Rieneck

Gedenkstein für die deportierten jüdischen Rienecker

Im Rienecker Bürgerzentrum wurde ein Gedenkstein für deportierte jüdische Bürger der Stadt eingeweiht. Im Bild (von links): Bruno Schneider, Thomas Schiebel, Bernd Rützel, Pfarrerin Sabine Schlagbauer, Benita Stolz, Wolfgang Küber und Anton Lotter.
Foto: Hans-Joachim Wirth | Im Rienecker Bürgerzentrum wurde ein Gedenkstein für deportierte jüdische Bürger der Stadt eingeweiht. Im Bild (von links): Bruno Schneider, Thomas Schiebel, Bernd Rützel, Pfarrerin Sabine Schlagbauer, Benita Stolz, ...

Im Bürgerzentrum in Rieneck wurden ein Gedenkstein und eine von Anton Lotter aus Altbessingen gefertigte Deckenrolle sowie ein Rucksack aus Holz eingeweiht. Diese sollen an die deportierten und getöteten jüdischen Einwohner der Stadt erinnern. Zwischen 1941 und 1944 wurden unterfränkische Juden am Güterbahnhof Aumühle in Würzburg und am Güterbahnhof der Großmarkthalle Frankfurt in Züge verladen und in die Vernichtungslager gebracht. Benita Stolz vom Verein DenkOrt Deportation e.V. erinnerte an die Deportation der Juden aus Unterfranken.

Von den am 1. Januar 1933 in Rieneck wohnhaften jüdischen Bürgern kamen während der NS-Zeit zehn ums Leben, derer bei der Einweihung gedacht wurde: Hermann Gutmann, Jenny Gutmann, Ernst Gutmann, Hannchen Ickelheimer, Julius Köstrich, Bella Köstrich, Ruth Köstrich, Irena Köstrich, Ingeborg Köstrich und Karolina Neugass. Darüber hinaus wurden weitere aus Rieneck stammende Juden, die im Januar 1933 andernorts gemeldet waren, ermordet.

Gemündens Kreisheimatpfleger Bruno Schneider hielt einen Vortrag über die jüdische Gemeinde in Rieneck. Rienecks Bürgermeister Wolfgang Küber sagte in seiner Ansprache, dass man sich nicht schämen und schuldig fühlen sollte für das, was war, sondern dann, wenn man nichts dagegen tut, dass es sich wiederholt. Wie Landrat Thomas Schiebel ging er auf den wieder erstarkenden Antisemitismus ein.

Küber: "Das Mahnmal gehört in die Mitte der Gesellschaft und ist nicht zur Ortsverschönerung gedacht." Vielmehr solle es in den Köpfen etwas bewegen, damit Judenhass, Fremdenhass, Gewalt und Krieg abgelehnt werden. Der Gedenkstein soll deshalb über kurz oder lang im Zentrum Rienecks aufgestellt werden, und zwar am Parkplatz, wo sich früher der jüdische Moschehof befand.

Die Gedenktafel wurde maßgeblich von Hans-Joachim Wirth vom Geschichtskreis kreiert. Der Chor des Friedrich-List-Gymnasiums sang unter Leitung von Michael Albert mehrere Stücke, beim Abschlussstück mischten sich die Chorteilnehmer unter die Zuschauer.

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