Gemünden

Berufsinformationstage: Was soll aus mir werden?

Welchen Beruf soll ich ergreifen? Viele Jugendliche nutzten die Gelegenheit auf der Berufsinformationsbörse in der Scherenberghalle in Gemünden und informierten sich über ihre Möglichkeiten. Unser Bild entstand am Stand des Klinikums Main-Spessart.
Foto: Klaus Gimmler | Welchen Beruf soll ich ergreifen? Viele Jugendliche nutzten die Gelegenheit auf der Berufsinformationsbörse in der Scherenberghalle in Gemünden und informierten sich über ihre Möglichkeiten.

Welcher Beruf ist der richtige für mich? Was soll aus mir werden? Die Berufswahl gehört zu den wichtigsten Entscheidungen im Leben. Doch was sind meine Neigungen, was entspricht meinen Fähigkeiten? Schüler und Jugendliche können sich auf den 19. Berufsinformationstagen (BIT) in Gemünden über die vielen Möglichkeiten informieren, die sie haben. Schon an diesem Freitag nutzen 1400 Schüler dieses Angebot.

Die Scherenberghalle platzte aus allen Nähten. Über 70 Unternehmen, Verbände und Innungen stellten mehr als 300 Ausbildungsberufe, Fachschul- und Studienangebote vor. „Die Messe zeigt die Vielfalt unseres Landkreises“, sagte Landrat Thomas Schiebel zur Eröffnung. Sie wurde in diesem Jahr von Sven Kelber von der AOK und Holger Steiger vom Landratsamt koordiniert, nachdem das alte Team mit Manfred Goldkuhle und Eberhard Döll an der Spitze im vergangenen Jahr nach langem Einsatz zurückgetreten ist.

Arbeitslosenquote liegt bei 2,2 Prozent

Zur Eröffnung gab es diesmal eine Podiumsdiskussion, zu der Vertreter von Verbänden und Unternehmen geladen waren. Martin Heilmann, Leiter der Agentur für Arbeit in Lohr, verwies dabei auf die mit 2,2 Prozent günstige Arbeitslosenquote in Main-Spessart. 1600 Arbeitslose stünden 1000 offene Stellen gegenüber. Wichtig sei, dass diese zusammenfinden. Heilmann appellierte an die Arbeitgeber, Abstriche bei der Qualifizierung zu machen.

Dies zeigt den Wandel, in dem sich der Arbeitsmarkt befindet. Es ist gar nicht lange her, dass die Bewerber froh waren, eine Lehrstelle zu finden. Jetzt ist die Auswahl groß. Die Unternehmen klagen über zu wenig geeignete Bewerber. Walter Heußlein, Präsident der Handwerkskammer Unterfranken, bestätigte, dass es viele offene Stellen gebe, die nicht besetzt werden können.

Ausbildungsmarkt ist leer gefegt

„Leer gefegt“ sei der Markt, sagt auch Lukas Kagerbauer, Bereichsleiter Ausbildung der IHK. Es drohe ein Fachkräftemangel, den er als das größte Risiko für die Konjunktur bezeichnete. Daher sind nach den Worten von Horst Keller, Direktor der AOK Bayern, die Berufsinformationstage eine ausgezeichnete Plattform, das Unternehmen mit ihrer Ausbildung zu präsentieren.

Der Wandel auf dem Arbeitsmarkt hat daher auch die Messe verändert. Diese hat früher den Jugendlichen zur beruflichen Orientierung gedient. Jetzt ist festzustellen, dass die Firmen und Institutionen immer mehr die Messe nutzen, um für ihren Berufszweig zu werben und ihren Bedarf an Auszubildenden zu decken.

Davon profitieren die Jugendlichen. Viele Möglichkeiten stehen ihnen offen, die Entscheidung für den richtigen Beruf ist dadurch nicht einfacher. Die Stände waren gut besucht. Die Aussteller beantworteten viele Fragen und gaben erste Einblicke in ihren Beruf und die nötigen Voraussetzungen dazu. Zu sehen waren viele Jugendliche, die mit Prospektmaterial nach einem ersten Rundgang zusammenstanden und diskutierten.

Auszubildende geben Einblick

„Die Informationstage sind sehr wichtig“, meint beispielsweise Susanne Roth. Sie ist Ausbilderin bei der Raiffeisenbank Main-Spessart und ist mit vielen Auszubildenden am Stand vertreten, die den Interessierten gerne von ihrer Lehre erzählen. „Klar, viele laufen vorbei, aber es gebe Bewerber, die sich ausdrücklich auf das nette Gespräch an unserem Stand beziehen“, sagt sie.

Ähnlich äußert sich Josef Hartmann von Düker in Karlstadt. Das Unternehmen hat in vielen Bereichen Ausbildungsplätze zu vergeben. Er empfiehlt Interessierten gerne ein Praktikum. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht.

Für die duale Ausbildung, verbunden mit einem Studium wirbt hingegen Ausbilder Eberhard Hepp von Schneider Electric in Marktheidenfeld. Damit sorgt das Unternehmen selbst für den Nachwuchs bei den Ingenieuren. Die Ausbildung ist in diesem dualen System sehr praxisbezogen und Hepp muss keine Angst haben, wie er sagt, dass „sich seine Ingenieure mit dem Schraubenzieher verletzen“.

Der Samstag ist der Info-Tag für Eltern und Schüler. Bei freiem Eintritt können sie sich von 9 bis 13 Uhr an den Ständen der ausstellenden Unternehmen, Verbände oder Schulen informieren.

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