LAUDENBACH/MÜHLBACH/STADELHOFEN

„Wir lassen unsern Pfarrer nicht fallen“

(matz) Mit Erschrecken, Entsetzen und Betroffenheit, aber auch mit einer gewissen Verunsicherung ob der Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen ihren Pfarrer haben die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden in Laudenbach, Mühlbach und Stadelhofen reagiert. Wie berichtet, soll der 76-jährige Ruhestandspfarrer, der bis zu seiner Festnahme noch Gottesdienste hielt, eine Million Euro veruntreut zu haben.

Seit über 20 Jahren arbeitet Herta Kühl mit dem Geistlichen zusammen. Ihre Reaktion: „Ich sehe die Vorwürfe nicht erhärtet. Ich war wie geplättet, als ich es erfuhr. Ich wäre menschlich sehr enttäuscht, wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten würden.“ Wie Kühl kennen auch ihre Kolleginnen Martha Kraft in Mühlbach und Monika Kraft in Stadelhofen den Pfarrer nur als sehr sparsamen Menschen.

„Er ist ein ehrliche Haut“, sagt Martha Kraft: „Auch meine Kinder, 18, 19 und 22 Jahre, sind davon überzeugt: Unser Pfarrer macht so etwas nicht.“ In Mühlbach erlebt Kraft nur ungläubiges Kopfschütteln. Die Gläubigen trauen dem Priester nicht zu, was ihm vorgeworfen wird. Martha Kraft: „Es ist für uns alle ein Ding der Unmöglichkeit.“

Monika Kraft empfand „blankes Erschrecken“, als sie es erfuhr. Sie traut dem 76-Jährige so eine Verfehlung nicht zu. „Er ist korrekt, genau und gradlinig“, sagt sie über den Pfarrer, den sie seit 22 Jahren Zusammenarbeit im Pfarrgemeinderat kennt. Die Reaktion in Stadelhofen fasst sie in zwei Worte zusammen: Betroffenheit und Verunsicherung.

Herta Kühl hat sich extra wegen des Pfarrers noch einmal in den Pfarrgemeinderat wählen lassen, um ihm beizustehen. „Er hat hier gewohnt und verbringt seinen Lebensabend in Laudenbach, und wir wollten ihn unterstützen.“ Dann fügt sie wie ein Versprechen hinzu: „Wir lassen unseren Pfarrer nicht fallen. Das stehen wir gemeinsam durch.“

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