Schönau

Die Apostel sollen wieder leuchten

Restaurator Christoph Schädel holte am Mittwoch die Apostelbilder aus der Klosterkirche Schönau, um sie in seiner Werkstatt zu restaurieren. Eines davon, den Petrus (im Foto links), hat er bereits bearbeitet.
Foto: Wolfgang Dehm | Restaurator Christoph Schädel holte am Mittwoch die Apostelbilder aus der Klosterkirche Schönau, um sie in seiner Werkstatt zu restaurieren. Eines davon, den Petrus (im Foto links), hat er bereits bearbeitet.

Mitzuhelfen, das Kloster und seine Kunstwerke zu erhalten, ist das Ziel des vor acht Jahren gegründeten Förderkreises Kloster und Wallfahrtskirche Schönau. Seitdem wurde bereits viel bewegt, aktuell nimmt sich Restaurator Christoph Schädel (Randersacker) im Auftrag des Förderkreises die Apostelporträts im Altarraum vor.

Als Schädel die Bilder am Mittwoch abholte, waren auch der Förderkreisvorsitzende Gerhard Köhler und seine beiden Mitstreiter Matthias Risser (Kunsthistoriker und Stadtrat in Gemünden) und Pater Steffen Behr (Guardian des Klosters Schönau) dabei.

Laut Köhler wurde das Kloster Schönau im 12. Jahrhundert als Zisterinnenkloster gegründet. Nach langen Jahren des Verfalls übernahmen ihm zufolge um das Jahr 1700 herum Franziskaner-Minoriten aus Würzburg das Kloster und errichteten es neu im Stil des Barocks. Seitdem bereichere das Kloster die Region "als geistiges Zentrum und als barockes Kleinod".

Mit Hilfe privater Spenden und öffentlicher Zuschüsse habe der Förderkreis in den vergangenen Jahren bereits den größeren Teil der Kunstwerke in der Wallfahrtskirche restaurieren lassen, sagte Köhler; bei den meisten von ihnen handele es sich um Gemälde des fränkischen Barockmalers Georg Sebastian Urlaub (1685 – 1763, Thüngersheim).

Auch die Apostelbilder, die jetzt restauriert werden, stammten von diesem Maler. Dass es nicht zwölf, sondern 13 Bilder sind, hängt laut Köhler damit zusammen, dass sich noch der heilige Kilian als Apostel der Franken dazugesellt habe.

Restaurator Christoph Schädel, Pater Steffen Behr und Förderkreisvorsitzender Gerhard Köhler mit einigen der Apostelbilder. Das zweite Gemälde von links, der Petrus, ist bereits restauriert.
Foto: Wolfgang Dehm | Restaurator Christoph Schädel, Pater Steffen Behr und Förderkreisvorsitzender Gerhard Köhler mit einigen der Apostelbilder. Das zweite Gemälde von links, der Petrus, ist bereits restauriert.

Die Restaurierung der auf Holzplatten gemalten Apostelbilder ist sehr aufwendig. Staub und Rußschichten müssen entfernt werden, alter Firnis sowie später aufgetragener und mittlerweile vergilbter Lack müssen entfernt werden. Auch "untergrundtechnisch", also im Holzbereich, gibt es laut Schädel ein paar Probleme.

Eines der Apostelbilder, den Petrus, hat Schädel bereits versuchsweise restauriert. Ergebnis: der im Lauf der Zeit entstandene graubraune Schleier, der das Gemälde lange Zeit überzog, ist verschwunden, die ursprünglichen Farben leuchten wieder.

Insgesamt koste die Restaurierung der 13 Bilder 19000 Euro, sagte Köhler auf Nachfrage. Ein Teil dieser Kosten sei bereits durch Zuschüsse des Landesdenkmalamtes, der bayerischen Landesstiftung und der Sparkasse Mainfranken gedeckt. Die noch bestehende Finanzierungslücke möchte der Förderkreis  laut Köhler durch Patenschaften schließen. Für vier Bilder habe man bereits Restaurierungspaten gefunden, neun suche man noch. Wer eine Patenschaft à 500 Euro übernehmen möchte, wendet sich am besten direkt an Köhler unter Telefon (09351) 8673 oder per E-mail: dr.gerhard.koehler@t-online.de

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