Rieneck

Wunsch: Bushaltestelle am geplanten Parkplatz

Nachdem jetzt die Ortsumgehung von Rieneck fertig gestellt ist, steht als eine der nächsten Maßnahmen der Ausbau des neuen Parkplatzes am Kreisverkehr gegenüber dem Sportplatz an. Um hier schon in der Planungsphase Ideen und Vorschläge mit einzubringen und über die Planung informiert zu sein, stellten sechs Mitglieder der Fraktionen Allianz für Rieneck, Bürgerforum Rieneck und Freie Bürger Rieneck einen Geschäftsordnungsantrag im Stadtrat. Demnach sollte beschlossen werden, das staatliche Bauamt Würzburg aufzufordern, vor der Planung des neuen Parkplatzes die Wünsche und Belange des Stadtrates ausreichend zu berücksichtigen.

Einer der besonderen Wünsche lautet, an oder auf dem Parkplatz eine neue Bushaltestelle einzurichten. Ein Antrag verschiedener Bewohner der Wohngebietes Schellhof wurde bereits an die Omnibusverkehr Franken (OVF) weiter gereicht. Die Stadträte wollen schon frühzeitig in die Planung mit eingebunden werden, im nicht wie in der Vergangenheit wieder vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Es sei von größtem Interesse, wo auf diesem Parkplatz die Bushaltestelle eingerichtet wird. Vorteilhaft wäre es weiter, neben den 80 Autostellplätzen auch zwei Dauerparkplätze für die Reisebusse der Burgbesucher bereitzustellen.

Küber: "80 Kfz-Stellplätze unbedingt notwendig"

"Für die Planung der Parkierungsanlage wird vom Straßenbauamt ein externes Büro beauftragt", berichtete Bürgermeister Wolfgang Küber über Gespräche mit den Behördenvertretern. Er habe auch das Schreiben der Fraktionen weitergeleitet und die Behörde gebeten, dass das neue Ingenieurbüro die Stadt Rieneck bei den Planungen mit einbinden soll. "Die 80 Kfz-Stellplätze sind unbedingt notwendig, damit das Bürgerzentrum mit Festsaal im vorgesehenen Umfang weiter betrieben werden kann", sagte Küber. Auch wegen der Bushaltestelle habe es bereits verschiedene Gespräche gegeben.

"Wir haben leider oft genug erlebt, dass wir zu spät dran waren oder unsere Wünsche nicht nachhaltig genug geäußert haben", erinnerte Armin Walter. Deshalb solle man dennoch zeitnahe das persönlich Gespräch mit dem Straßenbauamt suchen. "Ich finde es gut, wenn der Bauausschuss einen Katalog unserer Wünsche erstellt", schlug Hubert Nickel vor. Diese Liste solle ans Bauamt und von dort weiter an die neuen Planer gehen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Beim Denkmal zu der Deportation der Juden in den Jahren von 1941-1944 scheint möglicherweise in Rieneck eine neue Standortdiskussion aufzukommen. Stadträtin Gertrud Herrmann hatte das Thema "Denkort Deportationen" auf der jüngsten Tagesordnung des Stadtrates vermisst und monierte das am Ende der Sitzung bei den Anfragen.

Standortdiskussion um Deportations-Mahnma

Vor einiger Zeit habe der Rienecker Geschichtskreis den Vorschlag unterbreitet, die Erinnerungstafel nicht wie beschlossen im Bürgerzentrum oder zentral am Parkplatz aufzustellen, erinnerte Gertrud Herrmann. Der Aufgang zur Burg, wo früher eine jüdische Synagoge stand, wäre auch ein geeigneter Standort für das Mahnmahl, so die damalige neue Idee. Wäre das Thema unbürokratisch auf die Tagesordnung genommen worden, so hätte man nun über die Aufhebung des Beschlusses beraten können, sagte Gertrud Herrmann weiter. Man glaube eben im Geschichtskreis, "im Bürgerzentrum ist das Denkmal weggesperrt".

"Bereits am 15. Juli wurde mit Mehrheit beschlossen, das Mahnmahl zusammen mit der Stele vorübergehend im Foyer des Bürgerzentrums aufzustellen", erinnerte Bürgermeister Wolfgang Küber an die Entscheidung vor einigen Monaten. Dieser Beschluß sei offensichtlich von einem kleinen Teil des Geschichtskreis nicht akzeptiert worden "und deshalb sollte das Ding gekippt werden", sagte Küber dazu. Wenn jemand meine, er müsse den Beschluss kippen, dann solle er das auch offiziell beantragen.

Gemessen an der allgemeinen Lage und dem wachsenden Antisemitismus sollte man die einmal gefasste Entscheidung akzeptieren. Die Mitte Rienecks sei nicht das Burgtor, sondern der Parkplatz. Wenn man nicht abwarten wolle, bis der Parkplatz neu gestaltet ist, könne man das auch gerne gleich dort dauerhaft aufstellen. Wenn jemand meine, er müsse dem Beschluss revidieren, dann müsse er dies eben nochmals auf die Tagesordnung bringen lassen, beschloss Armin Walter die Diskussion.

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