STEINFELD

Willy Kreutz: Firmen-Ende nach 68 Jahren

Das Stammhaus der Willy Kreutz GmbH & Co. KG in Steinfeld.
Das Stammhaus der Willy Kreutz GmbH & Co. KG in Steinfeld. Foto: Wolfgang Dehm

1948 gegründet, wohl noch 2016 liquidiert: Die Willy Kreutz GmbH & Co. KG, international tätiger Maschinenbaubetrieb und größter Arbeitgeber der Gemeinde Steinfeld, steht nun doch überraschend vor dem Aus.

Wie erst jetzt bekannt wurde, eröffnete der Würzburger Insolvenzverwalter Matthias Reinel bereits Anfang Juni das Insolvenzverfahren „wegen Zahlungsunfähigkeit“. Der Betrieb wird in absehbarer Zeit eingestellt. Betroffen sind rund 80 Beschäftigte am Stammsitz der Firma. Über die Zukunft der rechtlich eigenständigen Tochtergesellschaft im rumänischen Timisoara mit gut 30 Beschäftigten werden Medienberichten zufolge noch Gespräche geführt.

Das Steinfelder Unternehmen hatte Anfang April selbst Insolvenzantrag gestellt. Noch während des vorläufigen Insolvenzverfahrens hatte Reinel Mitte Mai erklärt: Es sei gelungen, den Betrieb zu stabilisieren, es gebe Aufträge und die Kunden würden beliefert. Medieninformationen zufolge hatten sich 200 potenzielle Interessenten beim Insolvenzverwalter gemeldet. Offenbar haben sie allesamt zurückgezogen.

„Das ist ein Schlag“, zeigte sich Bürgermeister Günter Koser überrascht von der aktuellen Wendung. Er sei „sehr entsetzt“, sagte er auf Anfrage der Main-Post. Von den rund 80 Beschäftigten leben seiner Einschätzung nach zwei Drittel in Steinfeld. Viele hätten dort schon gelernt und seien Jahrzehnte im Betrieb.

Günter Koser hofft auf Mieter

Immerhin, so Koser weiter, zählten die Liegenschaften der Firma seines Wissens nicht zur Insolvenzmasse. Er hoffe deshalb, dass sich bald ein Mieter finde, der möglicherweise auch ehemalige Kreutz-Beschäftigte anstellt. Auf den Haushalt der Gemeinde, so ergänzte er auf Anfrage, werde die Liquidation keine direkten Auswirkungen haben.

Das Unternehmen wurde 1948 von Willy Kreutz als Entwicklungswerkstatt für Maschinenbau und Feinmechanik gegründet. Seitdem beschäftigt es sich mit der Massenherstellung von Kontaktteilen für die internationale Elektro- und Lichtindustrie, wofür man eigene Patente besitzt und weltweit führender Hersteller ist. Doch die LED-Technik verdrängt die mit den Teilen bestückten Neonröhren zunehmend. In den vergangenen Jahren war auch die Automobilindustrie zum Kunden geworden.

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