WÜRZBURG/KARLSTADT

Zorn: Gegen B 26n protestieren

Die von der bayerischen Staatsregierung vorgelegte Projektliste zur Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) sei „ein Wunschkatalog vor Weihnachten“, kritisiert der Vorsitzende des Vereins Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg/B 26n, Matthias Zorn (Hettstadt) in einer Pressemitteilung. Zorn bitte die Bevölkerung, beim Ministerium in München zu intervenieren.

Abgespeckte Variante

Mit der Doppelmeldung der B 26n in der bekannten vierspurigen Form und alternativ in einer abgespeckten, dreistreifigen Variante gestehe das Innenministerium ein, dass ein autobahnähnlicher Neubau nicht notwendig sei. Auch der Zubringer von Lohr nach Duttenbrunn habe in der als Verlängerung der B 276 angemeldeten Form als Bundesstraße „eh keine Chance“, so Zorn.

„Nicht unzufrieden“ äußert sich der Landtagsabgeordnete Harald Schneider (SPD) über die vorgelegte Projektliste. Allerdings sie die Liste wegen des Fehlens jeglicher Bewertungskriterien „wenig aussagekräftig“.

Wie berichtet, kritisiert die Opposition im Landtag die „Wünsch-dir-was-Liste“ des Innenministers für den neuen BVWP. 383 Teilprojekte sind laut Zorn gelistet, davon 223 Ortsumgehungen. Schon die alten Projekte wären erst in einem Zeitrahmen von rund 40 Jahren umzusetzen gewesen, mit den neuen zusätzlichen Maßnahmen komme man „auf völlig unrealistische Planungszeiträume“, schreibt Zorn. Vor allem aber sei das alles überhaupt nicht zu finanzieren.

Zorn macht deutlich, dass der Verein gegen die B26n Straßen nicht pauschal ablehnt. Die Ortsumfahrungen für die Gemeinde Rechtenbach und die Stadt Gemünden beispielsweise befürwortet er ausdrücklich. Erstens würden durch Gemünden täglich bis zu 16 000 Fahrzeuge fahren, es bestehe dringender Handlungsbedarf. Zweitens seien beide Maßnahmen Teil des Lösungsvorschlages der Autobahngegner. Zorn: „Wir sind ganz klar für Ortsumgehungen und eine Fortführung der alten Entwicklungsachse B 26, wo möglich auf bestehenden Trassen, wo nötig eben als ,niederschwelliger‘ Neubau.“ Man befürworte seitens des Vereins auch den Ausbau der A3 und der A7. Dann werde eine autobahnähnliche B 26n „schlicht überflüssig“.

Harald Schneider meint: „Die B 26n könnte auch unter der Rubrik Ortsumgehung laufen.“ Die B 26n in der angepassten Variante könne den Landkreis Main-Spessart aus der Peripherie herausholen und alleine sieben Ortschaften im Werntal entlasten.

Bürger sollen sich beteiligen

Bei der Vorstellung der Liste künftiger Straßenbauprojekte hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Bevölkerung aufgefordert, sich bis 14. Dezember zu einzelnen Projekten zu äußern. Man wolle den Bürger frühzeitig einbeziehen, dessen Meinung werde bei der Endfassung der Liste berücksichtigt.

Schneider empfiehlt den Bürgern der Werntalgemeinden und im Entwicklungsraum Karlstadt dem Ministerium die Unterstützung für die Trasse mitzuteilen. Rechtenbach und Gemünden bräuchten dagegen Ortsumgehungen.

Der BI-Vorsitzende Matthias Zorn fordert unter Bezug auf das Ministerwort die Gegner der B 26n-Planung auf, beim Innenministerium gegen die „verfehlte Verkehrspolitik“ zu protestieren. Das geht entweder per Post an die Oberste Baubehörde, Franz-Josef-Strauß-Ring 4, 80538 München, oder per E-Mail an bvwp2015@stmi.bayern.de.

Weitere Informationen unter www.msp-autobahn.de

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