Kreuzwertheim

Gemeinderat lehnt Ausweisung eines Sondergebiets ab

Die erste Sitzung des Marktgemeinderats 2021 fand in der neu sanierten Turnhalle Röttbach statt.
Foto: Birger-Daniel Grein | Die erste Sitzung des Marktgemeinderats 2021 fand in der neu sanierten Turnhalle Röttbach statt.

Die erste Sitzung des Marktgemeinderats fand am Dienstag in der neu sanierten Turnhalle Röttbach statt. Die Gemeinderäte beschäftigten sich dabei mit gleich zwei Projekten der Nachbargemeinde Marktheidenfeld. Mit großer Mehrheit sprach sich der Marktgemeinderat im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Behörden gegen die Ausweisung des Sondergebiets „Großflächiger Einzelhandel Söllershöhe“ in Altfeld aus.

Laut der Stadt Marktheidenfeld soll durch das Sondergebiet die Grundversorgung des stetig wachsenden Stadtteils Altfeld, aber auch der umgebenden Stadteile Oberwittbach, Michelrieth und Glasofen in verkehrsgünstiger Lage ausgebaut und verbessert werden. Als Kernsortiment ist eine qualifizierte Versorgung Altfelds und der umgebenden Marktheidenfelder Stadtteile mit Nahrungs- und Genussmittel sowie untergeordnet auch mit sonstigen Waren des täglichen Bedarfs vorgesehen. Die zulässige Gesamtverkaufsfläche soll bei maximal 1200 Quadratmeter liegen.

Ausnahmeregelung nutzen

Nach dem Landesentwicklungsplan Bayern dürfen solche Einzelhandelsansiedelungen nur in zentralen Orten ausgewiesen werden. Marktheidenfeld möchte für den Standort Altfeld jedoch die Ausnahmeregelung nutzen, dass eine Ansiedelung mit bis zu 1200 Quadratmetern und überwiegend Waren des Nahversorgungsbedarf auch an anderen Orten möglich ist. Zudem gilt, dass die Einzelhandelsgroßprojekte die Funktionsfähigkeit der zentralen Orte und die verbrauchernahe Versorgung der Bevölkerung im Einzugsgebiet des Großprojekt nicht wesentlich beeinträchtigten dürfen. Die Marktgemeinde Kreuzwertheim begründet ihre Kritik an der Ansiedelung vor allem mit letzterem Punkt. Bereits in einem Beschluss von Juli 2018 zum Projekt hatte Kreuzwertheim darauf hingewiesen, dass aus seiner Sicht die Versorgung mit zentralrelevantem Einzelhandel insbesondere im Umfeld von Kreuzwertheim und Marktheidenfeld ausreichend ist.

Bürgermeister Klaus Thoma erklärte in der aktuellen Sitzung, er selbst sehe die Ansiedelung an diesem Ort bedenklich. Altfeld habe keine zentralörtliche Funktion, und die tragfähige Nahversorgung in den naheliegenden zentralen Orten reiche aus. Er gehe davon aus, dass die Ansiedelung zur Abschöpfung von Kaufkraft führe.

Einige Gemeinderäte sahen durch die Marktheidenfelder Pläne keine Auswirkungen für Kreuzwertheim. Das Einzugsgebiet der Marktgemeinde sei eher Wertheim. Trotz der Ansiedelung mehrerer großer Supermärkte in der Main-Tauber-Stadt sei die Kundenfrequenz in den Kreuzwertheimer Märkten weiterhin groß. Thoma ergänzte: „Die Betriebsinhaber in Kreuzwertheim haben Zweifel wegen der geplanten Ansiedelung in Altfeld.“ So sprach sich letztlich die Mehrheit des Gremiums gegen die Pläne der Nachbargemeinde aus.

Thoma räumte auf Nachfrage ein, welche Wirkung die Ablehnung Kreuzwertheims auf das Verfahren habe, könne er nicht beurteilen. Keinerlei Einwände hatten die Marktgemeinderäte hingegen im Verfahren zur Beteiligung der Behörden zur Aufstellung des „Wohngebiet Märzfeld“ der Stadt Marktheidenfeld in Altfeld. Hier sollen auf einer Gesamtfläche von rund 3,9 Hektar 41 Grundstücke zwischen 500 und 800 Quadratmetern und ein Spielplatz entstehen.

Zu den Anfragen aus letzter Sitzung berichtete Thoma, die beschlossene Beschilderung (eingeschränktes Halteverbot) im Bereich Stihl-Dienst Hirsch bis Firma SKT in der Kreuzstraße konnte aufgrund der dortigen Baustelle noch nicht durchgeführt werden. Sie erfolgt, sobald die Witterung es zulässt.  Die Markierungsarbeiten im Bereich Hofmann/Schneider wurden aufgrund neuer Erkenntnisse nicht durchgeführt. Dieser Bereich soll durch einen Privateigentümer neugestaltet und es sollen Parkflächen errichtet werden. Auch am Anwesen Kreuzstraße 13 soll ein Stellplatz entstehen, so dass auf die Markierung verzichtet werden kann. bdg

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