Zellingen

Arno Ludwig malt Specht und Rehkitz in Zellinger Möbelhaus

In zehn Tagen hat Arno Ludwig das nüchterne Treppenhaus bei Möbel Hornung in eine fränkische Landschaft umgestaltet – einschließlich Burgruine und Blick in die Ferne.
Arno Ludwig malt ein Wandgemälde im Treppenhaus von Möbel Hornung in Zellingen.
Foto: Klaus Gimmler | Arno Ludwig malt ein Wandgemälde im Treppenhaus von Möbel Hornung in Zellingen.

Es fehlen noch ein Specht, ein Eichhörnchen und in der Mitte ein Rehkitz, dann ist das Wandgemälde im Möbelhaus Hornung in Zellingen fertig. Arno Ludwig ist mit seiner Arbeit zufrieden. "Besonders der Himmel ist schön geworden", freut sich der 58-Jährige und schaut mit Stolz auf sein Werk. Vom Chef des Möbelhauses Herbert Hornung hatte er den Auftrag bekommen, das vorher schmucklose Treppenhaus neu zu bemalen. Die einzige Vorgabe war gewesen, es solle eine typisch fränkische Landschaft sein. 

Dies ist ihm gelungen. Getreidefelder wiegen sich im Wind. Ein kleines fränkisches Dorf lugt hinter einem Acker hervor, eine Burgruine steht auf einem Hügel, Bäume und Sträucher stehen im Bildvordergrund und rechts ist ein See. Wichtig war für Ludwig die Tiefenwirkung. Dazu bediente er sich eines Tricks, indem er den Horizont des Himmels im hinteren Teil des Bildes absenkte. So hat der Betrachter, der dort die Treppe hinunter geht, das Gefühl, er schaut in die Ferne.

Besondere Wirkung erwünscht

Zehn Tage hat Ludwig für das zirka 55 Quadratmeter große Wandbild gebraucht. Bevor es ans Malen ging, musste der Untergrund vorbereitet werden. Die Schwierigkeit war, dass sich das Gemälde über 270 Grad und drei Wände erstreckt und doch soll der Betrachter das Gefühl haben, ein Bild vor sich zu sehen. Das geht nicht mit scharfen Kanten. Daher wurden die Ecken, wo die Wände zusammenlaufen, abgerundet, so dass keine unerwünschten Schatten auf dem Gemälde entstehen.

Erst wurde das Bild skizziert, dann ausgemalt. 
Foto: Arno Ludwig | Erst wurde das Bild skizziert, dann ausgemalt. 

Zunächst hat er den Bildaufbau skizziert. Wälder, Felder, Himmel , Bäume und Sträucher erhielten ihren Platz. "Zum Malen hat es dann den großen Pinsel gebraucht", sagt er. Hatte er sich mal vermalt, so war das nicht schlimm. Dies ließ sich mit seinen Acryl-Farben korrigieren.

Kein alltäglicher Auftrag

"Es hat Spaß gemacht", sagt Arno Ludwig, der auch Grafiker und Illustrator ist und in Gemünden sein Atelier hat. In Karlstadt ist er aufgewachsen. Für ihn war die Treppengestaltung keine alltägliche Aufgabe. "Denn Aufträge in dieser Größenordnung sind rar gesät", sagte er. Dabei sei es nicht die größte Wandmalerei gewesen, die er je gemacht hat.  Vor vielen Jahren hatte er die Giebelfront eines Bierzeltes mit 260 Quadratmetern bemalt.

Viel beachtet sind auch die Malereien am Haus der Fränkischen Fastnacht in Veitshöchheim. Dieser hat er zusammen mit Werner Hofmann bemalt. Auf der Fassade geben sich auf einer Länge von 28 Meter allerlei Karnevalsgestalten, die aus der Sendung Fastnacht in Franken bekannt sind, ihr Stelldichein. In diesem Jahr war er auch für das Bühnenbild den Stücks "Jim Knopf" bei den Scherenburgfestspielen zuständig. Auch für die Maske des Jim-Knopf-Darstellers war er verantwortlich. "Malen ist Malen", sagt er mit einem Schmunzeln, "ob auf der Wand oder im Gesicht."  

Das fertige Wandbild als Bildmontage. 
Foto: Arno Ludwig | Das fertige Wandbild als Bildmontage. 

Der Auftrag bei Möbel Hornung sei aber auch anstrengend gewesen. "Acht Stunden Gerüst rauf und runter, auf die Knie und wieder hoch und den Arm mit Pinsel immer hoch halten", das koste Kraft. "Man wird nicht jünger", sagt er. Daher freue er sich nun wieder auf seine Arbeit mit Werbekonzepten und Grafiken im Büro.

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