Gramschatz

Das Buch der Natur lesen lernen

13 Jugendliche aus aller Welt trafen sich im Walderlebniszentrum Einsiedel bei Gramschatz, um am Aufbau eines künftigen 'Zahlenparks' mitzuarbeiten. Eine Aufgabe war es, Hinweisschilder für die einzelnen Stationen auszusägen und zu bemalen.
Foto: Günter Roth | 13 Jugendliche aus aller Welt trafen sich im Walderlebniszentrum Einsiedel bei Gramschatz, um am Aufbau eines künftigen "Zahlenparks" mitzuarbeiten.

Zwei Wochen lang arbeiteten 13 Jugendliche aus neun Ländern – aus Armenien, China, Frankreich, Griechenland, Italien, Korea, Spanien, Russland und der Türkei – gemeinsam bei einem internationalen Workcamp am Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald. Sie gestalteten dort Stationen des neu entstehenden Erlebnispfades "Zahlenwald".

Gleich zwei Dimensionen tun sich auf im Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald: Zum einen das Erlebnis-Projekt "Zahlenwald - das Buch der Natur lesen lernen", das die Mathematikverlags-Leiterin Gabi Preiß mit ihrem verstorbenen Vater Gerhard Preiß, Professor für Didaktik der Mathematik, erarbeitet hat. Der Zahlenwald umfasst auf einem 1000 Meter langen Rundweg ein reichhaltiges Angebot an Informationen, Tätigkeiten und Spielen, bei denen Zahlen und geometrische Formen im Erlebnisraum Wald entdeckt werden können.

Einstieg in Mathematik mit Natur verknüpfen

"Weil Kinder so oft von vorneherein vor Zahlen erschrecken, wollen wir diese und damit den Einstieg in die Mathematik intensiv mit der Natur verknüpfen", sagt Preiß. Der Waldpädagoge und Förster Wolfgang Graf präzisiert: "Wir spüren im Wald nach, was hat die Natur mit der Zahl Vier zu tun?" Da gibt es natürlich die vier Beine der Säugetiere, während Insekten sechs und Spinnen acht davon haben. Da werden auch Bäume in ihrer Höhe geschätzt und dann mithilfe der Geometrie vermessen.

Wenn der Zahlenwaldparcours im nächsten Jahr fertig sein wird, gibt es acht Stationen wie das Zahlengärtchen oder eine Station, die zur Suche nach bestimmten Mengen (Blätter am Zweig oder gesammelte Zapfen) anregt. Am Erzählplatz können zwölf Baumscheiben nach den Monaten angeordnet werden. Ein Zahlenweg spiegelt dann die Ordnung der Zahlen 1 bis 100 wider.

Arbeiten mit Holz, Stein und Boden

Die Anlage des Zahlenwalds erfordert Arbeitseinsatz. Hier kommen die 14 jungen Leute aus völlig unterschiedlichen Ländern ins Spiel. Da ist die 25-jährige Deutschlehrerin Gohar aus Armenien, die gemeinsam mit der Griechin Lydia die offizielle Leiterin ist. Die Studentin Daria stammt aus Russland, der angehende Chemiker Elgo aus der Türkei und Elisa kommen aus Italien. Sie sind Teil eines internationalen Workcamps und helfen aktiv beim Aufbau des Zahlenwalds. Unter Anleitung von Gabi Preiß wird von Montag bis Freitag täglich für rund sechs Stunden in Kleingruppen mit den Forstleuten des Walderlebniszentrums mit Holz, Stein und Boden gearbeitet. Zuletzt gestalteten die Teilnehmer Hinweis- und Informationstafeln, die als anspruchsvolle Sägearbeiten ausgeschnitten und später kunstvoll bemalt wurden.

Die jungen Leute arbeiten für "Kost und Logis" und haben während der zwei Wochen auch genügend Gelegenheit die Region und die Menschen kennenzulernen. Dabei gab es Besuche in Würzburg, bei der Brauerei in Arnstein und im angrenzenden Kletterwald. Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des Schlossfests in Rimpar und eine Einkehr im Biergarten. Der Förster und Waldpädagoge Graf nahm seine Gäste dann auch noch mit zu einer spannenden Nachtwanderung mit anschließendem Lagerfeuer.

Unterstützt wird die Aktion vom Verein "Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten", dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie vom Förderverein des Walderlebniszentrums mithilfe der "Leader-Förderung".  

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