Frammersbach

Frammersbach nimmt Kredit über 1,9 Millionen Euro Kredit auf

Über sieben Millionen Euro will die Marktgemeinde Frammersbach dieses Jahr investieren. Den entsprechenden Vermögenshaushalt hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Die größten Posten sind der Kindergartenneubau, die Trinkwasserversorgung und das Feuerwehrhaus in Habichsthal.

Um alle geplanten Projekte zu verwirklichen, sieht der Haushaltsplan eine Kreditaufnahme von 1,9 Millione n Euro vor. Damit steigt der Schuldenstand laut Kämmerer Dominik Zachrau auf 7,54 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 1186 Euro. "Das ist über dem Landesdurchschnitt", informierte Zachrau. Die freie Finanzspanne von 2600 Euro sei denkbar knapp.

900 000 Euro mehr als 2020

In den Kindergartenneubau im Talgrund steckt die Gemeinde 2,2 Millionen Euro. Knapp 800 000 Euro werden für die Verbesserung der Wasserversorgung ausgegeben und noch einmal 766 000 für die der Abwasserbeseitigung. 152 000 Euro von dieser Summe überweist Frammersbach an den Abwasserverband Lohrtal als Investitionsumlage im Hinblick auf die Erneuerung der Kläranlage.

Die Sicherheit der Menschen im Ortsteil Habichsthal wird durch ein neues Feuerwehrgerätehaus verbessert. Das lässt sich die Gemeinde 600 000 Euro kosten. In den Stadtumbau West fließen 530 000 Euro. Die Sanierung des Gebäudes Kirchberg 27 macht davon allein 400 000 Euro aus. Für dieses Projekt werden kräftig Zuschüsse gegeben. Am Kirchberg wie bei der Mauersmühle geht es erst mal ums Überprüfen der Machbarkeit. Kämmerer Dominik Zachrau erläuterte, dass der Umfang von Ausgaben und Einnahmen um 900 000 Euro über dem des Vorjahres liegen. "Ohne besondere Maßnahmen", lautete sein Hinweis.

2,7 Millionen fürs Personal

Auch der Verwaltungshaushalt hat zugelegt: um 210 000 Euro bei einem Volumen von 17,2 Millionen. 2,7 Millionen Euro bringt die Gemeinde für ihr Personal auf. Nur 150 000 Euro weniger zahlt Frammersbach als Umlage an den Kreis. Steuern und Versicherungen sind der nächste große Posten mit 1,6 Millionen Euro. In den Erhalt ihres Grundbesitzes und Vermögens steckt Frammersbach 1,1 Millionen Euro. Darin enthalten sind 160 000 Euro fürs Wasserleitungsnetz. 100 000 Euro für Plätze, Wege und Straßen sowie je 50 000 fürs Kanalleitungsnetz und das Freibad. 480 417 Euro gehen vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt.

Das Geld für die Ausgaben im Verwaltungshaushalt holt sich die Gemeinde von den Bürgern über Verbrauchs- und Benutzgebühren (6,4 Millionen Euro). 2,8 Millionen fließen aus der Einkommenssteuer an die Gemeinde. Gewerbesteuer – so der Plan des Kämmerers – fließt in Höhe von 1,9 Millionen Euro an die Gemeinde. Die Grundsteuer beläuft sich auf 744 200 Euro. Die Schlüsselzuweisungen machen 565 500 Euro aus. Für Zachrau ist auch in den nächsten Jahren keine Entspannung in Sicht. Es warten umfangreiche Straßenbauvorhaben, die Erneuerung der Kläranlage, eine Bürgerhalle und die Schwimmbadsanierung. Wichtig sei, finanziell handlungsfähig zu bleiben und nicht nur in defizitäre Einrichtungen zu investieren.

Mit dem Haushalt stimmte das Gremium auch der Haushaltssatzung zu. Darin enthalten ist die Festsetzung der Grundsteuer A sowie B auf jeweils 480 von Hundert. Angehoben wird auch die Gewerbesteuer auf 320 von Hundert. Mit der Erhöhung der Grundsteuer soll ein Ausgleich zum Wegfall der Straßenausbaubeiträge geschaffen werden.

Appell des Kämmerers

Ebenfalls ausnahmslos zugestimmt hat das Gremium dem Finanzplan für 2022 bis 2024. Auch hier stehen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung samt Kläranlage im Vordergrund. Weitere Vorhaben sind der Straßenbau im Unteren Kreuzbergweg, die Fertigstellung von Kindergarten und Feuerwehrhaus Habichsthal sowie das Tilgen von Krediten.

Kämmerer Zachrau rief auf, gründlich zu prüfen, welche Investitionen nötig und welche Kreditaufnahmen leistbar sind. Bis 2024 müssten die Ausgaben reduziert werden.

Bürgermeister Christian Holzemer bestätigte, dass die Finanzlage schwierig ist. "Einnahmeausfälle und steigende Ausgaben verringern die Spielräume", sagte Holzemer. Doch er zählte auch die Erfolge auf: die Trinkwasserversorgung, die der Vollendung entgegengeht, den Kindergartenbau, das geplante Feuerwehrhaus in Habichsthal. Mit der Frammersbach Marketing eG werde die Wirtschaft unterstützt. Die Schule sei gut ausgestattet. Die Sicherung des Schwimmbads für die Zukunft werde vorbereitet und die Infrastruktur im Ort werde erneuert.

Insgesamt gut aufgestellt

Dem Bürgermeister ist wichtig, auf das zu blicken, was gelingt, statt sich mit dem aufzuhalten, was nicht möglich ist. "Dieser Ort ist insgesamt sehr gut aufgestellt", sagte er. Er bat, gemeinsam daran zu arbeiten, neue Spielräume zu schaffen.

Wichtig ist Holzemer, anzupacken statt zu zaudern und zu zögern. Frammersbach sei bislang gut durch die Pandemie gekommen. Er appellierte, sich auf Lösungen zu konzentrieren, um Dinge möglich zu machen. Entscheidend sei in Zeiten von Corona, den Mut zu haben, schnell zu reagieren, anstatt darauf zu warten, dass es irgendwann eine noch bessere Lösung gibt.

Als Beispiel nannte Holzemer unter anderem das Schnelltestzentrum in Zusammenarbeit mit BRK, Bergwacht und Wasserwacht.

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