Lengfurt

Fugen im Lengfurter Waldbad werden abgedichtet

Mitarbeiter der Firma Krämer aus Rimpar bei den Arbeiten im Lengfurter Waldbad.
Foto: Raymond Roth | Mitarbeiter der Firma Krämer aus Rimpar bei den Arbeiten im Lengfurter Waldbad.

Es war zu viel: Eine tägliche Abnahme von drei Zentimetern Wasserstandshöhe ist bei einem viel frequentierten Schwimmbecken beunruhigend und baldmöglichst abzustellen. In Lengfurt im  Waldbad der Gemeinde Triefenstein war Handlungsbedarf angesagt. Der „Förderverein Pro Waldbad Triefenstein“ hat die nötigen Arbeiten gestartet.

Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren hat man im Schwimmerbecken (Becken-Fläche 400 m²) täglich die  Wasserhöhe im gemessen. Resultat: eine Tages-Abnahme des Wasserspiegels von drei Zentimetern (bei vollem Becken), was einen täglichen Wasserverlust von circa zehn Kubikmetern ergibt. Dieser Wasserverlust von rund 1500 m³ Wasser in vier Monaten entspricht etwa dem Jahresverbrauch von zwölf Familien. Nach intensiver Überprüfung und einer Kamera-Befahrung hatte man die Ursache gefunden: Undichtigkeiten im Bereich der Dehnungsfugen am Betongerüst des Beckens.

Betongerüste dieser Größe werden nicht in einem Stück angelegt, sondern bestehen aus drei „Sequenzen“. Somit gibt es drei quer verlaufende und eine in Beckenmitte längs verlaufende Dehnungsfuge. Hier sind elastische Bänder eingelegt, beweglich und wasserundurchlässig, naturbedingte Spannungen (u.a. Ausdehnung bei Wärme, Längenverkürzung bei niedrigen Temperaturen) und auch die Beschaffenheit des Erdreichs (teilweise aufgeschüttet) ausgleichend. Ganz offenbar bedurfte dieser Bereich einer Ertüchtigung.

„Wir mussten aktiv werden, damit es in diesem Sommer Badebetrieb geben kann,“ sagt Klaus Scheller, Vorsitzender von  Pro-Waldbad. Dazu wurden die Fliesen im Bereich der Dehnungsfugen an den Seitenwänden (die Dehnungsfugen im Bodenbereich sollen bis 2022 folgen) entfernt, der Untergrund wurde geglättet (Eigenleistung). Jetzt wurde wie bereits im Vorjahr die Firma Krämer aus Rimpar, Firmengruppe Göbel, mit ihren Mitarbeitern aktiv.

Rest-Wasser unter den Fliesen war zu entfernen, dann hieß es: Epoxid-Harz auftragen, einen Mörtel auf Epoxidharz-Basis herstellen, der hochdruck- und  chemikalienbeständig ist, und aufbringen, um die Unebenheiten zu egalisieren und weggebrochene Ecken auszubessern. Danach: Einbringen einer Rundschnur (Dichtband), darauf eine Polyurethan-Flüssigfolie plus ein Vlies zur Erhöhung der Dehnbarkeit und Festigkeit plus eine weitere zweite Schicht. Alle diese Materialien sind hochwertig und haben ihren entsprechenden Preis.

Auch die Nacharbeiten (diese Woche) sind nicht ohne: Es sind gut 500 Fliesen neu einzusetzen. Zu verfugen (viel Eigenbeteiligung) sind aber dann alle Innenwände, da die Fugen stark ausgeschliffen sind. Danach ist durch den Verein Pro-Waldbad, der das Vorhaben finanziert, das Becken  zu reinigen und zu desinfizieren. Für diese und weitere Arbeiten sucht Pro-Waldbad stets weitere Helferinnen und Helfer, damit  wieder Badebetrieb möglich ist, am besten schon ab Pfingsten – wenn die Pandemie es zulässt.

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