Karlstadt

„Das Schönste an Karlstadt waren die Menschen“

Keine Berührungsängste: Ein evangelischer Pfarrer auf der Kanzel einer katholischen Kirche ist bei der gelebten Ökumene kein Problem. Stadtpfarrer Simon Mayer (rechts) schenkte seinem scheidenden Kollegen Paul Häberlein eine Fotografie als Beleg für diese Zusammenarbeit.
Foto: Roth | Keine Berührungsängste: Ein evangelischer Pfarrer auf der Kanzel einer katholischen Kirche ist bei der gelebten Ökumene kein Problem.

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der St. Johannis-Kirche wurde Pfarrer Paul Häberlein im Beisein vieler Amtskollegen nach zwölfjährigem Wirken in Karlstadt verabschiedet. Wie berichtet, wird er künftig in Mainbernheim als Seelsorger tätig sein. „Wir haben hier oft gemeinsam Gottesdienst gefeiert, mal mit vielen, mal mit wenigen Besuchern. Aber ich durfte immer mithelfen, den Menschen das Senfkorn des Glaubens ins Herz zu legen – welch ein Geschenk.“

Pfarrer Häberleins letzte Predigt in Karlstadt war voller Emotionen und guter Erinnerungen an die zurückliegenden Jahre, die er als sehr schöne Zeit empfunden hatte. Das Schönste an Karlstadt aber seien die Menschen gewesen, beteuerte er und die Erkenntnis, dass jeder Mensch es wert sei, sich seiner anzunehmen.

Auch die Geschichte seiner evangelischen Gemeinde in der Stadt, besonders die der berühmten vier Humanisten, hätte ihn stets sehr interessiert und er betonte, Karlstadt könne stolz auf seine Geschichte sein, in der oft bewiesen wurde, dass der Glaube die Kraft hat, Mauern einzureißen und Grenzen zu überwinden.

Häberlein blickte auch zurück auf seine baulichen Aktivitäten bezüglich der Kirchenrenovierung und des Kindergarten-Neubaus, auf die vielen tatkräftigen Gruppen innerhalb seiner Gemeinde und auf die zahlreichen Aktionen zur Ökumene sowie die Begegnungen mit anderen Religionen. Als großes Geschenk hob er auch die erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb seiner Dekanats in der Region West hervor.

Die Dekanin Dr. Edda Weise bezeichnete Pfarrer Häberlein als den idealen Pastor, der als Nachfolger des „Guten Hirten“ Christus viel geleistet habe. Durch sein eifriges Wirken habe er die kirchliche Arbeit in Karlstadt wesentlich verbessert. Als stellvertretender Dekan war er auch für Repräsentationen, Beurteilungen und Ausbildungen zuständig. Als engagierter Seelsorger habe er mit den Menschen auch die Tiefen des Lebens ausgehalten.

In einem Gedicht ließ Eva-Maria Eisele vom Kirchenvorstand St. Johannis das Wirken ihres Pfarrers Revue passieren. Obwohl ein Pfarrer nach Martin Luther aufhören solle, wenn man ihn am liebsten hört, war für sie klar: „Schade, dass Sie gehen.“

Zahlreiche Ehrengäste ließen es sich nicht nehmen, den Pfarrer mit einem Grußwort zu verabschieden. Bürgermeister Paul Kruck sagte Dank für das segensreiche Wirken und die vielen Gelegenheiten, bei denen stets das richtige Wort am richtigen Platz gewesen sei. Als stellvertretender Landrat betonte Harald Schneider, Häberlein sei ein richtiger Karschter geworden, der durch Geradlinigkeit im Glauben und lebensnahe Predigten viel Anerkennung erworben habe. Häberleins katholischer Kollege, Stadtpfarrer Simon Mayer, bedauerte die kurze gemeinsame Zeit. Die gesammelten Erfahrungen hätten eigentlich Lust auf mehr gemacht. Als Abschiedsgeschenk überreichte er eine Fotografie, die den evangelischen Pfarrer in der katholischen Andreaskirche auf der Kanzel zeigt.

Weitere Grußworte sprachen Pfarrerin Eva Thelen, Christof Rösel für die Schulen, Manfred Brust und Alexander Hofmann für die Karlstadter Feuerwehr, Bernd Maier vom Förderkreis St. Andreas und der Architekt Alfred Wiener. Mit lang anhaltendem stehenden Applaus würdigten die Besucher das Wirken ihres Pfarrers Häberlein. Mit frischen Liedern nahmen die Kindergartenkinder Abschied von ihrem Pfarrer. Das Flötenensemble unter der Leitung von Manfred Haase hatte die musikalische Begleitung übernommen.

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