Karlstadt

Dekoratives Behördenschild schmückt wieder die Polizei

Das historische Schild 'Königlich-Bayerische Gendarmerie-Station' wurde nach seiner Restauration durch den verstorbenen Polizisten Bernd Maier wieder über dem großen Eingangstor der Polizei Karlstadt aufgehängt. Von links: Irene Maier, Bürgermeister Michael Hombach und im Arbeitskorb Malermeister Friedel Buchmann und Karlstadts Polizeichef Thomas Miebach. 
Das historische Schild "Königlich-Bayerische Gendarmerie-Station" wurde nach seiner Restauration durch den verstorbenen Polizisten Bernd Maier wieder über dem großen Eingangstor der Polizei Karlstadt aufgehängt. Von links: Irene Maier, Bürgermeister Michael Hombach und im Arbeitskorb Malermeister Friedel Buchmann und Karlstadts Polizeichef Thomas Miebach.  Foto: Jürgen Kamm

Seit Montag schmückt ein dekoratives Schild "Gendarmerie-Station" wieder das Dienstgebäude der Polizei in Karlstadt. Der verstorbene frühere Leiter der Inspektion Bernd Maier ließ es vor 20 Jahren anfertigen, als Karlstadt seinen 800. Geburtstag feierte. Damals schlüpften er und einige Polizisten für die Feier sogar in historische Uniformen. 2002 wurde es aufgehängt. Nach zehn Jahren nahm er es wieder ab, um es professionell restaurieren zu lassen, denn die Witterung hatte dem Schild bereits zugesetzt.

Es sei ein Herzenswunsch ihres Mannes gewesen, dass das Schild wieder an seinen angestammten Platz über den großen Eingangstor kommt, berichtete Irene Maier. Selbst auf der Palliativstation habe er sie noch gebeten, sich um sein "Vermächtnis" zu kümmern. Das Schild hat ein historisches Vorbild und wurde per Abdruck von einem 1912 gemachten Schild gefertigt. Ein solches hing vermutlich schon einmal bis 1918 über der Eingangstor. Nach dem Ersten Weltkrieg soll es durch ein schlichteres ersetzt worden sein, das US-Soldaten 1945 mitgenommen haben sollen.

Aus eigener Tasche bezahlt

Den Abdruck habe ihr Mann damals selbst mit Farben bemalt, berichtete Irene Maier zur kurzen Geschichte des neuen alten Schildes. Das trotzte der Witterung immerhin rund zehn Jahre. Die jetzige neue Fassung stammt vom bekannten Kirchenmaler und Restaurator Josef Geißler, er verarbeitete dafür sogar Blattgold. Wichtig ist der Witwe, dass Bernd Maier das aus eigener Tasche bezahlte und nicht aus Spenden für die Sanierung des Karlstadter Kreuzweges, die er auch erfolgreich in Angriff genommen hatte.

Der heutige Leiter der Polizei, Thomas Miebach, erinnert sich noch gut an das Engagement seines Vorgängers. Und an den Kampf mit dem Amt für Denkmalschutz, denn das Polizeigebäude ist ein Denkmal. Auch jetzt habe es einiger Genehmigungen bedurft, um das Schild wieder aufzuhängen, am gleichen Platz und unter Verwendung der alten Löcher in den Fachwerkbalken. Er konnte auch berichten, dass das Schild ein beliebtes Fotomotiv von Touristen war. Und dass es ein Glücksfall für die Stadt sei, dass sich der Staat um das historische Gebäude kümmere, wo jede kleine Änderung viel Geld verschlingen kann. So habe der Einbau der Sicherheitsschleuse vor drei Jahren 110 000 Euro gekostet.

Vorbildliches Engagement

Bürgermeister Michael Hombach konnte sich nur bedanken. Er lobte posthum das vorbildliche bürgerschaftliche Engagement von Bernd Maier nach dem Motto "Das ist meine Stadt, für die lebe ich". Die Stadt unterstützte die Aktion unbürokratisch über den Bauhof. Andre Vollmuth hob Thomas Miebach und den Malermeister Friedel Buchmann mittels Gabelstapler und Arbeitskorb sicher in die Höhe, damit das Schild wieder festgeschraubt werden konnte.

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