Bischbrunn

Bischbrunn: Bürger sollen in Solarpark investieren können

Auf zehn Hektar soll ein Solarpark enstehen. Der Gemeinderat hat sich erneut mit Bedenken und Hinweisen dazu beschäftigt. Der Bauerverband findet Planungen nicht gut.
In Bischbrunn soll auf zehn Hektar ein Solarpark entstehen. (Symbolbild)
In Bischbrunn soll auf zehn Hektar ein Solarpark entstehen. (Symbolbild) Foto: Hendrik Schmidt, dpa

In Bischbrunn soll ein Solarpark enstehen. Die Photovoltaik-Anlagen an der Gemarkungsgrenze von Oberndorf sollen bis zu 40 Jahre nutzbar sein und eine Leistung von 9600 Kilowatt erbringen. In seiner Sitzung am Dienstag hat sich der Gemeinderat Bischbrunn erneut mit Bedenken und Hinweisen zu den Planungen auseinandergesetzt. Laut Bürgermeisterin Agnes Engelhardt ging es dabei hauptsächlich um Kleinigkeiten und Formfehler.

Der Bebauungsplan wird in einigen Punkten nun noch einmal entsprechend überarbeitet. Die neue Fassung legt die Gemeinde dann erneut für vier Wochen aus, so die Bürgermeisterin. In dieser Zeit können noch Wünsche und Anregungen abgegeben werden. 

Könnte die Solaranlage womöglich Autofahrer blenden?

Das Landratsamt Main-Spessart führte in seiner Stellungnahme beispielsweise Bedenken zur Verkehrssicherheit an. Die Solaranlage könne das Licht möglicherweise so reflektieren, dass es Personen im Anflugbereich des Flugplatzes Altfeld, im Bereich der vorbeiführenden Autobahn und der südöstlich liegenden BMX-Bahn blendet. Um die Sicherheit zu gewährleisten, schlug das Landratsamt bezugnehmend auf ein Gutachten von Experten vor, die Anlagen südlich auszurichten und die Höhe der einzelnen Module einander anzugleichen. Der Gemeinderat hat beschlossen, diese Punkte in den Bebauungsplan zu übernehmen. 

Größere Probleme mit dem Bau des Solarparks in Bischbrunn hat offenbar der Bayerische Bauernverband. "Grundsätzlich lehnen wir die Bebauung von landwirtschaftlichen Flächen ab, insbesondere wenn es sich – wie hier – um beste landwirtschaftliche Flächen handelt, die aus der Produktion genommen werden", hieß es schon in einer Stellungnahme des Verbands vom März diesen Jahres. Stück für Stück raube der "Flächenfraß im Bereich landwirtschaftlicher Nutzflächen" den Landwirten die Existenzgrundlage.

Schafe sollen zwischen im Solarpark grasen

Bürgermeisterin Engelhardt hält dieser Kritik entgegen, dass sich die Eigentümer der Flächen selbst entschieden hätten, die Flächen zu verpachten. Darüber hinaus werde die Fläche weiterhin auch landwirtschaftlich genutzt. Laut Engelhardt sollen nämlich Schafe auf dem Gebiet des Solarparks grasen. Das sei auch umweltschonend ."Woanders müsste man das Futter erst auf einem eigenen Acker anpflanzen."

Vorhabensträger ist nicht die Gemeinde Bischbrunn, sondern das Unternehmen Main-Spessart-Solar. Positiv sieht Bürgermeisterin Engelhardt das Projekt zum einen, weil dadurch mehr Strom mit erneuerbare Energien erzeugt wird. Zum anderen hätten Bürger der Gemeinde aber auch die Möglichkeit, sich finanziell an der Anlage zu beteiligen und daran Geld zu verdienen, so Engelhardt. Anders als die Firma, die den Solarpark baut, müsse das Unternehmen, das die Anlage betreiben wird, aber erst noch gegründet werden, berichtet die Bürgermeisterin. 

Ein Teil der zehn Hektar großen Fläche, auf welcher der Solarpark entstehen soll, gehört zum Landschaftsschutzgebiet Spessart. Um das Projekt trotzdem umzusetzen, soll diese Fläche aus dem Schutzgebiet herausgenommen werden. Ersatzweise will Bischbrunn dafür Flächen am Krebsbach und im nördlichen Gemeindegebiet in das Landschaftsschutzgebiet aufnehmen. Eine abschließende Entscheidung dazu trifft der Kreistag. 

Weitere Meldungen aus dem Gemeinderat Bischbrunn:

  • Baufortschritt Rosenberg III: Die Asphaltarbeiten sind fast abgeschlossen. Restarbeiten am Pflaster durch Subunternehmen hängen etwas. Restliche Straßenanbindungen und Hofeinfahrten werden angeglichen.
  • Kirchstraße: Die Ein- und Ausfahrt zur Staatsstraße 2312 ist bis Mitte September gesperrt.
  • Bürgerpark: Die vorbereitende Arbeiten zum Neubau des Bürgerparks wurden seitens der Gemeinde unter Mithilfe von Jugendlichen abgeschlossen.
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