Steinfeld

Gemeinderat: Pumpstation in Waldzell muss nachgerüstet werden

Die Pumpstation, die das Waldzeller Abwasser über eine Rohrleitung in die Gesamtkläranlage nach Hausen pumpt, muss nachgerüstet werden. Die Gemeinde rechnet mit einem Zuschuss von rund 80 Prozent.
Die Pumpstation, die das Waldzeller Abwasser über eine Rohrleitung in die Gesamtkläranlage nach Hausen pumpt, muss nachgerüstet werden. Die Gemeinde rechnet mit einem Zuschuss von rund 80 Prozent. Foto: Wolfgang Dehm

Jeweils einstimmig fasste der während der Corona-Krise anstelle des Gemeinderats tätige Sonderausschuss in Steinfeld in seiner jüngsten Sitzung vier Grundsatzbeschlüsse.

Im Einzelnen ging es dabei um die Ertüchtigung der Abwasser-Pumpstation in Waldzell, die Sanierung oder Neuerrichtung des Hochbehälters für Trinkwasser in Waldzell, die Sanierung des Abwasserkanals in der Frühlingsstraße in Waldzell sowie die Errichtung einer Schlammtrocknung in der Gesamtkläranlage in Hausen.

Alle vier geplanten Maßnahmen haben laut Bürgermeister Günter Koser die Chance, im Zuge eines Sonderförderprogramms mit voraussichtlich 80 Prozent bezuschusst zu werden. Angemeldet seien sie bereits, doch das zuständige Wasserwirtschaftsamt beginne erst nach einem Grundsatzbeschluss des Gremiums mit der Prüfung der Anträge, erklärte er den Ablauf.

Projekte müssen bis Ende 2021 abgeschlossen sein

Sobald das Amt grünes Licht gebe, könne man die Projekte ausschreiben. Um die Fördergelder aus dem Sonderprogramm zu bekommen, müssen die Projekte laut Koser allerdings bis Ende 2021 abgeschlossen und abgerechnet sein.

Er könne sich schwer vorstellen, dass das zeitlich zu schaffen sei, sagte Theobald Herrmann. Der Einwand sei berechtigt, räumte Koser ein, doch wie die Verantwortlichen anderer Gemeinden hoffe auch er auf eine Verlängerung der Frist.

Koser betonte, dass man sich durch die Grundsatzbeschlüsse nicht darauf festlege, alle vier Projekte in naher Zukunft tatsächlich umzusetzen. Auf jeden Fall schnell angegangen werden müssten jedoch der in die Jahre gekommene Waldzeller Trinkwasser-Hochbehälter und die erst vor einigen Jahren gebaute Abwasser-Pumpstation in Waldzell.

Nachrüstung der Station kostet über 100 000 Euro

Die Pumpstation, die das Waldzeller Abwasser über eine Rohrleitung in die Gesamtkläranlage nach Hausen pumpt, funktioniert laut Koser nicht richtig. Zum einen gelange zu viel Sand ins Abwasser, der die Leitungen schädige. Zum anderen funktioniere die mechanische Steuerung zur Regelung der ankommenden Abwassermenge vor allem bei starkem Regen nicht.

Zur Lösung des Problems soll für etwas mehr als 100 000 Euro ein Drosselbauwerk mit elektronischer Zuflussregelung vom Typ "Anaconda" eingebaut werden. Die beiden anderen, nicht wesentlich günstigeren Varianten wurden nicht als zielführend angesehen.

Mit Blick auf die Frühlingsstraße erinnerte Koser an eine Kamerabefahrung vor eineinhalb Jahren, die gezeigt habe, dass der dortige Abwasserkanal beschädigt sei.

Die Errichtung einer Schlammtrocknungsanlage sei überlegenswert, da die Entsorgung von Klärschlamm wegen gesetzlicher Vorgaben immer schwieriger werde, sagte der Bürgermeister.

Haushalt sicherheitshalber nochmal beschlossen

Laut Klärwärter Günter Siegl, zugleich dritter Bürgermeister, würde eine solche Anlage ermöglichen, den anfallenden Klärschlamm das ganze Jahr über zu pressen, was bei einer mobilen Pressung nicht der Fall sei. Pro Jahr fielen rund 550 bis 580 Kubikmeter an.

Keine Einwände hatte der Ausschuss gegen den Neubau eines Wohnhauses an der Fuhrmannstraße. Ebenfalls grünes Licht gab das Gremium für einen Balkon- und Carportanbau an einem bestehenden Wohnhaus an der Steinmetzstraße sowie die Umnutzung eines Kellerraumes in diesem Haus zu einer Sattlerwerkstatt. Den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage am Schindersberg im Freistellungsverfahren nahm das Gremium zur Kenntnis.

Zwar haben sämtliche Gemeinderatsmitglieder dem Haushaltsplan 2020 und der Finanzplanung bis 2023 bereits schriftlich zugestimmt (wir berichteten), sicherheitshalber segnete der Sonderausschuss den Etat aber nochmals einstimmig ab.

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