MAIN-SPESSART

B 26n-Befürworter für vierstreifigen Ausbau

(jos) Für die Zukunft des Landkreises Main-Spessart sieht die Bürgerinitiative „Pro B26n – Für unsere Zukunft jetzt!“ die Westumgehung als unverzichtbar an. Dies wird auch in der Stellungnahme der Bürgerinitiative zum laufenden Raumordnungsverfahren deutlich. In dieser heißt es wörtlich:

„Die Bürgerinitiative „Pro B26n – Für unsere Zukunft jetzt!“ begrüßt die Einleitung des Raumordnungsverfahrens durch die Regierung von Unterfranken. Insbesondere unterstützen wir den vierstreifigen Ausbau. Nur die B26n stellt – im Vergleich zu anderen in der Diskussion befindlichen Alternativtrassen beziehungsweise -ausbauformen – einen wirklichen Lückenschluss des bundesdeutschen Fernstraßennetzes dar.

Bedeutung der B26n

Die B26n verbindet den Landkreis Würzburg bei Umfahrung der Stadt Würzburg und Erschließung des Landkreises Main-Spessart mit Stadt und Landkreis Schweinfurt. Weiterhin wird eine Alternativtrasse zur bestehenden Verbindung via BAB 3/BAB 7 über das Biebelrieder Kreuz zwischen Stadt und Landkreis Aschaffenburg sowie dem Landkreis Miltenberg, dem nordbadischen Raum und Stadt und Landkreis Schweinfurt geschaffen. Damit hat die B26n die überregionale Bedeutung, von der nahezu ganz Unterfranken - spätestens bei Stau/Unfall auf der BAB 3 – in einem starken Maße profitiert.

Im Planungsbereich sind mittel- und unmittelbar mehr als 300 000 Menschen betroffen. Durch optimalen Sicht- und Schallschutz, sowie weitere technische Maßnahmen, werden punktuellen Beeinträchtigungen auf der gesamten Streckenlänge Rechnung getragen.

Multifunktionalität der Ausbauplanung

Wie bereits die bisherigen Planungen und Alternativuntersuchungen ergeben haben, übernimmt nur die B26n zukünftig derartig viele Vorteile:

- Entgegen einer näher an Würzburg vorbeiführenden Stadtumgehung erschließt nur die B26n die Mittelzentren Karlstadt, Gemünden und durch den Zubringer Lohr.

- Im Vergleich zu singulären Verkehrsentlastungen durch Ortsumgehungen erhalten durch die B26n alle Werntalgemeinden sowie die Städte Arnstein und Karlstadt eine leistungsfähige Ortsumfahrung.

- Nur durch die B26n werden die Landkreise Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt beziehungsweise die Städte Aschaffenburg und Schweinfurt wechselseitig miteinander verbunden.

- Nur die B26n ermöglicht es, Stau und Unfallsituationen auf der BAB 3 zu umfahren und flüssige Verkehrsabläufe zu gewährleisten. Jede der so genannten Alternativen . . .



. . .hat zwar ihre vermeintlichen individuellen Vorzüge, nur die B26n gewährleistet aber die genannten Vorteile in ihrer Gänze. Darüber hinaus ist die Trassierung nach den Ergebnissen der Umweltverträglichkeitsstudie trotz verschiedener bestehender Raumwiderstände äußerst verträglich möglich. Den Schutzgütern Flora und Fauna wird vorbildlich Rechnung getragen, ebenso geologischen Besonderheiten, Boden- und Kulturdenkmälern.

Den Belangen des Schutzgutes Mensch, die jeweils vor Ort einzufordern sind, muss in der weiteren Planung höchste Priorität eingeräumt werden.

Wirtschaftliche Bedeutung

Durch die Anbindung der Mittelzentren im Raum Main-Spessart werden diese in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung aufgewertet. Nur durch die wirtschaftliche Stärkung der Region und die Zukunftssicherung von qualifizierten Arbeitsplätzen bleibt die Region Main-Spessart interessant als Lebensraum für junge Menschen und Familien. Damit wird auch der drohenden Entwicklung begegnet, wonach der Landkreis Main-Spessart immer unattraktiver wird und gewissermaßen ausblutet.

Die Region um Schweinfurt hat mit dem Niedergang der Kugellagerindustrie und dem damit verbundenen Verlust an Industriearbeitsplätzen bereits erfahren, wie wichtig eine gute infrastrukturelle Erschließung ist. Die neu geschaffene günstige Lage an BAB 7, BAB 70 und BAB 71 stellte eine der Voraussetzungen für den vollzogenen Wandel zum Verwaltungs- und Dienstleistungssitz dar und führte zu industriellen Neuansiedlungen.

Zuletzt stellt eine Verbesserung der Infrastruktur durch ihre Erschließungswirkung nicht nur für die heimische Wirtschaft eine große Chance dar, sondern sorgt durch ihre Entlastungswirkung in den Ortschaften und die für einen Attraktivitätsgewinn im Tourismussektor und hilft in diesem Bereich neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Planungsregion ist über die B26n hinaus eine zukünftige weitergehende Optimierung des angrenzenden und nachgeordneten Verkehrswegenetzes dringend notwendig.

Weitergehende Forderungen für das Verfahren

- Dem „Schutzgut Mensch“ muss gegenüber den sonstigen Schutzgütern stärker Rechnung getragen werden! Ein Abstand von lediglich 300 Meter zu den Wohnbaugebieten in Karlstadt führt zu einer kaum hinnehmbaren Belastung durch Abgase und Feinstaub. Diese Beeinträchtigungen gelten beispielsweise für die Wohnbaugebiete „Wurzgrund“ und „Am Ziegelwinkel“ (Laudenbach). Es muss daher  . . .


. . . bei der weiteren Planung der ernsthafte Versuch unternommen werden, der ursprünglich mittleren Tunnelvariante linienmäßig noch näher zu kommen.

- Die vorgenommene Annäherung der Trasse an die Stadt Karlstadt stört insbesondere die Frischluftschneise vom östlichen „Wurzgrund“ in das Maintal und beeinträchtigt die Naherholungsbereiche östlich des „Saupurzel“.

- Der Tunnelaustritt muss um etwa 100 Meter weiter nach Schönarts verlegt werden, was definitiv eine Verlängerung der Tunnelstrecke bedeutet.

- Insgesamt muss die neue Trasse schall- und sichtmäßig zur bestehenden und geplanten Bebauung von Karlstadt in einem Trog, bzw. hinter einem zu schüttenden Erdwall geführt werden. Schall- und Sichtschutz muss auch auf der Maintalbrücke und weiterführend in Richtung Duttenbrunn mit höchster Wirksamkeit ausgebildet werden, um den Stadtteil Laudenbach so gut es geht zu schützen. Zuletzt müssen auch die Streckenführung in den Bereichen Schönarts und Hesslar, sowie in Weiterführung Richtung Arnstein mit bestwirksamen Schall- und Sichtschutzmaßnahmen ausgestattet werden. Aktivem Lärmschutz ist gegenüber passiven Lärmschutzmaßnahmen immer der Vorzug zu geben.

- Die Belastungen für die Menschen in Karlstadt und Laudenbach würden durch einen Tunnel unter dem Stettener Wald weitaus geringer ausfallen, da so größtmöglicher Abstand zu den schützenswerten Wohn- und Freizeitbereichen zu erreichen ist. Die ist im weiteren Verfahren auf Realisierbarkeit zu prüfen.

Auf Anschlussstelle bei Laudenbach verzichten

- Auf die Anschlussstelle Karlstadt-West bei Laudenbach ist zu verzichten: Nach jetzigem Stand der bestehenden Staatsstraße 2300 sind die beengten Ortsdurchfahrten von Himmelstadt, Laudenbach und Mühlbach nicht leistungsfähig genug für eine weitere Zunahme des Verkehrs, wie im Prognosebezugsfall vorgesehen.

- Im Raum Steinfeld führt der geplante Zubringer Lohr-Duttenbrunn bei Hausen mit etwa 200 bis 400 Meter Abstand fast unmittelbar an den Siedlungsgebieten „Forst“ und „Röthe“ sowie den Mühlen im Buchental vorbei. Dadurch entstehen für die dort lebenden Menschen unzumutbare Belastungen durch Immissionen, eine deutliche Verringerung der Wohnqualität und Minderung der Immobilienwerte. Außerdem wird das mit Fauna und Flora artenreiche und landschaftlich sehr reizvolle Naherholungsgebiet Buchental durch die teilweise Trassenführung auf der bisherigen Staatsstraße stark beeinträchtigt. Auch der derzeit entstehende Kulturweg durch das Tal verliert dadurch deutlich an Attraktivität. Deshalb fordern wir die Verlegung der derzeit geplanten Trasse und sehen hierzu zwei Möglichkeiten:

o Verschieben der Trasse in Richtung Wasserschutzgebiet des Tiefbrunnen „Dicker Busch“. Beim Straßenausbau sind den Belangen des Wasserschutzgebietes Rechnung zu tragen. Die Waldwegetrasse Koppelweg und Huimoweg, die durch die Waldabteilungen Lindengrund, Rennersberg, Ruhholz, Sulzschlag und Scheidplatte führt, sind zu nutzen.

o Alternativ Verlegung der Trasse westlich des Wasserschutzgebietes durch den Gemeindewald am „Langenholz“. Dabei sind die vorhandene breite Holzabfuhrstraße „Friedrichsbrückenweg“ und die alte Lohrer Str. Richtung Waldabteilung „Sendelbacher Schlag“ als Trasse zu nutzen. Laut Umweltverträglichkeitsstudie hat diese Strecke keinerlei Beeinträchtigungen.

- Eine wesentliche Forderung ist die zeitgleiche Realisierung der B26n und des Zubringers Lohr-Duttenbrunn! Insgesamt muss auch  . . .

. . .beim Bau des Zubringers das „Schutzgut Mensch“höchste Gewichtung erfahren. Im Bereich der gesamten Wohnbebauung Steinfeld und Hausen beispielsweise ist umfassender aktiver Lärmschutz notwendig.

- Bei der Gesamtmaßnahme ist stets auch den Belangen der Land- und Forstwirtschaft Rechnung tragen, wo nötig mit Querungshilfen in Form von Brücken oder Unterführungen; im Bereich des Zubringers müssen entsprechende Durchlässe für das Flur- und Waldwegenetz vorgesehen werden. In diesem Zusammenhang fordern wir darüber hinaus die Vornahme von Betriebsflurbereinigungen für die Landwirte in den betroffenen Gemeinden.

Fazit

Die Weiterführung der Planung für die B26n ist ohne realistische Alternative und wird zügig gefordert. Jahrelange Prüfungen, Alternativuntersuchungen und die sehr differenziert und detailliert vorgenommenen Umweltverträglichkeitsstudien müssten sonst neu aufgenommen werden. Eine Realisierung wäre in höchstem Maße gefährdet, in jedem Falle würden die Planungen um Jahrzehnte zurückgeworfen werden. Bisher getätigte Ausgaben für all die vorgenommenen Untersuchungen wären überflüssig gewesen. Die B26n hat in der jetzigen Situation eine hohe Realisierungswahrscheinlichkeit. Die Neuaufnahme eines vergleichbaren Bauprojektes in den Bundesverkehrswegeplan ist aus bundes-, verkehrs- und finanzpolitischen Erwägungen deutlich unwahrscheinlicher. Außerdem wurde unlängst mit der Aufnahme des Zubringers nach Lohr in den 7.Ausbauplan für die Staatsstraßen in Bayern ein immens wichtiger Schritt getan.“

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