Erlenbach

Bambis Rettung aus der Luft

Kitzretter: Sie unternahmen in einem Erlenbacher Jagdrevier erste Probenflüge mit einer Drohne: die Jäger Marc Deivel (links) und Tobias Schreck.
Foto: Günter Reinwarth | Kitzretter: Sie unternahmen in einem Erlenbacher Jagdrevier erste Probenflüge mit einer Drohne: die Jäger Marc Deivel (links) und Tobias Schreck.

Sie sind Piloten, die nicht im Cockpit sitzen und nichts mit Flugplänen und Fluglotsen zu  tun haben. Ihr "Arbeitsplatz" liegt am Rande von blühenden Wiesen und anderen landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Mit Argusaugen beobachten sie nicht den Luftraum, sondern einen Bildschirm, der mit einer Drohne in Kontakt steht, die nach Wärmequellen Ausschau hält und diese an den Piloten an der Fernsteuerung sendet. Richtig glücklich sind die Männer, wenn sie auf ihrem Bildschirm eine Wärmequelle ausgemacht haben, die in der Regel auf ein Rehkitz hindeutet und von suchenden Helfern bestätigt worden ist.

Drohnen-Piloten sind Kitzretter und Lebensretter. Sie suchen nach frisch gesetzten Rehkitzen, die von ihrer Mutter in einer Wiese abgelegt worden und noch nicht mit einem Fluchtinstinkt ausgestattet sind. Dieser Umstand lässt sie noch nicht vor einem Mähwerk das Weite suchen.

Marc-Andre Deivel aus Erlenbach ist Jäger und Vorstandsmitglied der Kreisgruppe Marktheidenfeld im Bayerischen Jäger-und Jagdschutzverband (BJV) sowie Chef einer Truppe, die sich als ehrenamtliches Team die Rettung von Rehkitzen in der Region Marktheidenfeld und im südlichen Landkreis Lohr auf die Fahnen geschrieben hat. Was das Team im vergangenen Jahr geleistet hat, ließ die Fachwelt aufhorchen: Sie retteten 60 Rehkitzen das Leben.

Dank zahlreicher Spenden ist es dem Team um Marc Deivel gelungen, dass in diesem Jahr mit zwei BJV-Drohnen und zusätzlich mit dem privaten Fluggerät von Tobias Harth aus Neustadt geflogen werden kann. Neben den Jagdkollegen Marc Deivel,Tobias Schreck und Christian Schaber gehören in diesem Jahr Peter Scheiner, Peter Deivel und Andre Heißner vom Modellflugverein Karbach zur "fliegenden Truppe". Diese freut sich auch auf eine Zusammenarbeit mit engagierten Tierschützern, die bislang mit der Drohnen-Kitzrettung nicht besonders viel am Hut hatten und mit Begeisterung mit von der Partie sind.

Weil die Frühjahrsmahd vor der Tür steht, stehen die Kitzretter "Gewehr bei Fuß". Mit Spannung warten sie darauf, was ihnen  ein zu Testzwecken zur Verfügung gestelltes "Vergrämungsgerät" liefern wird. Bei diesem Kitzretter anderer Art handelt es sich um eine Technik, die mit Hilfe von akustischen und optischen Signalen auf einer drei Hektar großen Fläche das Rehwild die Flucht ergreifen lässt und damit auch einem Mähwerk entkommen lässt.

Kontaktadresse für Jäger oder Landwirte: Marc-Andre Deivel, Am Unzberg 17, 97837 Erlenbach,  Tel. (01517) 5086 583.

Spendenkonto: BJV Marktheidenfeld - Stichwort Rehkitzrettung -Sparkasse Mainfranken IBAN: DE69 79o5 0000 0240 40 3311 - BIC: BYLADEM1SWU

 

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