Kreuzwertheim

Gemeinderat hält an Standortwunsch fest

Trotz ablehnender Haltung des Landkreises hält der Kreuzwertheimer Gemeinderat an seinem Wunsch für die Fläche gegenüber der Einkaufsmärkte an der Staatsstraße 2315 für den Neubau des Feuerwehrhauses fest.
Foto: Birger-Daniel Grein | Trotz ablehnender Haltung des Landkreises hält der Kreuzwertheimer Gemeinderat an seinem Wunsch für die Fläche gegenüber der Einkaufsmärkte an der Staatsstraße 2315 für den Neubau des Feuerwehrhauses fest.

Eines der zentralen Themen der Sitzung des Marktgemeinderats in der Dreschhalle am Dienstag war die Fläche für den Neubau eines Feuerwehrhauses.

Eine Bauanalyse des bestehenden Feuerwehrhauses in Kreuzwertheim riet aufgrund der schlechten Kosten- und Nutzenrelation von einer grundlegenden Sanierung und einer baulichen Erweiterung des Gebäudes am bestehenden Standort ab. Seitens der Feuerwehr und der Marktgemeinde wurde als möglicher Standort für einen Neubau eine Fläche gegenüber der Einkaufsmärkte an der Staatsstraße 2315 priorisiert. Die Baurechtsabteilung des Landratsamts erklärte jedoch, dass die Fläche aus baurechtlicher Sicht als nicht genehmigungsfähig gilt. Auch eine vertiefte Unterredung im September änderte nichts an der Ansicht der Behörde. Das Landratsamt argumentierte, durch einen Neubau auf dieser Fläche würde ein neuer Siedlungsansatz jenseits der Staatsstraße entstehen, der städtebaulich nicht an den Ort angebunden und somit nicht genehmigungsfähig sei.

Als alternative Standorte schlug die Behörde zwei Flächen beim Kreisverkehr in Kreuzwertheim vor. Alternative eins ist die Fläche unmittelbar neben dem Kreisverkehr Richtung Hasloch (Fläche Gnadenhof). Alternative zwei ist eine Fläche neben dem Kreisverkehr Richtung Ortsmitte an der Haslocher Straße (gegenüber Tankstelle, aktuell Kleingärten). Die Flächen seien, so das Landratsamt, aus städtebaulicher und planungsrechtlicher Sicht besser geeignet und durch entsprechende Bauleitplanung eher genehmigungsfähig.

In der Gemeinderatssitzung wurde erneut das Unverständnis der Räte für die Sichtweise des Landratsamts deutlich. Rat Jan Klüpfel erklärte, er könne die Entscheidung des Landkreises nicht nachvollziehen. Bei der Standortplanung müssten der maximale feuerwehrtechnische Nutzen sowie das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehen. Alle drei Standorte lägen im Grünen. Man habe leider keine Chance, den Neubau ohne weitere Flächenversiegelung umzusetzen. Vorteile des Standorts gegenüber der Einkaufsmärkte seien der einfachere Flächenerwerb und die Wasserversorgung durch Brunnen.

Die vom Landratsamt vorgeschlagenen Alternativen haben für Klüpfel mehrere Nachteile. Er sah unter anderem eine Gefährdung des Dorffriedens, wenn die bisherige Nutzung der Flächen weichen müsse. Zudem seien die Besitzverhältnisse der Flächen bei den Alternativen komplizierter. Hinzu komme, dass die Ausfahrten für die Einsatzfahrzeuge in den Wartebereich für den Kreisverkehr fallen würden, was ein Gefährdungspotential darstelle.

Auch sah er die Gefahr, dass es bei den anderen Flächen zu einem Zeitverzug bei der Umsetzung des Neubaus komme. "Die Zeit drängt", verwies er auf die potenzielle Unfallgefahr im aktuellen Gerätehaus, mögliche höhere Baukosten und die Gefahr von Zuschussverlusten für neue Einsatzfahrzeuge durch eine Verzögerung. Außerdem liege der Standort gegenüber der Einkaufsmärkte einsatztaktisch zentraler.

Klüpfel beantragte, die Verwaltung solle aufzeigen, welche Möglichkeiten die Gemeinde habe, gegen eine ablehnende Entscheidung des Landkreises vorzugehen. Zudem beantragte er die Einrichtung eines Planungsteams für den Feuerwehrhausneubau, das zum Beispiel Fragen zu Flächenbedarf und technischem Bedarf klären soll. Diese Daten seien für die weitere Planung des Standorts wichtig. Mitglieder des Teams sollten Vertreter von Feuerwehrführung, Verwaltung, Gemeinderatsfraktionen und weitere sachkundige Personen sein.

Bürgermeister Klaus Thoma erklärte, er habe die Argumente, die Klüpfel ausführte, bereits dem Landratsamt dargelegt, sie änderten jedoch nichts an dessen baurechtlicher Einschätzung. Er sprach sich dafür aus, besser gleich mit den alternativen Standorten weiter zu planen, um keinen Zeitverlust durch einen Kampf mit dem Landratsamt zu haben.

Rat Andreas Schmidt gab zu bedenken, dass sich mittelfristig die Wohnbebauung der Marktgemeinde auch im Bereich des gewünschten Feuerwehrhausstandorts entwickeln könnte. "Dann wäre das Feuerwehrhaus nicht mehr im Außenbereich."

Alle Wortbeiträge der Räte betonten, die Verwaltung solle nochmals mit dem Landratsamt und der Regierung von Unterfranken sprechen und die Bedeutung des Wunschstandorts untermauern.

Einstimmig beschloss das Gremium, alle drei Standortalternativen weiter zu verfolgen. Vorrangig soll jedoch der Wunschstandort gegenüber den Märkten priorisiert werden, auch im Gespräch mit höheren Instanzen. Außerdem wurde einstimmig für die Einrichtung des Planungsteams gestimmt.

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