Rieneck

Das Klavierspiel im Fokus

Lewin Krumpschmid gibt am Freitag ein Solokonzert mit Klavierstücken in Lohr. 
Foto: Tilman Dominka | Lewin Krumpschmid gibt am Freitag ein Solokonzert mit Klavierstücken in Lohr. 

Der 21-jährige Rienecker Lewin Krumpschmid gibt am Freitag in der Alten Turnhalle in Lohr sein zweites abendfüllendes Klavier-Rezital. Seine kleine Programmreihe findet am 23. Dezember beim prestigeträchtigen Kissinger Winterzauber ihren Abschluss. Seinen Lebensmittelpunkt hat der junge Pianist derzeit in Essen, wo er an der Folkwang-Universität Klavierspiel studiert. Welcher Vorbereitungen die Konzertreihe bedarf und wie er sich seine musikalische Zukunft vorstellt, verriet er der Redaktion in einem Telefonat.

Sie widmen sich in Essen nun Vollzeit ihrer Leidenschaft der Musik, beschreiben Sie mal wie dort eine typische Woche für Sie aussieht.

Das Studium sieht so aus, dass man seinen Fokus auf den Klavierunterricht legt. Den hat man einmal in der Woche. Das klingt vielleicht wenig, aber das ist auf jeden Fall genug. Denn nach jedem Klavierunterricht hat man die ganze Woche mit der Nachbereitung zu tun. Man spielt Stücke, die man geübt hat vor und der Lehrer gibt Verbesserungsvorschläge.

Seit wann studieren Sie in Essen und wie gestaltete sich die Aufnahmeprüfung?

Erst seit Oktober. Die Aufnahmeprüfungen sind natürlich sehr schwer und ich hatte es auch an mehreren Hochschulen probiert. Tatsächlich wurde ich an mehreren Hochschulen genommen und habe mich dann für Essen entschieden, weil das Ruhrgebiet kulturell einfach wahnsinnig breit aufgestellt ist. Da sehe ich, als künstlerisch orientierter Musiker, die meisten Möglichkeiten, sich dort was aufzubauen.

In "Opus 1" haben Sie bereits ein Album abseits der klassischen Musik aufgenommen, ist diesbezüglich noch mehr in Arbeit?

Ich habe mich jetzt entschlossen, meinen Fokus auf Klavier zu legen, was für meine anderen musikalischen Projekte bedeutet, dass die jetzt mal das Nachsehen haben. Aber ganz außen vor sind sie natürlich nicht. Ich versuche schon immer alle Bereiche, in denen ich aktiv bin, warm zu halten. Ich glaube, in der heutigen Zeit ist es besonders schwer, gerade mit klassischer Musik seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und darum geht's ja auch. Deswegen ist es wichtig, breit aufgestellt zu sein.

Auf Ihrer aktuellen Tour wird's wieder "klassisch", wie haben Sie das Programm zusammengestellt?

Man erarbeitet ja im Laufe der Zeit verschiedenste Musikstücke und davon habe ich einfach die, die mir am besten gefallen haben und die ich am meisten mitempfunden habe, rausgesucht und noch einmal detailliert ausgearbeitet.

Mussten Sie die Stücke dafür noch einmal intensiv proben?

Ich hatte die meisten Stücke irgendwann einmal gespielt. Aber selbst, wenn man ein Stück einmal gut konnte, muss man es wieder üben, wenn man es vorspielen will. Das Programm musste ich jetzt also intensiv vorbereiten, ja. Ich spiele alles komplett auswendig.

Als persönlicher Anreiz oder fällt ihnen das freie Spiel leicht?

Im Grunde verbindet sich beides. Mir fällt es leicht und der Reiz für mich ist dabei, dass ich so viel freier und spontaner spielen kann.

Zeigte sich im Vorfeld Ihrer ersten eigenen Konzertreihe auch so etwas wie Lampenfieber?

Ich bin am Anfang leicht angespannt, aber sobald ich den ersten Ton spiele, ist alles weg und die Musik steht im Vordergrund. Man merkt wenn man was im Publikum bewirkt, wie sich eine Verbindung zwischen Publikum und Pianisten aufbaut und das ist einfach ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Letzte Woche in Wernfeld habe ich mich auf das Konzert gefreut, so wie ich mich auf die Konzerte in Lohr und Bad Kissingen freue. Wenn man sich auf etwas freut ist alles viel entspannter.

Lewin Krumpschmied
Erste musikalische Schritte: 2003 begann Lewin Krumpschmid mit fünf Jahren den Klavierunterricht bei Mathias Weis an der Gemündener Sing- und Musikschule: "Da bin ich super gefördert worden."
Preisgekrönt: Seinen größten Erfolg bei "Jugend musiziert" feierte Krumpschmid im vorigen Jahr durch die Teilnahme am Bundeswettbewerb. Weitere Projekte: Unter dem Künstlernamen "Leen Kainum" produziert der junge Rienecker elektronische Musik und veröffentlichte im Jahr 2016 sein erstes Album "Opus 1". Außerdem ist er Keyboarder der Band "Moona", deren sechs Mitglieder aus allen Ecken Deutschlands stammen und sich daher auf Hannover als Probeort geeinigt haben. Auch einen studentischen Kurzfilm hat er bereits vertont.
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