Lohr

Anmeldung für Kita bald online möglich

Die bayerische Digitalministerin, Judith Gerlach, hat Lohrs stellvertretendem Bürgermeister, Dirk Rieb, am Montag einen Förderbescheid für ein Online-Portal zur Kitaplatz-Anmeldung überreicht.
Foto: Boris Dauber | Die bayerische Digitalministerin, Judith Gerlach, hat Lohrs stellvertretendem Bürgermeister, Dirk Rieb, am Montag einen Förderbescheid für ein Online-Portal zur Kitaplatz-Anmeldung überreicht.

Die Digitalisierung hat den Vorteil, dass man im Büro und in Behörden nicht mehr so viele Unterlagen herumschleppen muss. Doch bei manchen Gelegenheiten ist es doch schön, wenn man seinem Gegenüber etwas Handfestes überreichen kann. Als die bayerische Digitalministerin, Judith Gerlach, am Montagnachmittag im Lohrer Rathaus ankam, begrüßte sie der stellvertretende Bürgermeister Dirk Rieb mit den Worten: "Wir freuen uns, dass Sie etwas für uns im Gepäck haben." Gemeint war ein Förderbescheid für ein Online-Portal, über das Eltern ihre Kinder künftig für einen Platz in den Lohrer Kindertagesstätten anmelden können.

4500 Euro vom Freistaat

Den analogen Förderbescheid über rund 4500 Euro hatte die 35-Jährige, ganz Staatsministerin für Digitales, erst mal nur als digitale Version auf dem Tablet mitgebracht. "Huch, ich habe den analogen Förderbescheid im Auto vergessen", entfuhr es der Christsozialen aus dem Kreis Aschaffenburg erschrocken. Doch das Dokument war schnell geholt und damit ein weiterer Schritt der Stadt Lohr hin zum "Digitalen Rathaus" besiegelt.

Der Freistaat unterstützt die Kommune dabei, sich für rund 8600 Euro eine Software zu beschaffen, mit der Eltern im Internet den Betreuungsbedarf für ihre Kinder anmelden können. Nach Aussage von Carmen Bachmann, die bei der Stadt Lohr das Sachgebiet Kinder, Jugend und Sport leitet, soll die Anmeldung künftig für alle Kitas in Lohr online funktionieren. Ob das Online-Portal bereits bei der Anmeldung für das nächste Kindergartenjahr zum Einsatz kommt, die im Januar 2022 stattfindet, konnte Bachmann noch nicht sagen.

Judith Gerlach betonte bei ihrem Besuch, dass die Digitalisierung vor allem dazu diene, die Behörden "servicefreundlicher" zu machen: Eltern bräuchten bei einer Kommune doch nicht persönlich vorzusprechen, um ihre Kinder für die Kita anzumelden. Die Digitalministerin freute sich darüber, dass Lohr die vom Freistaat Bayern auf 20.000 Euro gedeckelte Fördersumme zur Digitalisierung der kommunalen Verwaltung bereits komplett ausgeschöpft hat.

"Mit der Maus ins Rathaus"

Aus dem Fördertopf "Digitales Rathaus" hat die Stadt auch Subventionen für ihr neues Online-Angebot erhalten. Seit Mai ist es nach dem Motto "Mit der Maus ins Rathaus" möglich, manchen persönlichen Gang zur Behörde zu vermeiden. Stattdessen reicht das Ausfüllen elektronischer Formulare am heimischen Computer. Über das Internet lassen sich beispielsweise auch Geburts-, Sterbe- und Ehe-Urkunden sowie ein einfaches Führungszeugnis beantragen.

Gerlach berichtete, dass sie vor zwei Jahren noch oft aus kommunalen Verwaltungen gehört hätte, dass die Bürger vieles gar nicht digital machen wollen. Das habe sich laut ihr nicht nur wegen Corona geändert, sondern auch wegen der Anspruchshaltung der Leute. "Mit einem Klick kann man im Internet alles bestellen. Beim Rathaus wird es digital aber oft schwierig", betonte sie.

Lohrs geschäftsführender Beamter, Dieter Daus, wies die Digitalministerin darauf hin, dass die Bürger früher auch ohne IT und mit weniger Personal im Rathaus alle Leistungen bekommen hätten. "Nach meiner Erfahrung hat die Digitalisierung bis heute noch keine Entlastung gebracht. Die ganze Verwaltung ächzt wegen Überlastung", betonte er.

Gerlach: Doppelgleisig fahren

Judith Gerlach erwiderte, dass das sicher nicht an der Digitalisierung liege. Die 35-Jährige verwies stattdessen darauf, dass die Strukturen komplexer geworden und die Bürokratie zugenommen habe. Die Digitalisierung der Verwaltung sieht sie als Chance, um Strukturen neu zu denken und anzupassen. "Die Unterschriftserfordernis muss weg und digital ersetzt werden", fordert sie etwa. Die bayerische Digitalministerin sagt aber auch, dass es "ein paar Jahre geben wird, wo wir doppelgleisig fahren müssen".

Die Digitalisierung hält weiter schrittweise Einzug ins Lohrer Rathaus. Nach Aussage von Dieter Daus wird die Personalstelle zu Beginn des neuen Jahres mit der E-Akte anfangen. Dirk Rieb findet das gut. "Ohne elektronische Akten wird sonst nie Home-Office möglich sein", betonte er.

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