Lohr

Absolventen der Berufsfachschule für Pflege des Bezirks erhielten Zeugnisse

Ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stand die Zeugnisübergabe der Berufsfachschule für Pflege des Bezirks an die diesjährigen Absolventen im Festsaal des Bezirkskrankenhauses.
Foto: Thomas Josef Möhler | Ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stand die Zeugnisübergabe der Berufsfachschule für Pflege des Bezirks an die diesjährigen Absolventen im Festsaal des Bezirkskrankenhauses.

Ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stand die Zeugnisübergabe der Berufsfachschule für Pflege des Bezirks im Festsaal des Bezirkskrankenhauses (BKH) an die diesjährigen Absolventen. Er sei "heilfroh, dass wir hier angekommen sind", sagte Schulleiter Martin Morgenstern. Zweifel wurden laut, dass die Vergütung der Pflegekräfte mit der gestiegenen gesellschaftlichen Anerkennung Schritt hält.

Das Wort "Corona" könne man fast nicht mehr hören, aber die Krise habe gezeigt, "wie wichtig ihr Beruf ist", sagte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel zu den frisch examinierten Gesundheits- und Krankenpflegekräften. Er freue sich, dass sie diesen Beruf gewählt hätten, denn für die nächsten Jahre werde ein großer Fachkräftemangel erwartet. Roboter könnten diese Lücke nicht füllen.

Für den Bezirk als Arbeitgeber warb Jürgen Oswald, der Geschäftsleiter der Krankenhäuser und Heime. Die Krise zeige, dass Deutschland auch in Zukunft ein leistungsfähiges und stabiles Gesundheitssystem brauche. Die Absolventen seien "jetzt ein Teil davon".

Wahrnehmung verändert

Die Wahrnehmung der Pflege in der Gesellschaft habe sich verändert, meinte der Ärztliche Direktor des BKH, Dominikus Bönsch. Er hoffe, dass sich das auch in den gegenwärtigen Tarifverhandlungen niederschlagen werde. Nach Ansicht Bönschs wird die Euphorie "schon etwas schwieriger, wenn Geld im Spiel ist".

Der stellvertretende Pflegedirektor des BKH, Helmut Schmitt, nannte die Ergebnisse einer Jugendumfrage "dramatisch". Nur vier Prozent der Befragten wollten im Pflegeberuf arbeiten. Hauptgrund sei das zu geringe Gehalt. Laut Schmitt wird der Pflegenotstand in Deutschland ohne eine deutlich bessere Bezahlung weiter voranschreiten.

Die derzeit laufenden "schweren Tarifverhandlungen" zeigen nach den Worten des Personalratsvorsitzenden Michael Rahn die Notwendigkeit, "sich berufspolitisch zu engagieren und zu organisieren". Es müsse mehr getan werden, um junge Leute für den Pflegeberuf zu gewinnen. Rahn appellierte an den Bezirk, seine zwei Pflegeschulen in Lohr und Werneck beizubehalten.

20 bleiben beim Bezirk

Prüfungsvorsitzender Rainer Schuá bescheinigte der Schule, sie habe "pragmatisch und lösungsorientiert umgesetzt, was notwendig war, um einen weitestgehend normalen Unterricht zu gewährleisten". Der Leitende Medizinaldirektor bei der Regierung von Unterfranken wandte sich gegen den Begriff "Helden" für die Pflegekräfte, denn Helden opferten sich auf und verlören oft ihr Leben. "Was wir brauchen, sind keine Helden, sondern top ausgebildete, empathische und professionelle Pflegekräfte."

Alle 22 Pflegekräfte, die zur staatlichen Prüfung angetreten sind, haben bestanden. 20 von ihnen haben das Übernahmeangebot des Bezirks angenommen. Eine Ehrung durch die Römer-Stiftung erwartet die Kursbesten Vivian Turnage (Gemünden), Arman Danielyan (Würzburg) und Nico Wiesner (Lohr).

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