Karlstadt

Der OGV Karlstadt und die Patenschaftsbäume

Das Archivbild zeigt einen Teil der Landschaftspflegegruppe des OGV Karlstadt.
Foto: Archivfoto Rita Pfaff | Das Archivbild zeigt einen Teil der Landschaftspflegegruppe des OGV Karlstadt.

Der Ursprung der Patenschaftsbäume liegt im Jahr 1973. Damals als Aktion „Baum für das Jahr 2000“ entstanden, später mehr als Aktion „Baum 2000“, bekannt.

Es begann im Herbst 1973, als mit Zustimmung der Stadt Karlstadt und von Stadtpfarrer Paul Steinert, Reinigung und Begrünung des Stationsweges angegangen wurde. Die erste offizielle Baumpflanzung fand am 22. März 1974 statt.

Am 17. Juni 1975 waren bereits 100 Bäume und Sträucher von Bürgern der Stadt gespendet worden und wurden als Geschenk der Stadt zu ihrem Gründungsfest „775 Jahre Karlstadt“ übergeben. Zug um Zug wurden am Stationsweg an die 200 Bäume gepflanzt und mit den Patenschaftsschildern kenntlich gemacht.

Baumfrevel erlebte der Verein im April 1976. 118 junge Bäume wurden angesägt. Davon sind 20 eingegangen, der Rest konnte durch fachkundige Pflege gerettet werden.

Eine groß angelegte Baumpflanzung unterhalb des Saupurzels fand im März 1981 statt. Im November 1984 wird Karlstadt als baumfreundlichste Gemeinde im Landkreis Main-Spessart ausgezeichnet. Im Mai 1985 wurde der Akazienweg bepflanzt und an die Stadt übergeben.

Im Herbst 1985 begannen der Gartenbauverein, die Stadt Karlstadt und einige Bürger, am Fuße des Saupurzels einen begrünten Parkplatz und ein Trockenbiotop zu gestalten. Ein großer Radlader der Zementfabrik bewegte die Erdmassen. Die Firmen Ehrenfels, Fleischmann, Liebstückel und Rösch baggerten die Pflanzlöcher. Bei der Übergabe an die Stadt, am Tag des Baumes 1986, waren am Parkplatz 135 großkronige Bäume, 800 verschiedene Sträucher und Stauden sowie 55 kleinere Bäume als Beipflanzung gesetzt; am Trockenbiotop 76 großkronige Bäume und 500 Meter Heckengehölze gepflanzt sowie 1500 Quadratmeter Blumenwiese angelegt. Bürgermeister Werner Hofmann sagte seinerzeit: „Aufgrund der Baumspenden haben sich die Kosten der Anlage um 40 000 DM gesenkt“.

Da die Anlage bereits nach einem Jahr komplett bepflanzt war, musste neues Gelände für weitere Patenschaftsbäume erschlossen werden. So entstand 1987, oberhalb des begrünten Parkplatzes, der neue „Hochzeit- Geburten- und Jubiläumsbaumplatz“.

Die Kreissparkasse überraschte den Landkreis mit einer Großspende von 150 Bäumen. Die Kreisstadt erhielt davon 20 Bäume. Von der Idee „Baum 2000“ hatte somit ganz Main-Spessart profitiert.

Als Arkadius Maasz 1992 die Staatsmedaille für Verdienste um die bayerische Landschaft überreicht bekam, hatte sich die Anzahl der gepflanzten Bäume auf mehr als 1300 erhöht.

Der im Mai 2016 verstorbene Walter Götz war langjähriger zweiter Vorsitzender und Baumwart des Vereins. Aus seinen Aufzeichnungen plus der neueren Pflanzungen ergibt sich ein Bestand von circa 1600 Bäumen mit Schildern, einige Bänke, zahllose Beipflanzungen, 500 Meter Heckengehölze und 23 Kletterrosen an der Stadtmauer.

Auf Initiative des OGV Karlstadt und des Vorsitzenden Arkadius Maasz wurden aber auch folgende Leistungen erbracht: Bau des Aussichtstempels, Verlegung von zwei Kreuzwegstationen, gemauerte Einfriedungen aus Naturstein am Stationsweg und am Saupurzel, Hinweistafeln, Errichtung des Indianerforts, Trimm-Dich-Pfad im Tannenwald, Errichtung des Kreuzes mit Christusfigur im Ostfriedhof.

Die Feuerwehr Karlstadt und die Stadtgärtnerei haben in trockenen Jahren auf trockenem Saupurzelboden mit Wasser nachgeholfen.

Am 1. Dezember 2001 verstarb Arkadius Maasz. Seine Nachfolger Franz Biener, Jürgen Spies und Franz Herold führten die Baumpatenschaften fort. Sie unterstützten die Stadt, als Eigentümer der Bäume und Errichtungen, bei den pflegerischen Maßnahmen und organisierten das gesellschaftliche Leben des rührigen Vereins.

Der Saupurzel ist für die Karlstadter Bevölkerung das beliebteste Naherholungsgelände. Spaziergänger, Sportler und Hundeführer nutzen die von Bäumen gesäumten Wanderwege. Nicht zuletzt wird alljährlich das „Umsonst & Draußen“ Festival dort auf dem großen Parkplatz ausgetragen.

Auch in der Altstadt, entlang des Mains vom Fußballplatz bis zur alten Kläranlage, finden sich Pflanzungen, welche auf die Aktion „Baum 2000“ zurückzuführen sind.

Der Verein wird nächstes Jahr 140 Jahre alt und hat derzeit rund 240 Mitglieder. 

Neue Mitglieder und Baumpatenschaften sind willkommen. Eine Patenschaft kostet zwischen 50 und und 100 Euro, inklusiv beschriftetem, wetterfestem Schild. Bei Interesse bitte bei Rudi Pfaff Tel.: (09353) 8263 melden.

Von: Rudi Pfaff, 1. Vorsitzender OGV Karlstadt

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