Obersfeld

"Fünfmeterregelung": Landwirte kritisieren Art der Umsetzung

Gewässerschutzberaterin Eva Heilmeier stellt die Zwischenfrucht-Demoanlage von Daniel Lambrecht in Obersfeld den Exkursionsteilnehmern vor.
Foto: Ernst Schneider | Gewässerschutzberaterin Eva Heilmeier stellt die Zwischenfrucht-Demoanlage von Daniel Lambrecht in Obersfeld den Exkursionsteilnehmern vor.

Gute Resonanz fand die Einladung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) auf den Demonstrationsbetrieb "Gewässerschutz" von Daniel Lambrecht in Obersfeld. Bei der  Diskussion wurde auch die Unzufriedenheit mancher Landwirte mit Neuregelungen deutlich.

Eingeleitet wurde die Zusammenkunft in der Gaststätte Laudensack von Joachim Liebler , der über die Nährstoffeffizienz im Boden referierte. Zahlreiche Versuche und Untersuchungen hätten gezeigt, dass das Stickstoff-Kalium-Verhältnis den stärksten Einfluss auf die Resistenz der Pflanzen hat. Dementsprechend müsse sich die Kaliummenge im Dünger am verfügbaren Boden-Kaliumgehalt orientieren. Die beste Wirkung zeige die Stickstoffdüngung, wenn alle lebensnotwendigen Mineralstoffe in einem möglichst harmonisch abgestimmten Verhältnis zur Verfügung stehen beziehungsweise verabreicht werden.

Führung durch die Zwischenfrucht-Anlage

Der nicht aufgenommene mineralische Stickstoff aus dem Dünger muss in die organische Form umgewandelt werden, um vor Auswaschung in das Grundwasser geschützt zu sein. Dies sei durch entsprechenden Zwischenfruchtanbau zu erreichen. Zusammenfassend sagte Liebler in seinem Fachvortrag, dass zum besseren Verständnis der örtlichen Nährstoffdynamik der Aufbau eines Pflanzenernährungsmonitorings unabdingbar sei. Sollte sich herausstellen, dass das Nitratproblem nur über einen Ausstieg aus der Stickstoffdüngung zu lösen sei, so sei dieser Ausstieg wie beim Atom- oder Kohleausstieg auch von der Gesellschaft zu schultern. Das dürfe man keinesfalls den Landwirten alleine aufbürden.

Dem Referat schloss sich eine Führung durch die Demo-Anlagen mit 18 Zwischenfruchtmischungen bei Landwirt Daniel Lambrecht aus Obersfeld an. Vorgestellt wurden diese Mischungen von Gewässerschutzberaterin Eva Heilmeier und Spezialisten der Firmen, die diese Mischungen erstellen und auf den Markt bringen.

Maschinen zur Düngerausbringung vorgestellt

Breiten Raum nahm die Diskussion über die neue "Fünfmeterregelung" bei Randstreifen und Gewässern ein, wobei die Unzufriedenheit und auch der Unmut der anwesenden Landwirte laut wurde. Kritisiert wurde, dass die Gesetzgebung hier die Praxis überholt habe und bis jetzt, obwohl die Herbstbestellung voll im Gange sei, noch nicht die Gewässerkarten in die EDV "eingespielt" wurden. Es sei also unklar, ob ein Graben als "wasserführend" eingestuft würde und ein dementsprechender Randstreifen freizuhalten sei. Dies könnte letztendlich auch wieder Auswirkungen auf das Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) mit seinen dort festgelegten Subventionen haben. Die Sache scheint nach Meinung der betroffenen Landwirte doch recht unausgegoren zu sein.

Mittels Sensoren wird die Nährstoffversorgung der Zwischenfruchtanpflanzung festgestellt. So wird eine ausgewogene Versorgung sichergestellt, und einem erhöhten Nitratgehalt des Bodens, sowie und letztlich des Grundwassers, entgegengewirkt.
Foto: Ernst Schneider | Mittels Sensoren wird die Nährstoffversorgung der Zwischenfruchtanpflanzung festgestellt. So wird eine ausgewogene Versorgung sichergestellt, und einem erhöhten Nitratgehalt des Bodens, sowie und letztlich des ...

Vorstellt wurden auf der Versuchsfläche von Daniel Lambrecht auch Maschinen zur elektronisch gesteuerten, ausgewogenen Düngerausbringung. So kann zum Beispiel über Sensoren das Maß der Nährstoffversorgung der Böden schon bei der Ernte festgestellt werden. Die Sensoren steuern dann die entsprechend notwendige Düngermenge.

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