Retzstadt

Der Frühling kommt: Im Retzstadter Wald summt und brummt es

Eine Hummel auf Seidelbast.
Foto: Katja Sander | Eine Hummel auf Seidelbast.

Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings den Waldboden erwärmen, ist auch Revierleiter Werner Trabold vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt (AELF) wieder regelmäßig an den schönsten Stellen seines Revierteils Retzstadt anzutreffen. Hier wachsen viele seltene Orchideenarten, heißt es in einer Pressemitteilung des AELF. Jetzt, zum Frühlingsbeginn, zeigen sich der lilafarbene Seidelbast, Frühlingsfingerkraut, Küchenschellen und viele Frühjahrsgeophyten.

"Das sind die Pflanzen, die noch vor dem Laubaustrieb am Waldboden erscheinen und ein buntes Meer betörender Blüten bilden", erklärt Trabold. Von Buschwindröschen, Frühlingsplatterbse, Schlüsselblume, dem giftigen Aronstab, Scharbockskraut bis hin zu dem selteneren Gelben Windröschen ist in seinem Revier alles anzutreffen.

Die Natur braucht Insekten

Doch nicht nur Pflanzen entdeckt man am Waldboden. Es krabbelt und summt überall, wenn die ersten Insekten nach der Winterpause wieder aktiv werden. "Insekten sind für die Natur überlebensnotwendig. Über 80 Prozent unserer Pflanzenarten werden von Insekten bestäubt. Sterben die Insekten, so sind auch Pflanzen und ganze Lebensgemeinschaften bedroht", wird Trabold in der Mitteilung zitiert. Im Wald setzt der Artenspezialist deshalb auf Baumartenvielfalt, Totholz und Strukturreichtum.

Werner Trabold zeigt den Seidelbast im Retzstadter Wald.
Foto: Katja Sander | Werner Trabold zeigt den Seidelbast im Retzstadter Wald.

Im Retzstadter Wald kann man das gut sehen. Alle heimischen Baumarten sind hier anzutreffen. "Die Mischung macht's", erklärt der staatliche Revierleiter. Ein gemischter Wald ist besser gegen den Klimawandel gerüstet, während das Totholz als Wasserspeicher fungiert. So sind auch die selteneren Baumarten wie Elsbeere, Wildbirne, Wildapfel, Mehlbeere und Speierling in seinem Revier anzutreffen. Damit diese Bäume nicht versehentlich verwechselt werden, sind sie mit einem Farbring gekennzeichnet. "Natürlich haben wir auch noch kleinere Waldbestände, die von Fichten und Kiefern dominiert werden. Diese wurden jedoch schon längst mit standortangepasstem Laubholz ergänzt, sodass sich auch dort ein Mischwald entwickeln kann."

Revierleiter seit 30 Jahren

Bereits seit über 40 Jahren ist Werner Trabold Revierleiter bei der Bayerischen Forstverwaltung, seit fast 39 Jahren ist er auch für den Retzstadter Wald zuständig. In wenigen Wochen geht er in den Ruhestand. "Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten viel im Wald erreicht", berichtet Trabold. "Waldabteilungen wurden durch Wegebau erschlossen, Reinbestände wurden in Mischbestände umgebaut, Totholz angereichert und Waldränder gestaltet. Außerdem haben wir einen Waldlehrpfad eingerichtet, der sehr gerne genutzt wird."

Naturschutz ist für Trabold eine Herzenssache. "Forstwirtschaft und Waldnaturschutz sind schon seit langem untrennbar miteinander verbunden. Jetzt fordert der Klimawandel die Wälder weltweit heraus. Naturnah bewirtschaftete, gut durchmischte Wälder haben die größten Chancen damit zurechtzukommen." Davon ist Trabold überzeugt.

Deshalb empfiehlt er die gleichen Konzepte auch im Privatwald. Durch die langen Wachstumszeit-räume der Bäume gilt es, frühzeitig damit zu beginnen, den Wald klimafit zu machen. Auf der Fränkischen Platte ist der Klimawandel bereits in vollem Gange und wie so oft, ist es auch in diesem Frühjahr schon wieder viel zu trocken, heißt es abschließend in der Mitteilung des AELF.

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