadt (139 811 Euro).

Lüftungsanlagen: Bischoff LS Luft- und Klimatechnik GmbH aus Lautertal (251 751 Euro).

Technische Dämmarbeiten: LWA WKSB GmbH aus Erfurt (27 078 Euro).

Rohbauarbeiten: HS-Bau GmbH & Co KG aus Hammelburg (240 034 Euro).

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