Karlstadt

Einzigartige Fassade mit Kohlenkasten-Prägung

Regelmäßig holt die Firma Lummel den Dresdner Spenglermeister Heiko Baumer (hinten, Zweiter von links) für die praktische Ausbildung des Spenglernachwuchses nach Karlstadt. Vorne bearbeitet Benno Uhlmann einen Falz an einem Dachrinnen-Einlauftrichter. Ihm schauen zusammen mit Baumer die anderen Auszubildenden über die Schulter, von links Marc Sperlich, Meister Heiko Baumer, Lukas Dausacker und Marlon Herget.
Foto: Karlheinz Haase | Regelmäßig holt die Firma Lummel den Dresdner Spenglermeister Heiko Baumer (hinten, Zweiter von links) für die praktische Ausbildung des Spenglernachwuchses nach Karlstadt.

Die Karlstadter Firma Lummel hat einen Auftrag für eine Fassade, die weltweit einmalig sein wird. Die FIT AG im oberpfälzischen Lupburg wünscht für ihre neuen Gebäude eine Außenhaut aus Edelstahlblech mit einem ausgestanzten Lochmuster und einer reliefartigen Prägung. „So etwas gibt es nicht als Zukaufware“, sagt Geschäftsführer Georg Lummel. Alles muss selbst entwickelt werden. Für die Prägung arbeitet die Spenglerei mit der Karlstadter Blechfirma Heinisch zusammen. Dort gibt es eine Maschine, mit der früher das Blech für Kohlenkästen geprägt wurde.

Auf das Edelstahlblech wird eine transparente Chromdioxidschicht aufgetragen. Sie lässt die Fassade farbig schillern. Die Fenster, die sich hinter der Fassade verbergen werden, bekommen Licht durch die in der Lummel-Werkstatt ausgestanzten „Löcher“. Die 2200 Quadratmeter Blechfassade wird sich die FIT AG rund eine Million Euro kosten lassen.

Haus des Brotes

Beim „Haus des Brotes“ in Linz des Unternehmens „backaldrin The Kornspitz Company“ treffen wieder einmal Lummel und der Architekt Coop Himmelblau zusammen. Auf das quaderförmige Erdgeschoss wird als Backmuseum eine zweigeschossige, sogenannte „Wunderkammer“ in Form einer Wolke aufgesetzt. Für die Firma Lummel bedeutet dies, 3650 Schuppen aus gestrahltem, mattiertem Edelstahl anzufertigen – jede in einer anderen Größe.

Der „Rohbau“ besteht aus 40 Zentimeter starkem, kreuzverleimtem Brettschichtholz. Dieses wird formgefräst. Die Firma Lummel kümmert sich um den kompletten Aufbau der Verkleidung mit allen Funktionsschichten inklusive Mineralwolldämmung und Trägerschicht aus Stahlblech, an der die Blechschindeln befestigt werden. Das Projekt ist in der Planungsphase. Baubeginn soll im Juni sein. Der Auftrag umfasst ebenfalls rund eine Million Euro.

Dach für VW

Bei den Eingangsdächern für das VW-Verwaltungsgebäude in Wolfsburg steckt der Teufel im Detail. So bewegt sich auch dieser Auftrag bei einer Million Euro. Bei dem teilweise denkmalgeschützten Gebäude erhalten die Eingänge Ost und West mit ihren Glaswänden eine „schwebende“ Überdachung mit geschliffenem Edelstahlblech. Lummel ist auch hier für die Funktionsschichten zuständig, also Wärmedämmung und Luftdichtschicht, die auf das Stahltragwerk aufzubringen sind. Teilweise befindet sich ein Trapezblechdach innerhalb der gesamten Konstruktion. Unauffällige Rinnen müssen für den Ablauf des Regenwassers sorgen.

Licht für den Landtag

Beim unter Denkmalschutz stehenden Landtagsgebäude Baden-Württembergs in Stuttgart aus dem Jahr 1961 gab es bisher kein Tageslicht. Dafür wurden jetzt kreisrunde Oberlichter in verschiedenen Größen eingebaut. Lummel wird begehbare Bleche als Verkleidung auf das Flachdach aufsetzen.

Die ein mal zwei Meter großen Aluminium-Elemente werden zunächst in der Werkstatt von Lummel gelocht. Eine externe Firma eloxiert sie in Bronze. Dann werden sie in Karlstadt mit einem tragenden Gitterrost „verheiratet“. Das Auftragsvolumen für 2800 Quadratmeter Dachfläche liegt bei 1,5 Millionen Euro.

Momentan hat die Firma Lummel einen Auftragsbestand für rund zwei Jahre.

Beim Vordach des VW-Gebäudes in Wolfsburg sind etliche Detaillösungen zu finden.
Foto: Animation: Architekturbüro Gewers-Pudewill | Beim Vordach des VW-Gebäudes in Wolfsburg sind etliche Detaillösungen zu finden.
Wie eine Wolke – oder wie ein Teig – soll das „Haus des Brotes“ in Linz aussehen.
Foto: Architekturbüro coop himmelblau | Wie eine Wolke – oder wie ein Teig – soll das „Haus des Brotes“ in Linz aussehen.
Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Main-Spessart und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Karlstadt
Karlheinz Haase
Satan
VW
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!