SACKENBACH

Wilhelm Ringelmann feiert 80. Geburtstag

Wilhelm Ringelmann aus Sackenbach feiert seinen 80. Geburtstag. Foto: Rita Gress

„Wenn der liebe Gott es nicht gut mit mir gemeint hätte, wäre ich nicht mehr da“, sagt Wilhelm Ringelmann über mehrere dramatische Ereignisse in seiner Kindheit und seinem Erwachsenenleben. Sein Rückblick ist ohne Bitterkeit. An diesem Mittwoch begeht er seinen 80. Geburtstag.

Der Jubilar ist guten Mutes und scherzt gerne. Geboren wurde er am 19. April 1937 als lediges Kind von Margarete Schubart in Karlstadt. Er erhielt den Namen Johann Wilhelm Schubart.

Die Mutter zog in die Schweiz

Aus politischen und persönlichen Gründen ging seine damals 24-jährige Mutter gleich nach der Geburt ihres Sohnes in die Schweiz. „Man sagte mir später, wenn sie dort entbunden hätte, wäre ich ihr weggenommen worden.“

Mit 18 besuchte er sie in ihrer Wahlheimat. „Als Kind bin ich herumgereicht worden“, sagt Ringelmann. Zuerst kam er zu seiner Großmutter mütterlicherseits, dann zu einer Tante in Mühlbach, mit drei Jahren schließlich zu den Eltern seines Vaters in Karlstadt. Dort wuchs er auf.

Vom Vater adoptiert

Vor seiner Einschulung 1943 adoptierte sein Vater den Sechsjährigen und gab ihm den Nachnamen Ringelmann. „Zu meinem Großvater hatte ich viel Bezug, zu meinem Vater weniger. Er kam erst 1946 aus dem Krieg zurück.“

Nach der Volksschule machte der junge Wilhelm seine Lehre zum Elektromotorenwickler bei der Karlstadter Firma Jochim Karl. Mit 18 bewarb er sich bei den Überlandwerken in Würzburg und wurde fürs Erste als Hilfsschlosser in Lohr eingestellt.

Aufgrund seines Könnens wurden ihm schnell die Reparaturen und der Transporteinbau von Transformatoren für Ortsversorgungen übertragen. In dem Lohrer Unternehmen blieb er bis zu seinem Vorruhestand mit 57 Jahren.

Seit 51 Jahren verheiratet

Wilhelm Ringelmann ist seit 51 Jahren mit Helene, geborene Herber, verheiratet. Seine Frau stammt aus der ehemaligen Bäckerei Franz in Sackenbach. Das Paar lebt seit ihrer Hochzeit 1966 im Eigenheim in der Pfingstgrundstraße 35. Helene Ringelmann hatte das Haus von ihrem Vater übernommen. Über ihren Mann sagt sie, sie schätze seine positive und zuverlässige Art.

Kritischer Geist

Er selbst beschreibt sich als kritisch. „Vor Jahren schon habe ich mich als Einzelkämpfer vergeblich bemüht, dass die B26 von Arnstein bis Weibersbrunn durchgebaut wird.“ Als einstiger Lastwagenfahrer bei den Überlandwerken habe er Transporte bis an die Zonengrenze gemacht; damit kenne er die Belastungen durch den Fernverkehr sehr wohl.

Ringelmann ist langjähriges Mitglied der Kolpingfamilie und der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB). Mit 20 Jahren nahm er zum ersten Mal an einer Wallfahrt von Karlstadt zum Kreuzberg teil. Bis zu seinem 65. Lebensjahr wurden 40 Mal daraus.

Gerne und viel beschäftigt er sich mit dem Computer. Dort hält er unter anderem Geschichten fest, die ihm über Menschen oder Umgebung erzählt werden. Auch mag er Ausflüge mit dem Auto auf die Fränkische Platte oder in die Rhön, „um mal was anderes zu sehen als den Lohrer Talkessel“.

Besuch aus Stockholm

Seinen Geburtstag begeht der Jubilar im Kreis seiner Familie und mit Freunden. Außer Enkelin Elisa (18, Stockholm) werden seine vier Kinder Jutta (Sackenbach), Peter aus Stockholm, Thomas (Kiel) und Vera, die Jüngste, mit der zweieinhalb jährigen Enkelin Sonja aus Lengfeld dabei sein.

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