Lohr

Auch mit 90 lässt sich Adele Hauck nicht unterkriegen

Die bekannte Lohrerin Adele Hauck wird am Dienstag  dieser Woche 90. In der Corona-Krise muss sie mehr zuhause bleiben und hält sich dort unter anderem mit Sudoku fit.
Die bekannte Lohrerin Adele Hauck wird am Dienstag dieser Woche 90. In der Corona-Krise muss sie mehr zuhause bleiben und hält sich dort unter anderem mit Sudoku fit. Foto: Sylvia Schubart-Arand

Wer Adele Hauck kennt, weiß, dass sie sich auch nicht vom Coronavirus unterkriegen lässt. "Mir geht es den Umständen entsprechend recht ordentlich, selbst wenn man durch das Virus und das Alter einen doppelten Dämpfer aufgesetzt bekommen hat", sagt die Jubilarin aus einer angesehenen Lohrer Familie – der Großvater war Bürgermeister Franz-Josef Keßler – im Telefonat anlässlich ihres 90. Geburtstags an diesem Dienstag.

"Der innere Schwung ist noch da, aber der Körper verlangt seinen Tribut, und ich muss mich dem anpassen – wie schon mein ganzes Leben lang", stellt sie fest. Die sonst sehr agile Lohrerin ist vorsichtig, verlässt kaum das Haus und wenn, dann nur mit Maske und zum Besuch beim Arzt oder in der Apotheke.

Mit freundlicher Dankbarkeit

"Ich lasse einkaufen", sagt sie lachend und ist dankbar über nette Nachbarn oder Chormitglieder – und natürlich kommt einer ihrer Söhne regelmäßig bei der Mutter vorbei.

Mit der ganzen Familie wird am Pfingstwochenende in einem Hotel im Spessart nachgefeiert. "Das wird ein schönes, entspanntes Zusammensein", sagt sie und freut sich auf das Treffen mit den drei Söhnen, Schwiegertöchtern und fünf Enkeln. Die in Frankreich lebende Tochter kann wegen Corona noch immer nicht kommen. Die Familie habe schon seit Dezember geplant, aber das ist nun alles storniert, "das muss man jetzt eben schlucken", sagt sie freundlich, und das Lächeln hört man auch am Telefon.

Den Geist wachhalten

"Ich stamme aus der Welt von gestern mit ihren Wertvorstellungen. Was heute selbstverständlich ist, zu dem habe ich keinen Zugang". Dabei lebt die christlich geprägte Lohrerin im Jetzt und Hier mit wachem Verstand, macht wie selbstverständlich jeden Morgen seit vielen Jahren immer eine Viertelstunde Gymnastik im Bad, liest viel. "Im Beethovenjahr gerade einen neuen Band über das Leben des Musikers, sehr interessant". Sie löst Sudokus, "um den Geist wach zu halten", legt Patiencen. "Und dann spiele ich Scrabble übers Telefon mit meinem Sohn in Weilheim. Dann vergeht schon mal eine Stunde und manchmal haben wir so viel Spaß, dass es auch zwei Stunden werden".

"Ich bin geprägt von kleinen Sentenzen, Album-Sprüchen wie 'Edel sei der Mensch, hilfreich und gut'", blickt sie zurück und könnte so viel erzählen von ihrer wohlbehüteten Kindheit mit fünf Geschwistern, Musikunterricht, Besuch des Gymnasiums und mehrmonatiger Unterbrechung wegen des Kriegs und das Abitur, der nicht verwirklichte Wunschberuf Lehrerin.

Doch sie gab nicht auf, besuchte Kurse, lernte Nähen, Schnitte zeichnen, besuchte einen Abiturientinnenkurs bei einer privaten Handelsschule, begann bei Rexroth, bildete bereits als junge Mutter Lehrlinge in städtischer Hauswirtschaft aus.

Musik spielt die Hauptrolle

Und immer spielte die Musik in ihrem Leben eine große Rolle, hat der "begeisterten Chorsängerin" schon als Schülerin und über Jahrzehnte in der Kantorei Lohr viel geholfen in der Zeit vor und nach dem Krieg. Durch sie lernte sie 1952 auch ihren 2009 verstorbenen Mann, den Musiklehrer Waldemar Hauck, kennen. Viele gemeinsame Interessen verbanden die beiden, die das kulturelle Leben in Lohr jahrelang bereicherten. So sorgten die beiden dafür, dass bei der Vhs-Gründung auch Musik angeboten wurde, woraus später die Sing- und Musikschule entstand.

Für "Hausfrauen" weiter aktiv

Und natürlich nicht zu vergessen ist das soziale Engagement von Adele Hauck bis heute. Erst im Dezember 2019 wurden sie und ihre "Lohrer Hausfrauen" für ihr 35-jähriges Engagement für die Welthungerhilfe von der Stadt und der Organisation geehrt. "Das war unser letztes gemeinsames Treffen vor der Corona-Krise, doch natürlich halten wir telefonisch Kontakt. Wir behalten unsere Straßensammlung im Oktober bei. Das ist ja leicht zu organisieren", kündigt die 90-Jährige an. Und natürlich auch die Aktion für das "Goldene Herz" zum 1. Advent. Von so viel Engagement können sich Jüngere eine Scheibe abschneiden.

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