Karlstadt

Wie beim Fußball: Gelbe und Rote Karten für die Müllsünder

Eine Mikrowelle, Gasflaschen, Ölfilter – was wurde nicht schon alles in der Biotonne gefunden. Die Abfallwirtschaft des Landkreises will daher die Tonne vor der Abfuhr kontrollieren.
Die Rote Karte für Müllsünder gibt's im Landkreis ab diesem Oktober. 
Die Rote Karte für Müllsünder gibt's im Landkreis ab diesem Oktober.  Foto: Kommunalunternehmen

Die Biotonne ist ein Sorgenkind. Es landen Dinge drin, die dort nicht reingehören, beklagt die Abfallwirtschaft. Was wurde dort nicht alles schon gefunden: ein Mikrowellengerät, Gasflaschen und Ölfilter, häufig Plastiktüten, Altkleider und Verpackungen. In den letzten Jahren haben die Störstoffe zugenommen, heißt in einer Mitteilung des Landratsamts. Das soll sich ändern und daher wird ab Oktober der Inhalt der Biotonnen in ausgewählten Gebieten kontrolliert. Wenn es nicht passt, gibt es "Gelbe" und "Rote Karten" für die Grundstückseigentümer. 

Diese Kontrolle sollte laut Abfallwirtschaft schon im Frühjahr dieses Jahres durchgeführt werden, aber aufgrund Corona wurde sie auf den Herbst verschoben. Nun ist ein externes Umweltbüro beauftragt worden, dessen Mitarbeiter den Biomüll kurz vor Eintreffen des Müllfahrzeugs begutachten werden.

Genau wie beim Fußball gilt die „Gelbe Karte“ als Verwarnung. Sie wird laut Abfallwirtschaft dann am Behälter angebracht, wenn der Verstoß geringfügig ist. Die Tonne wird anschließend noch einmal geleert, der Grundstückseigentümer bekommt aber mit der "Gelben Karte" eine Kurzinformation, was er künftig besser machen sollte.

Kompostierbare Biomüllbeutel nicht geeignet

Die Verwarnung wird auch vergeben, wenn sogenannte kompostierbare Biomüllbeutel verwendet werden. Diese werden im guten Glauben gekauft, sind aber laut Abfallwirtschaft für die Verarbeitung im Humuswerk in Wernfeld nicht geeignet. Es stimme zwar, sie seien grundsätzlich biologisch abbaubar, aber die Dauer des Kompostierungsprozesses im Humuswerk sei dafür nicht ausreichend. Für einen hochwertigen, plastikfreien Kompost müssen daher auch diese Tüten im Vorfeld aussortiert werden.

Eine „Rote Karte“ wird für eine gravierende Falschbefüllungen erteilt, wenn beispielsweise Restmüll, Plastik, Bauschutt oder Problemabfall in der Tonne zu finden sind. Diese Tonnen werden nicht geleert und die Grundstückseigentümer werden mit einem Anschreiben darüber informiert. Eine Kontrolle dieser nicht geleerten Tonnen findet am darauffolgenden Leerungstermin statt. Sollte die Tonne immer noch beanstandet werden, wird diese kostenpflichtig als Restmüll geleert.

Bis 5. November läuft derzeit die Sammlung von Garten- und Grünabfällen durch die Firma Kirsch + Sohn GmbH. Dabei können aus Kulanz auch Kleinmengen von Biomüll wie Laub- und Grasschnitt abgegeben werden, aber maximal ein Kubikmeter pro Anwesen. Gedacht ist die Sammlung für sperrigen Baum- und Heckenschnitt aus Hausgärten, also von Grundstücken, die an die öffentliche Müllabfuhr angeschlossen sind. Material aus abgelegenen Gärten oder gar Obstbaumkulturen wird deshalb nicht mitgenommen.  

Zügiges Einladen muss möglich sein

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass alles so bereitgestellt wird, dass ein zügiges Einladen möglich ist (zum Beispiel in Körben, Wannen, wiederverwendbaren Gartenabfallsäcken). Papiersäcke werden nicht entleert, sondern komplett mitgenommen. Lose Laub- und Grashaufen werden grundsätzlich nicht mitgenommen. Kunststoffsäcke werden grundsätzlich nicht entleert oder mitgenommen. Ausnahme: Nur dafür ausgelegte wiederverwendbare Mehrweg-Gartenabfallsäcke, wie die sogenannten PopUp-Säcke werden entleert und zurückgelassen, schreibt das Landratsamt.    

Mit den „offiziellen Grüngutsäcken“ des Landkreises, die sich im Handel gegen Gebühr erwerben lassen, kann Laub und Gras ganzjährig umweltgerecht entsorgt werden (einfach bei der Leerung der Biotonne dazu stellen). Der Kaufpreis beinhaltet die Entsorgungskosten.

Das Schnittgut ist am Abfuhrtag ab 6 Uhr gebündelt bereitzustellen. Die einzelnen Bündel dürfen nicht schwerer als 40 Kilogramm und nicht länger als 1,5 Meter sein. Äste dürfen nur einen Durchschnitt von bis zu 15 Zentimetern haben. Wurzelstöcke können nicht mitgenommen werden. Zum Bündeln soll nur kompostierbares Material, wie zum Beispiel Paketschnur verwendet werden. Bündel mit Draht oder Plastikbändern können nicht mitgenommen werden. Wann der Abfuhrtag ist, steht im Abfallkalender und auf der Homepage des Landratsamts. 

Wo immer möglich, sollten laut Abfallwirtschaft Gartenabfälle selbst kompostiert werden, denn nur dies gewährleistet einen umweltfreundlichen geschlossenen natürlichen Kreislauf.

Ansprechpartner für Rückfragen ist die Firma Kirsch + Sohn GmbH, Gemünden, unter Telefon (09351) 950170 oder das Landratsamt Main-Spessart unter (09353) 7931777.

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