Esselbach

Bald ein Marktplatz im Ortskern?

Die kleine Variante: Der Saal ist im Bestandsgebäude untergebracht, der Anbau fällt entsprechend kleiner aus.
| Die kleine Variante: Der Saal ist im Bestandsgebäude untergebracht, der Anbau fällt entsprechend kleiner aus.

Zwischen der Kirche und dem geplanten Dorfgemeinschaftshaus könnte ein Marktplatz entstehen. Das ging aus der Gemeinderatssitzung am Dienstag hervor, in der Architekt Georg Redelbach einen Zwischenbericht zur Entwurfsplanung vorstellte.

„Esselbach ist ein typisches Straßendorf, es gibt keinen richtigen Ortskern“, erklärte Redelbach den Hintergrund seiner Überlegungen. Um dieses Defizit zu beheben, präsentierte er dem Gemeinderat zwei neue Entwürfe, die sich zwar in Größe und Kosten unterscheiden, die aber eines eint: „Die Idee ist, zwischen Kirche und Dorfgemeinschaftshaus eine Art Marktplatz zu schaffen, einen Ort der Begegnung, an dem sich die Bürger treffen und unterhalten können.“

Der erste Entwurf (Gesamtkosten: 1,7 Millionen Euro; Kosten für die Gemeinde: 1 Million Euro), den Redelbach vorstellte, sieht einen großzügigen Neubau mit Satteldach vor, in dem unter anderem ein 185 Quadratmeter großer Saal untergebracht wäre. Das „Freund-Anwesen“, informierte Redelbach, könne in diesem Fall als Foyer, Garderobe und Lager genutzt werden. Durch eine großformatige Verglasung an der Südseite sei es außerdem möglich, Saal und Dorfplatz wunderbar miteinander zu verschmelzen. Auch eine Anbindung zur Freizeitanlage „Weed“ sei nach wie vor möglich.

Der zweite Entwurf (Gesamtkosten: 1 Million Euro; Kosten für die Gemeinde: 630 000 Euro) hingegen beinhaltet eine wesentlich günstigere Variante, bei der sich der Saal (Größe: 110 Quadratmeter) direkt im Bestandsgebäude befinden würde. Der Anbau würde entsprechend deutlich kleiner ausfallen. „Hier hätten wir zwar ein kompakteres Volumen, allerdings keine Anbindung zum Außenraum“, sagte Redelbach. Auch sei die Sanierung des Bestandes bei dieser Lösung aufwändiger.

Beiden Varianten gemein ist die Idee, das Dorfgemeinschaftshaus – im Gegensatz zur bisherigen Planung – auf einer Ebene zu errichten. Weil das Gelände nach Osten hin stark abfällt, müsse es entsprechend aufgefüllt werden, sagte Redelbach. Eine andere Möglichkeit sei, das Gemeinschaftshaus zu unterkellern. Was die Anbindung angehe, so läge der Fokus nun vor allem auf dem Marktplatz, der entsprechend terrassiert und gestaltet würde. Auch müsste man das Kriegerdenkmal verschieben.

Ratsmitgliedern gefällt Vorschlag

Die Gemeinderäte waren von der Idee, das Gemeinschaftshaus mit einem Marktplatz zu verbinden, geradezu angetan. „So ein Dorfplatz ist eine sehr gute Idee“, befand Jan Eichner. Auch Ernst Dürr pflichtete dem bei: „Das ist genau das, was mir in der ursprünglichen Planung gefehlt hat.“ Und selbst Karl-Heinz Hübner, der bislang stets gegen ein Dorfgemeinschaftshaus plädierte, sagte: „Mit dem, was ich heute gesehen habe, kann ich mich erwärmen.“

Katja Löffler warnte allerdings davor, die Anbindung zur „Weed“ nicht zu vernachlässigen. „Der Fokus liegt zu sehr auf dem Dorfplatz. Ich würde mir wünschen, dass das Gebäude zur Freizeitanlage hin offener ist.“ Auch die ungenügende Parksituation ist den Räten noch ein Dorn im Auge. „Solange wir keine Parkplätze haben, ist das Dorfgemeinschaftshaus eine Falle“, sagte Paul Keil. Werner Bachmann entgegnete, es sei durchaus möglich, auf der Fläche zwischen „Weed“ und Gemeinschaftshaus 40 bis 50 Parkplätze zu errichten.

Mit 13:2 Stimmen entschied sich der Gemeinderat, beide Entwurfsplanungen weiterzuverfolgen. Zudem soll ein Konzept zur Lösung der Parksituation erstellt werden.

Die große Variante: An das „Freund-Anwesen“ schließt sich ein großzügiger Neubau an. Durch eine Glasfront entsteht eine ideale Öffnung zum Marktplatz hin.
Foto: Entwurfsgrafiken: Büro Georg Redelbach | Die große Variante: An das „Freund-Anwesen“ schließt sich ein großzügiger Neubau an. Durch eine Glasfront entsteht eine ideale Öffnung zum Marktplatz hin.
Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Main-Spessart und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Esselbach
Karsten Fehr
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!