Remlingen

Bauausschuss fordert neue Kostenüberprüfung

Sehr deutliche und kritische Worte zur Schlussrechnung der Baumaßnahme "Ortsnetzleitungen Würzburger Straße und Am Karussell" kam aus den Reihen des Bauausschusses, in der Gemeinderatssitzung vom 17. November. Bei einer Vergabesumme von 585 000 Euro wurde von der bauausführenden Firma Zehe Nachträge in Höhe von 228 000 Euro zusätzlich berechnet. Für die Überprüfung stand den Damen und Herren des Bauausschusses, nach Aussage von Gemeinderat Matthias Leikauf (CSU), ein Prüfbericht des Ingenieurbüro Arz zur Verfügung.

Zum Ärger des Gremiums wurde ihnen nur die erste und letzte Seite des achtseitigen Prüfberichtes zur Verfügung gestellt. Ob Versehen oder Absicht konnte nicht abschließend geklärt werden. Die vorherrschende Meinung des Gremiums, dass das Ingenieurbüro doch schon geprüft habe, wurde durch einige Auffälligkeiten erschüttert. Dem Bauausschuss sei eine Position ins Auge gesprungen, bei der für das Zwischenlagern von Bauaushub Kosten im fünfstelligen Eurobereich verrechnet wurde.

Da sich aber nach Informationen des Rates das Zwischenlager auf der Gemarkung Remlingen befand könne wohl etwas nicht stimmen und bedürfe auch jeden Fall der Überprüfung. Bürgermeister Günter Schumacher (Bürgerblock) versicherte, dass alle Leistungen auch erbracht wurden. Kämmerer Manfred Winzenhöler, spielte den Ball weiter. Bei der Vergabe eines Auftrages würde das wirtschaftlichste Angebot berücksichtigt. Würden aber, wie in diesem Fall erst während der Baumaßnahme zusätzliche Aufträge erteilt, so sei die ausführende Firma nicht mehr an die Preise aus der ursprünglichen Auftragsvergabe gebunden.

Schäden erst im Nachhinein entdecken

Tatsachen, die bei sehr vielen Baumaßnahmen im Bereich Renovierung oder Sanierung und auch gerade im Tiefbau immer wieder vorkommen. Oft könne erst beim Öffnen des Grabens Schäden festgestellt werden. Hier sei dann schnelles Handeln des Bürgermeisters gefragt. Diese müssten aber dem Gemeinderat mitgeteilt und wenn nötig auch im Nachhinein genehmigt werden. Klar sei aber auch, und da richtete er mahnende Worte an das Gremium, dass manches im Vorfeld bei genauerer Betrachtung hätte vielleicht schon in der Ausschreibung berücksichtigt werden können oder auch müssen.

Winzenhöler sieht wenig Chancen die Nachträge zu reduzieren oder gar nicht zu zahlen. Hier gebe das Gesetz klar der Baufirma Recht. Enttäuscht zeigten sich einige Räte, dass das Ingenieurbüro Arz vor der Ausschreibung keine bessere Beratung abgegeben habe, um Nachträge zu vermeiden. Auch hier spielte Winzenhöler den Ball zurück und beurteilte die Sachlage mit. "Das Gremium muss sagen was es will, das Ingenieurbüro ist nur ausführend und nicht beratend tätig." Dies geschiehe seiner Erfahrung nach aber selten so.

Überprüfung in den nächsten Wochen

Um eine Förderung durch die Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas) zu erhalten, müsse die Überprüfung und Freigabe der Rechnungen in den nächsten Wochen passieren. Der zu erwartende Zuschuss liege im sechsstelligen Bereich und würde dem Haushalt gut tun. Auf Nachfrage von Gemeinderat Dr. Richard Fischer (CSU) bestätigte der Kämmerer, dass die Förderung auch noch im Jahr 2021 ausgezahlt werden würde.

Die Übermittlung des vollständigen Prüfberichtes und Aushändigung sämtlicher Unterlagen an die Mitglieder des Bauausschusses wurde von Bürgermeister Schumacher für die nächsten Tage zugesichert.

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