Karlstadt

Abi 2021: Karlstadter Gymnasium wappnet sich für Unwägbarkeiten

Am Mittwoch startet das Abitur 2021. Wegen der Pandemie müssen die Gymnasien umfangreiche Vorbereitungen treffen. Schon am Dienstag werden alle Schülerinnen und Schüler getestet.
Abstand halten: So ähnlich wie auf diesem Bild aus Dresden vergangene Woche wird es auch in bayerischen Gymnasien bei den Abiturprüfungen aussehen. 
Foto: Robert Michael | Abstand halten: So ähnlich wie auf diesem Bild aus Dresden vergangene Woche wird es auch in bayerischen Gymnasien bei den Abiturprüfungen aussehen. 

118 Schülerinnen und Schüler wollen am Mittwoch am Karlstadter Johann-Schöner-Gymnasium die Abiprüfung in Deutsch schreiben. Die Gymnasien müssen in Zeiten der Pandemie auf viele Szenarien vorbereitet sein. Schulleiter Gerald Mackenrodt hofft, dass es keine kurzfristigen Krankeitsfälle bei den Schülern oder in den Familien gibt. Bereits am Dienstag kommen alle Prüfungsteilnehmer zu Schnelltests in die Schule.

Oberstufenkoordinatorin Maria Rohner betont, dass die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten in diesem Schuljahr großen Gemeinschaftssinn gezeigt hätten. "Bei vielen Herausforderungen gab es große Solidarität untereinander, aber auch mit den Lehrerinnen und Lehrern." Das zeige sich auch an der Zustimmung der Schüler, am Vortag der Prüfung zum Schnelltest in die Schule zu kommen. "Dazu verpflichten können wir sie nämlich nicht", so Mackenrodt. Die Tests helfen aber ungemein. 

Viele Räume nötig für viele Eventualititäten

Der Schulleiter hofft, dass es auf der Zielgerade keine bösen Überraschungen gibt. Die Mehrzahl der Schüler schreibt die Prüfung von 8 Uhr bis 13.45 Uhr in der Dreifach-Turnhalle der Schule. "Dort sind 96 Plätze eingerichtet mit doppelt so großem Abstand wie sonst", so Mackenrodt. "Im Pandemiejahr wurden den Schülern 30 Minuten mehr als üblich eingeräumt." 

Sechs junge Frauen und Männer bekommen aus unterschiedlichen Gründen zusätzliche Zeit zugestanden. "Das kann beispielsweise an einer Handverletzung liegen oder an einer Lese-Rechtschreib-Schwäche", so der Schulleiter. Sie schreiben in einem anderen Raum. Ein weiteres halbes Dutzend Schüler wird wegen gesundheitlicher Gefährdungen, beispielsweise durch Asthma oder Allergien, vom großen Pulk getrennt. "Sie schreiben auf zwei Klassenzimmer verteilt. Zwischen den Räumen wurde die Trennwand entfernt", erklärt der JSG-Rektor.

JSG-Schulleiter Gerald Mackenrodt und Oberstufenkoordinatorin Maria Rohner.
Foto: Markus Rill | JSG-Schulleiter Gerald Mackenrodt und Oberstufenkoordinatorin Maria Rohner.

Zwei weitere Räume samt Aufsichtspersonen muss die Schule bereithalten, für Schülerinnen oder Schüler, die keinen Schnelltest ablegen aber trotzdem mitschreiben wollen. "Wer am Dienstag einen positiven Schnelltest hat, muss umgehend zu einem PCR-Test. Wenn bis Beginn der Prüfung kein negatives Ergebnis vorliegt, kann er oder sie nicht mitschreiben", erklärt Maria Rohner. Ein Nachholtermin werde für Kranke eingeräumt, "in diesem Jahr könnten es auch zwei Nachholtermine werden", so Mackenrodt.  

Auch für Schüler, die trotz Quarantäne – beispielsweise wegen eines Positivtests im engen Umfeld – mitschreiben wollen, steht ein Raum bereit. "In einem solchen Fall müsste das Gesundheitsamt entscheiden, ob die Quarantäne unterbrochen werden darf", erklärt der Schulleiter. Das sind sehr viele Eventualitäten. Statt auf drei Räume könnte der Karlstadter Abschlussjahrgang im Extremfall auf sechs Räume verteilt werden.

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Deshalb findet am Mittwoch und an anderen Abiprüfungstagen kein weiterer Unterricht am Karlstadter Gymnasium statt. "Fast alle Lehrerinnen und Lehrer werden potenziell als Aufsicht für die Abiprüfungen gebraucht", erklärt Rohner. Die Schüler der anderen Jahrgangsstufen betreiben an diesen Tagen "materialgestütztes Lernen".

Prüfungsvorbereitung hat gut geklappt

Prinzipiell sei die Abschlussklasse gut auf die Prüfungen vorbereitet. "Es gab eine Distanzunterricht-Phase vor Weihnachten und im Januar, ansonsten lief fast alles im Präsenzunterricht ab", sagt Maria Rohner. "Etwa acht Schüler mussten im Lauf des Schuljahres mal in Quarantäne." Diese hätten dann online am Unterricht teilgenommen. Auch der ein oder andere Lehrer habe während einer Quarantäne-Periode aus dem Home Office unterrichtet. "Unsere Technik hat funktioniert. Das hat sehr gut geklappt", sagt Mackenrodt.

Sich an die ab Februar mehrfach pro Woche nötigen Schnelltests zu gewöhnen, sei nicht allen Schülern leichtgefallen. "Man hat schon gemerkt, dass das Warten aufs Ergebnis Einigen Stress bereitet hat", so der Schulleiter. Aber die Schüler hätten aneinander appelliert: "Wir müssen uns auch für die Lehrer testen lassen." Diese Solidarität lobt Gerald Mackenrodt. Bisher sei nur gut die Hälfte des JSG-Kollegiums geimpft, "und das auch nur einmal", so der Schulleiter. Die Lehrer weiterführender Schulen gehören – anders als Grundschullehrer - zur Impfprio 3.

Für Mittwoch und die kommenden Abiturprüfungen wünschen Mackenrodt und Rohner den Schülerinnen und Schülern "negative Testergebnisse und positive Prüfungsresultate". So erhoffen sich das wohl auch die Prüflinge.

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