Lohr

Cura will Dokumentation der Kreuzberg-Wallfahrt verfassen

Nachtwächter Georg Cura arbeitet an einer Dokumentation über die Sendelbacher Kreuzbergwallfahrt.
Foto: Günter Weislogel | Nachtwächter Georg Cura arbeitet an einer Dokumentation über die Sendelbacher Kreuzbergwallfahrt.

Auch beim Lohrer Nachtwächter ist die Laterne erneut ausgegangen. "Ich war wieder ganz gut im Geschäft", berichtet Georg Cura. Der 77-jährige ehemalige Realschullehrer hatte im September bereits sieben historische Altstadtrundgänge absolviert und war im Oktober noch viermal mit Gruppen unterwegs.

Zwar musste er durch die Corona-Beschränkungen dieses Jahres die Touren auf eine Stunde halbieren, mit höchstens 15 Leuten durch Lohr ziehen und unter anderem den Aufstieg auf den Bayersturm auslassen. Die verkürzten Runden, die zuletzt vor allem bei Absolventen der Bildungsstätte der Industriegewerkschaft Metall ein besonders interessiertes Publikum fanden, endeten mit einem Schnaps am "Maulaffeneck", an der Abzweigung der Turmstraße von der unteren Hauptstraße.

Die Glücksgefühle nach jeder gelungenen Veranstaltung fehlen nun. Über alle Teilnehmer wurde bis zuletzt genau Buch geführt. Cura bekommt dazu eine Namens- und Kontaktdatenliste entweder von der Touristinformation der Stadt Lohr oder von der Gruppe selbst. Aber derzeit sind alle Nachtwächter-Aktivitäten ein- und die Hellebarde ist in die Ecke gestellt. "Fertig, aus, es läuft überhaupt nichts", meldet der Nachtwächter-Darsteller. Seine November-Termine mussten alle gecancelt werden. Und er befürchtet, dass dies auch im Dezember so kommen könnte.

Plötzlich waren Angst und Sorgen wieder da. Es sind die alten Sorgen um die Gesundheit aller Beteiligten nach dem sprunghaften Anstieg der Infizierten – auch im Landkreis Main-Spessart. Georg Cura und seine Frau Imelda mussten sich – wie viele andere – rasch an die neue Lage anpassen. Mit Abstand und Maske haben sie aber bei diesem Lockdown noch ihre erwachsenen Kinder besucht.

Die Wortgottesdienste kann der ehemalige Geschichts- und Religionslehrer und Laienvertreter weiter vorbereiten und halten. Seine Wandergruppe macht Pause. Der Bibelgebetskreis bleibt eingestellt. Cura, der gern gestaltet, erfindet und werkelt, fühlt sich fast wie "auf Eis gelegt".

Weihnachten wird je nach Corona-Situation in der Familie gefeiert. Die traditionelle Familienfahrt eines Sohnes nach Spanien muss heuer ausfallen. Im Winter bleibt dem Diplom-Theologen voraussichtlich viel Zeit zum Verfassen der geplanten Dokumentation über die traditionelle und heuer ebenfalls ausgefallene Wallfahrt der Sendelbacher auf den Kreuzberg, den heiligen Berg der Franken.

Der langjährige Organisator und Führer sitzt nach eigenen Angaben vor einer "Unmenge Ordner" mit Material. Inzwischen haben ihm ehemalige Sendelbacher Pfarrer ihre Erlebnisberichte dazugeliefert.

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