Marktheidenfeld

Franck-Haus: Der Künstler Ansgar Skiba trägt gerne dick auf

Die "Welle" von Ansgar Skiba steht im Franck Haus bildhaft für das Werden und Vergehen.
Foto: Martin Harth | Die "Welle" von Ansgar Skiba steht im Franck Haus bildhaft für das Werden und Vergehen.

"Das ist die perfekte Welle" sang die Gießener Band Juli im Jahr 2004. Man könnte sich beim Betreten des "Roten Salons" im Franck-Haus an diesen Song durchaus erinnert fühlen. An zentraler Stelle tritt unter dem Dach der historischen Stuckdecke ein wahrer Kaventsmann aus blauen und weißen Farbschichten vor den Betrachter. Das Gemälde kann exemplarisch für das Thema "Werden und Vergehen" stehen, das den Künstler Ansgar Skiba beschäftigt.

"Farbfluss" hat der Düsseldorfer seine Ausstellung in Marktheidenfeld überschrieben. Bei den Impressionen aus Gärten, Natur und Landschaft ist nicht Abbildung das Ziel. Aus vielen dick aufgetragenen Ölfarbschichten sollen im Fluss der Farben Veränderungen deutlich werden. Dem fast überforderten Auge bietet sich zunächst ein wahrer Rausch expressiver, bisweilen reinfarbener Malschichten. Nicht mit dem Pinsel, sondern mit Fingern, Hand und selbstgebastelten Werkzeugen sind die Farben in zahllosen Schichten üppig und satt auf die Leinwand aufgetragen.

Man mag sich dabei an den abstrakten, spontanen Gestus des US-Amerikaners Jackson Pollock erinnert fühlen oder auch an das expressive Spätwerk von Lovis Corinth am Walchensee. Die "Seerosen" lassen einen Anklang an berühmte Gemälde des Impressionisten Claude Monet vermuten, allerdings in konzentriert farbstarker Steigerung. In den weiteren Garten- und Blütenbildern geht dies so weit, dass man erst einmal etwas vor den Werken verweilen muss, bis sich das scheinbare Chaos aus dem "Farbfluss" zu einem Gesamteindruck zusammenfindet.

Rund 30 Gäste bei der Vernissage

Zur Vernissage waren am Freitagabend rund 30 Gäste in den Innenhof gekommen, wo sie Dritter Bürgermeister Dirk Hartwig herzlich willkommen hieß. Der ursprünglich in Dresden ausgebildete Künstler Skiba brach in den frühen 1980er Jahren aus der Enge des Kunstverständnisses der früheren DDR aus. "Kunst ist nicht dazu da, Politik zu illustrieren", umriss er sein Credo. In Düsseldorf setzte er seine Ausbildung an der wenig verschulten Kunstakademie fort, ist seitdem mit vielen Ausstellungen und Werken in öffentlichen Sammlungen präsent.

Schon als Kind habe er sich für die Malerei begeistert. Schon damals hätten ihn sein kleiner heimischer Garten und die Natur bewegt. Wenn er heute, bevorzugt nachts, konzentriert und ganz alleine im Atelier arbeite, gehe es um einen Prozess der ästhetischen Verdichtung in oft 30 bis 40 aufgetragenen Farbschichten und Lasuren. Ähnliches gelte auch für seine Zeichnungen, die bevorzugt mit dem klassischen Silberstift ausgeführt würden.

Skiba von der Offenheit zum Fluss in Marktheidenfeld angetan

Neben dem Franck-Haus und der schönen Alten Mainbrücke habe es Skiba vor allem die Situation am Main angetan. Die Offenheit hin zum Fluss, die Ruhe und Erholsamkeit, die in anderen Orten oft noch mehr durch Parkplätze und Verkehr gestört sei, hätten ihn begeistert und auch inspiriert. Dorthin sei er gerne mit seinem Skizzenblock gegangen.

Die Ausstellung "Farbfluss" mit Malerei und Zeichnungen von Ansgar Skiba aus Düsseldorf ist bis zum 25. Oktober im vorderen Galeriebereich des Franck-Hauses zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag von 14 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr Infos im Internet: www.marktheidenfeld.de und www.ansgarskiba.com

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