Erlenbach

Bekommt Erlenbach einen Umweltbeauftragten?

Umweltschutz war das große Thema der Gemeinderatssitzung: LED-Straßenlaternen sollen bald CO2 sparen, weitere Maßnahmen könnte in Zukunft ein Umweltbeauftragter anstoßen.
Künftig sollen LEDs den Erlenbacher Nachthimmel erhellen. Noch wird allerdings geprüft, ob es dafür Unterstützung vom Staat gibt. (Symbolbild)
Foto: Bayernwerk | Künftig sollen LEDs den Erlenbacher Nachthimmel erhellen. Noch wird allerdings geprüft, ob es dafür Unterstützung vom Staat gibt. (Symbolbild)

Zur Sitzung des Gemeinderats in der Festhalle waren nicht alle Erlenbacher Räte erschienen: Patrick Blumhagen (CSU), teilte Bürgermeister Georg Neubauer mit, sei umgezogen und lebe nun nicht mehr in der Gemeinde. Sein Amt als Gemeinderat musste er daher niederlegen, nachrücken wird für ihn Mona Diener.

Das um eine Person reduzierte Gremium kam am Dienstag zusammen, um über die Straßenlaternen im Gemeindegebiet zu sprechen: Diese müssten in naher Zukunft ohnehin inspiziert werden und es wäre preisgünstig, in diesem Zug alle Leuchtmittel gegen LEDs auszutauschen. 

LED-Beleuchtung spart tonnenweise CO2

Die Umrüstung von 285 Straßenlaternen würde die Gemeinde einmalig 97 000 Euro kosten, rechnete Frank Schneider vom Bayernwerk den Räten vor. Armotisiert hätte sich diese Investition nach etwa sechseinhalb Jahren, denn die LED verbrauchen weniger Strom und auch die Wartungskosten würden reduziert. Zusätzlich könnte die Gemeinde 41 Tonnen CO2 einsparen. 

Sven Liebler (CSU) regte an, einige Lampen nicht umzurüsten, die auf langen, geschwungenen Betonmasten montiert sind – darauf könnte der LED-Aufsatz seltsam aussehen, fürchtete er. Zudem sei die Stromersparnis bei diesem Lampentyp vergleichsweise gering. Auch über Beleuchtung mit Bewegungsmelder wurde diskutiert, doch hier erteilte Schneider eine Absage: "In einer geschlossenen Ortschaft würde ich das nicht machen." Die Leistung der LED würde allerdings nachts zwischen 1 und 5 Uhr auf 50 Prozent reduziert, um so weitere Energie zu sparen.

Eine Entscheidung traf der Gemeinderat am Dienstag nicht, Schneider und Neubauer wollen erst prüfen, ob es für die Umrüstung eventuell Geld aus einem neuen Förderprogramm des Bundesumweltministeriums geben könnte.

Gemeinde übernimmt Kita-Defizit

Schnell erteilte der Gemeinderat seine Zustimmung zu drei Bauvoranfragen: In der Frühlingsstraße soll ein neues Doppelhaus entstehen, im Winterleitenweg ein Wohnhaus einseitig umgebaut werden, sodass eine Dachterrasse entsteht, und in der Gartenstraße wurde der Bau einer Gartenhütte genehmigt. Auch einem Angebot zur Wiederaufforstung des Gemeindewalds für rund 14 800 Euro und der Senkung des Nadelholzpreises um zwei Euro auf 30 Euro stimmte der Rat zu.

Unterstützung sagte die Gemeinde auch dem Tiefenthaler Kindergarten zu, der um die Übernahme eines Defizits von knapp 7600 Euro gebeten hatte. "Die Summe hört sich viel an", so Neubauer, "aber der Kindergarten leistet viel." Seit Jahren habe der Trägerverein nicht um Hilfe gebeten, aber in diesem Jahr hätten sich eben einige Kosten gehäuft.

Umweltbeauftragter soll Aktivitäten koordinieren

Einen neuen Impuls brachte zum Ende der öffentlichen Sitzung Andreas Lannig (Bürgergemeinschaft Tiefenthal) ein: Er regte an, nach dem Vorbild des Marktes Helmstadt in Erlenbach einen Umweltbeauftragten einzustellen. Dieser könnte zusammen mit den Vereinen in Erlenbach viele Aktionen anstoßen, etwa den Ort bepflanzen, Mülleimer aufstellen oder im Mitteilungsblatt Tipps geben. "Wir könnten als Gemeinderat auch mit gutem Beispiel vorangehen und uns an den Projekten beteiligen", schlug Lannig vor. 

Bürgermeister Neubauer und die übrigen Räte waren für Lannigs Idee zunächst offen. Jedoch wand Neubauer ein: "Wir haben in Erlenbach schon sehr aktive Vereine, die Grünflächen verschönern und einen Beitrag zum Artenschutz leisten." Es sei daher wichtig, sich zunächst mit den Vereinen abzustimmen, bevor man einen Umweltbeauftragten einstelle.

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