PARTENSTEIN

Bürger gestalten ihre Heimat

Oliver Kaiser vom „Naturpark Spessart“ wusste viel zum Start des Leader-Programms im Landkreis zu berichten.
Foto: Simon Donath | Oliver Kaiser vom „Naturpark Spessart“ wusste viel zum Start des Leader-Programms im Landkreis zu berichten.

Einen gelungenen Auftakt konnte Oliver Kaiser vom Verein „Naturpark Spessart“ dem ersten Treffen der „Lokalen Arbeitsgruppe Spessart“ (LAG) in der Grundschule in Partenstein bescheinigen. Unter den rund 90 Anwesenden befanden sich auch 20 Bürgermeister aus dem Landkreis. Bei dem Treffen sollte das EU-Förderprogramm Leader vorgestellt werden.

Als Akronym steht Leader für französisch „Liaison entre actions de développement de l'économie rurale” auf deutsch also „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft”. Ziel des Leader-Konzeptes ist die ökologische und soziale Weiterentwicklung ländlicher Regionen.

Ausgewählte Landkreise sollen später von der EU finanziell zu 50 Prozent unterstützt werden, eine Garantie habe man aber erst, sobald man als Leader-Region anerkannt wurde. Regionalmanagerin Dorte-Meyer Marquart: „Leader ist weit mehr als sich nur auf Fördermittel zu konzentrieren“, denn man wolle unabhängig von der Finanzspritze eine Verbesserung der Region herbeiführen. Egal ob Bürger oder Vertreter aus Politik und Wirtschaft, es kann jeder an Leader mitwirken und so zu einer weiteren Verbesserung der regionalen Bedingungen beitragen.

Wichtige Rolle der Bevölkerung

Laut Kaiser sind die kommunalen Verwaltungen oft überfordert und für die Umsetzung aller Zielsetzungen unterbesetzt, denn genau hier komme das EU-Konzept ins Spiel. Der Bürger übernehme eine wichtige Rolle, kann aktiv bedeutende Entscheidungen für seine Kommune oder seinen Landkreis treffen und wird in Entscheidungsprozesse eingebunden. Es sollen ganze Netzwerke in Dörfern entstehen, die sich mit Themen auseinandersetzen gemäß dem Motto „Bürger gestalten ihre Heimat“.

Mittlerweile deckt Leader ganz Unterfranken bis auf den Landkreis Main-Spessart ab. Der Regionalmanager der Region Main-Viereck, Jürgen Jung, stellte erste Projekte vor, wie das barrierefreie Waldprojekt für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung in Mönchberg und Mespelbrunn, virtuelle Rekonstruktionen der Burgenlandschaften im Main-Viereck oder Buntsandstein als „Erlebnis mit allen Sinnen“ durch Kletterlandschaften und Spielplätze.

Einheitliche Baukultur

In den Arbeitsgruppen zu den Themenfeldern Baukultur, Jugend/Soziales, Wirtschaft/Arbeitsmarkt/regionale Produkte, Freizeit/Tourismus und Holz konnten bereits erste Ansätze für eine Verbesserung der Regionen gefunden werden. Bei der Baukultur bemängelten die Teilnehmer, es gäbe in ihrer Region zu viele Gebäude, die nicht zur Region passten und forderten, leere Gebäude attraktiver zu machen sowie den Einsatz alternativer Energien mehr zu fördern.

In der Kategorie Jugend und Soziales ging es um die Verbesserung von Kinder- und Jugendarbeit, insbesondere sollten mehr Events für Jugendliche organisiert werden. Unter Freizeit und Tourismus stand die intensivere Vermarktung des Naturraumes Spessart zur Diskussion. Jedoch äußerten manche Teilnehmer auch Bedenken wegen einer Schädigung des Spessarts durch Massentourismus.

Es gab noch den Vorschlag zur Einrichtung einer Spessart-App für das Handy, um Wandermöglichkeiten und Burgstandorte kenntlicher zu machen sowie die Errichtung von Aussichtstürmen. Der Lohrer Stadtrat will sich erst im März entscheiden, ob man sich am Programm beteiligt. Wie Brigitte Riedmann, die zweit Bürgermeisterin, erläuterte, befürchtet man eine Doppelstruktur durch das Regionalmanagement des Landrats und dasLeader-Projekt der EU.

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