Das Mittelalter lässt grüßen

LOHR Auf der breiten Masse wohl eher unbekannten Instrumenten aus dem Mittelalter spielten die vier Musiker der Gruppe "Triskilian" gekonnt einen mitreißenden Mix aus mittelalterlichen Pilgerliedern, jüdisch-sephardischen Gesängen, schwedischen Tänzen und arabischen Rhythmen. Ein passendes Ambiente bot dazu der Gewölbekeller des Weinhauses Mehling in Lohr.
Enthusiasmus pur bot die Band       -  Enthusiasmus pur bot die Band 'Triskilian' mit ihrem Konzert auf mittelalterlichen Instrumenten.
Foto: FOTO ROTH | Enthusiasmus pur bot die Band "Triskilian" mit ihrem Konzert auf mittelalterlichen Instrumenten.
Einzigartig in Deutschland ist die Besetzung der Gruppe Triskilian mit drei Schlüsselfiedeln. Dieses mittelalterliche Instrument, das bei fast allen Stücken zum Einsatz kam, ähnelt in Form und Klang einer indischen Sitar und wird heute vorwiegend in Schweden gebaut. Der Ton wird bei diesem Instrument mit einem Streichbogen erzeugt. Zu Beginn thematisierten die vier Virtuosen mittelalterliche Liebesgesänge. Besonders faszinierend war dabei, dass Triskilian alle Stücke auswendig spielte und zeitweise mehrstimmig dazu sang.

Dass die auf der Bühne tanzenden Musiker mit ganzem Herzen bei der Sache waren, blieb keinem der Zuschauer verborgen. Die heiteren, rhythmisch betonten und tänzerischen Stücke regten das Publikum bisweilen sogar zum "Mitklatschen" an. An Exzentrik nicht zu überbieten, war ein mehrstimmig gesungenes weltliches Liebeslied von Oswald von Wolkenstein, dem letzten Minnesänger. Bezeichnend für den weit gereisten "Casanova" war die Tatsache, dass er seine Minnengesänge auch Damen aus unteren Gesellschaftsschichten darbot. Dabei verwendete er in jedem Satz sieben verschiedene Sprachen - ein bizarres Klangerlebnis. Schließlich entführten die Spielleute das Publikum in der Besetzung mit zwei Harfen, Flöte und Gesang in die orientalische Welt und ernteten tosenden Applaus. Auch eigene Kompositionen standen auf dem Programm. Im Zuge der Streitigkeiten einiger Historiker über den Ort des Grabes des weltberühmten König Artus hat Dirk Kilian ein sinnliches mit Humor gespicktes Stück geschrieben. Der Ort, wo Artus schläft, befindet sich demnach auch im Schwingen einer Saite und im Geruch feuchter Erde. Die temperamentvollen Musiker spielten bei ihrem Auftritt unter anderem auch auf Schalmeien - das ist einer Vorläuferin der Oboe - Drehleiern und Dudelsäcken. Der fast nicht enden wollende Applaus der rund 60 Besucher veranlasste die extravaganten Individualisten am Ende zu drei Zugaben.

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