Lohr

Erste Frau im Lohrer Stadtrat und engagierte Pädagogin

Im Alter von 93 Jahren ist am 17. Oktober Anneliese Hild gestorben. Sie war 16 Jahre lang Rektorin der Grundschule Lohr und die erste Frau im Lohrer Stadtrat. Geschätzt wurde sie für ihre Geradlinigkeit und ihren pädagogisch modernen Umgang mit jungen Menschen.

Ihre erste Abschlussprüfung legte die gebürtige Sudetendeutsche 1945 noch in der Lehrerinnenbildungsanstalt in Prag ab, erhielt dafür aber nach Kriegsende kein Zeugnis. Nach der Vertreibung der Sudetendeutschen kam sie 1946 nach Aschaffenburg, wo sie 1950 und 1952 ihre zwei Lehramtsprüfungen bestand.

Von 1949 bis 1963 unterrichtete Anneliese Hild an der Volksschule in Urspringen, bevor sie nach Lohr an die damalige Hilfsschule wechselte. 1970 wurde sie deren Konrektorin, 1973 Rektorin der neuen Lohrer Grundschule. Nach 16 Jahren in dieser Position wurde sie im Juli 1989 in den Ruhestand verabschiedet.

Nie resigniert

Bei der Abschiedsfeier betonte Hild, trotz vieler Hindernisse und Rückschläge habe sie nie resigniert. Ihrer großen Verantwortung im Umgang mit jungen Menschen, mit "gärendem Wein", sei sie sich immer bewusst gewesen. Die Schule sei ihr Leben gewesen. Durch ihren Beruf habe sie gelernt, dass Menschenführung nicht messbar oder in Statistiken zu belegen sei.

Hild wurde bescheinigt, sie habe sich mit ihrer Arbeit als Rektorin voll identifiziert. Immer habe sie von "ihren" Kindern und "ihrem" Schulhaus gesprochen. Sie habe eine echte Autorität besessen, die Courage und Beharrlichkeit ausgezeichnet habe. Der damalige Schulamtsdirektor Hans-Georg Benkart sagte bei der Verabschiedung, sie habe "mit liebender Hingabe für ein gutes pädagogisches Klima in der Schule gesorgt".

Mit Weitblick sei sie neue Aufgaben angegangen. Sie habe eingeführt, dass ausländische Schulkinder in Lohr ihre Muttersprache weiterlernen könnten und in Heimatkunde unterrichtet würden. Hild habe Lohrs Volksschulgeschichte mit- und weitergeschrieben.

Vorbild für junge Leute

Von 1966 bis 1972 war Anneliese Hild als Vertreterin der CSU die erste Frau im Lohrer Stadtrat. Der damalige Bürgermeister Gerd Graf bescheinigte ihr, ein geradliniger Mensch ohne Winkelzüge und Tücken zu sein. Damit sei sie ein Vorbild für junge Leute. Nach der Ernennung zur Rektorin trat sie für den Stadtrat nicht mehr an.

Die Beisetzung fand im kleinsten Kreis statt.

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