Lohr

Ausstellung im Bezirkskrankenhaus: Losgelöst von der Wirklichkeit der Fotografie

Krankenhausdirektor Bernd Ruß und Fotograf Werner Spiehl vor Fotos aus der Ausstellung.
Foto: Karl-Heinz Liebler | Krankenhausdirektor Bernd Ruß und Fotograf Werner Spiehl vor Fotos aus der Ausstellung.

Eine "besondere Form der Fotografie" ist derzeit im Haus 21 des Bezirkskrankenhauses in Lohr zu sehen. Als solche würdigte Krankenhausdirektor Bernd Ruß die Ausstellung "Ansichten – Abschied vom Abbild" des Fotografen Werner Spiehl. "Gekannt habe ich bisher eher dokumentarische Bilder, bei denen die Motive sofort erkennbar waren", gab Ruß beim Rundgang durch die Schau zu. Er freut sich, seit längerer Zeit wieder eine Ausstellung im Bezirkskrankenhaus präsentieren zu können.

Als langjähriger Fotograf hat Spiehl die Entwicklung der Fotografie viele Jahre aktiv begleitet. Er sei auf der Suche nach einer neuen Darstellungs- und Ausdrucksform, erklärte er. Er wolle Bilder schaffen, die losgelöst sind von der möglichst detailgenauen Abbildung der Wirklichkeit. Mit verschiedenen Aufnahmetechniken, die er selbst erdacht hat oder die mit Hilfe der Kamera möglich werden, schafft er außergewöhnliche Bilder.

"Für mich ist der Gestaltungsprozess des Bildes mit dem Drücken auf den Auslöser weitgehend beendet. Eine Nachbearbeitung findet nicht statt", erklärte der Fotograf. Auf einigen Aufnahmen sind nur einzelne Bildteile zu erkennen. Sie helfen beim Zuordnen eines Aufnahmeortes und schaffen Verbindung zur Realität. Bei anderen Bildern wird die Kamera um einen festen Punkt gedreht, und es entstehen Aufnahmen, die in einem Bildteil erkennbare Motive und im anderen verwischte Strukturen zeigen.

Eindruck von Bewegung

Durch extreme Langzeitbelichtungen wurden Aufnahmen geschaffen, die Fantasielandschaften abbilden. Mit einer Wischtechnik wird der Eindruck von Bewegung erweckt, die eigentlich nicht stattgefunden hat und nur in der Vorstellung des Fotografen vorhanden ist. Bei farbigen Landschaftsimpressionen, die meistens unscharf und verschwommen sind, spielt der Ort der Entstehung keine Rolle. Die Fotografien leben von Farbkompositionen und Bildaufteilung.

Auffallend sind mehrere Aufnahmen, bei denen zwei Bilder mit unterschiedlichen Motiven als Doppelbelichtung aufgenommen wurden und nun in einem Bild zusammengefügt sind. Die Farbfotografien lassen den Betrachter verweilen und machen neugierig. Sie laden ein, sich eigene Gedanken über Bildaussage oder Ort des Entstehens zu machen.

Besichtigung unter den geltenden Corona-Vorschriften täglich von 7 bis 21 Uhr; Dauer derzeit nicht befristet.

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