Mittelsinn

Deportierte Juden: Ein Denkmal aus Koffern in Mittelsinn

Ein kleiner Güterbahnhof, der sogenannte Aumühl-Ladehof in Würzburg, war der zentrale Ort der Deportationen von Juden in Unterfranken durch die NS-Gewaltherrschaft. Hier musste der größte Teil der hier noch lebenden Juden in den Jahren 1941–1942 die Züge in die Konzentrationslager besteigen, sagte ein sichtlich betroffener Bürgermeister Peter Paul in der Gemeinderatssitzung.

Die Würzburger Projektgruppe „Wir wollen uns erinnern“ hat sich der Geschichte angenommen und möchte unter dem Motto „Unterfranken gedenkt seiner deportierten Juden“ am Aufgang zum ehemaligen Ladebahnhof Aumühle ein wachsendes Denkmal aus Gepäckstücken schaffen. Jede unterfränkische Gemeinde, in welcher Juden lebten, wird gebeten, sich mit einem Gepäckstück an dem Denkmal zu beteiligen und ein zweites im eigenen Ort aufzustellen. Auch die Kommunen ohne jüdische Gemeinden sind zum Mitmachen und zu finanziellen Beiträgen aufgerufen, erklärte Paul das Projekt.

Kinder bauen Denkmal

In der Diskussion verständigte man sich, dass Gemeinderat und Schreinermeister Alexander Otte mit Kindern im Rahmen des Ferienprogramms ein passendes Objekt baut, welches an der Aumühle die Ausstellung bereichern soll. Ein zweites Exemplar soll in Mittelsinn aufgestellt werden und an die recht große jüdische Gemeinde erinnern.

Dem Bauantrag von Jasmin Göbel und Jonas Christ (Aura), die im Baugebiet „Auraer Grund“ einen Wohnhausneubau planen, erteilte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen. Der Bürgermeister bedauerte, dass die Flüchtlingsberatung der Caritas nicht mehr in Burgsinn, sondern nur noch in Gemünden stattfindet. „Leider muss dann die recht große Anzahl der in Mittelsinn untergebrachten afghanischen Flüchtlinge mit dem Zug nach Gemünden fahren, während sie nach Burgsinn mit dem Fahrrad kamen“.

Postbank bleibt zu

Nach Beschwerden aus der Bevölkerung wegen der Schließung der Postbankfiliale in Obersinn wandte sich Peter Paul schriftlich an das Kreditinstitut. Die Antwort fiel fast wie erwartet aus: Die Schließung bleibt aus wirtschaftlichen Gründen aufgrund der zu geringen Nutzung bestehen.

Die „Schattenbergstraße“, die Verlängerung der Straße vom Ende der Flurstraße Richtung „Tanzplatz“, bedarf dringend einer Belagerneuerung. Um die Baulast eindeutig abzuklären, findet am 23. Januar ein Gespräch mit dem Bürgermeister, Forstbetriebsleiter Bayerische Staatsforsten Hammelburg Daniel Zippert und den beiden Revierleitern Müller-Wirth und Schlegel statt.

Schilder sind Dorn im Auge

Nachdem zwei weitere Firmenansiedlungen im Gewerbegebiet „Auwiesen“ erfolgten und diese mit einem Werbeschild auf ihre Firma hinweisen möchten, sollte die Gemeinde reagieren. Peter Paul sind jedoch die vielen Einzelschilder unterschiedlichster Größe ein Dorn im Auge. Aus diesem Grund möchte er die neue Sammelwerbeanlage in Frammersbach in Augenschein nehmen. Dann soll das Gremium entscheiden, ob ein solches Exemplar auch für Mittelsinn eine passende Lösung darstellen kann.

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