Triefenstein

Zweikampf in Triefenstein: Deckenbrock und Öhm in der Stichwahl

Die Entscheidung ums Bürgermeisteramt ist vertagt. Aus dem Vierkampf verabschieden sich die Kandidaten der SPD und der CSU. Zwei Frauen kämpfen jetzt um den Einzug ins Rathaus.
Kerstin Deckenbrock ist die Gewinnerin des Abends in Triefenstein und feiert ihren Einzug in die Stichwahl.
Kerstin Deckenbrock ist die Gewinnerin des Abends in Triefenstein und feiert ihren Einzug in die Stichwahl. Foto: Deckenbrock

Aus Vier mach Zwei. So könnte man die erste Erkenntnis des Wahlabends in Triefenstein bezeichnen. Denn aus dem Vierkampf um das Bürgermeisteramt haben sich am Sonntag zwei Bewerber verabschiedet. Die große Gewinnerin des Abends ist die parteilose Kerstin Deckenbrock. Sie bekam 42,18 Prozent der Stimmen, gefolgt von der Zweitplazierten Karin Öhm (Freie Bürger) mit 26,12 Prozent. Da aber keiner der beiden die absolute Mehrheit erreichte, kommt es zur Stichwahl der Frauen am 29. März.

Deckenbrock zufrieden: "Ergebnis spricht eine klare Sprache"

Deckenbrock äußerte sich am Sonntagabend hochzufrieden. "Das Ergebnis spricht eine klare Sprache. Die Bürger scheinen Veränderung zu wollen und ich bringe diesen frischen Wind mit", so die 47-Jährige. Für die Stichwahl gab sich die Neueinsteigerin optimistisch und sagte: "Auch in zwei Wochen gehe ich davon aus, dass die Menschen noch etwas Neues wollen, sie haben die Wahl." In ihrem Wahlkampf betonte sie immer wieder, die vier Ortsteile besser vereinen zu wollen. Das habe sich ausgezahlt. "Die Leute kannten mich nicht, deshalb habe ich die Türen förmlich eingerannt", so Deckenbrock. Nach dem Stillstand könne sich in Triefenstein endlich etwas bewegen.

Karin Öhm.
Karin Öhm. Foto: Martin Hogger

Ebenfalls in der Stichwahl aber sichtlich enttäuscht beurteilte Karin Öhm ihr Abschneiden. "Das ist freilich sehr schade, ich hätte mir von den Triefensteinern ein bisschen mehr Rückendeckung gewünscht", sagte die 53-Jährige. Der Durchmarsch der Konkurrentin habe sie überrascht. "Frau Deckenbrock ist eben wie das Überraschungsei, von dem niemand wusste, was man genau bekommt." Öhm gab sich dennoch kämpferisch. Sie wolle die Stichwahl auf keinen Fall abschreiben. "Die Wähler werden entscheiden. Mal schauen, wie viele CSU-Wähler auf meine Seite springen werden."

Gersitz scheitert knapp, Müller abgeschlagen

Torsten Gersitz.
Torsten Gersitz. Foto: Frank Zagel

Ausgeschieden aus dem Rennen und etwas enttäuscht zeigte sich Torsten Gersitz (CSU), der mit 25,64 Prozent der Stimmen nur knapp hinter Karin Öhm landete. "Ich nehme es sportlich, es war von Anfang an klar, dass es knapp wird", so der 42-Jährige. "Die Würfel sind gefallen aber ich falle jetzt in kein Loch", demonstrierte Gersitz Zweckoptimismus. Er machte für die ausbleibende Zustimmung vor allem die generelle Unzufriedenheit mit seiner Partei verantwortlich. "Die Bürger konnten meine Person wohl nicht losgelöst von der Partei und ihrer Vergangenheit sehen", so Gersitz.

Christoph Müller.
Christoph Müller. Foto: Nicolas Bettinger

Völlig abgeschlagen im Vierkampf landete Christoph Müller (SPD) auf dem letzten Platz. Er erreichte lediglich 6,05 Prozent der Stimmen. "Das Wort Enttäuschung ist viel zu harmlos bei diesem Ergebnis", sagte der 28-Jährige am Wahlabend. Die SPD habe sich mehr erhofft und es sei noch "viel Luft nach oben". Sowohl der Wahlkampf als auch das Ergebnis hätten gezeigt, dass die Bürger die etablierten Kräfte abstrafen wollen. Müller betonte jedoch: "Wir stehen immer wieder auf und in sechs Jahren werden die Karten neu gemischt." Die Wahlbeteiligung in Triefenstein lag bei 70,80 Prozent. Laut Wahlleiter gaben über die Hälfte der Wahlberechtigten aus den vier Ortsteilen ihre Stimme per Briefwahl ab.

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