Gemünden

Gemeinsam die Kirche im Raum Gemünden zukunftsfähig machen

Mit Pfarrvikar Johannes Werst und Pastoralreferentin Edith Fecher beginnen im Herbst 2020 gleich zwei Neue ihren Dienst im künftigen "Pastoralen Raum Gemünden".
Wohin bewegt sich Kirche? Organisatorisch jedenfalls in Richtung immer größere pastorale Räume.
Wohin bewegt sich Kirche? Organisatorisch jedenfalls in Richtung immer größere pastorale Räume. Foto: Silvia Gralla

Mit Pfarrvikar Johannes Werst und Pastoralreferentin Edith Fecher beginnen im Herbst 2020 gleich zwei Neue ihren Dienst im künftigen "Pastoralen Raum Gemünden". Dieser umfasst die fünf Pfarreiengemeinschaften Pagus Sinna, An den drei Flüssen, Main-Sinn, Sodenberg sowie Unter der Homburg. Ein großes Gebiet, eine große Aufgabe. Wie die beiden diese angehen wollen und was sie bewegt, das geht aus einer Pressemitteilung aus der Feder von Pastoralreferent Thorsten Kapperer hervor.

Johannes Werst wird zum 1. September leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Sodenberg sowie mitarbeitender Priester in den vier weiteren Pfarreiengemeinschaften des Raumes Gemünden. Werst, 1985 in Kitzingen geboren, hat nach dem Abitur in Münsterschwarzach in Würzburg und Freiburg Theologie studiert. 2013 zum Priester geweiht, lag die erste Kaplansstelle im Kahlgrund. Seit 2016 und noch bis August ist Werst Pfarrvikar in der Pfarreiengemeinschaft Um Maria Sondheim, Arnstein.

Edith Fecher wird ab 1. Oktober mit 30 Stunden pro Woche Aufgaben im ganzen Raum Gemünden übernehmen. Sie ist 1962 geboren und in Riedenberg aufgewachsen. Nach dem Theologiestudium in Würzburg trat sie 1988 ihre erste Stelle zusammen mit ihrem Mann Burkhard in der Pfarreiengemeinschaft Gemünden an. Hier wohnen sie heute noch. Bis 2013 war Fecher als Ehe- und Familienseelsorgerin in den Dekanaten Karlstadt und Hammelburg tätig. Seit sechs Jahren wirkt sie im Staatsbad Bad Brückenau als Kur-, Gäste- und Rehaseelsorgerin. Das Ehepaar Fecher hat drei erwachsene Söhne und zählt das Musikmachen zu ihren Hobbies.

Edith Fecher
Edith Fecher Foto: Florian Fecher

In Krisenzeiten Zuversicht aus dem Glauben schöpfen

Da gegenwärtig die Corona-Krise die Menschen sehr stark beschäftigt, wirkt sich dies auch auf die Arbeit der beiden in der Seelsorge aus. "Ansprechbar sein, zuhören und Zeit haben, ist das eine", sagt die Kurseelsorgerin Fecher. "Aber auch Mut machen und das Vertrauen in die eigenen inneren Kräfte stärken, das kann ich mit der Zuversicht vermitteln, die mir mein eigener Glaube gibt. Ich war und bin immer wieder erstaunt darüber, welche Kraft ein persönliches Segens-Ritual oder ein konkretes Gebet ausstrahlen können, selbst für Menschen, die Kirche und Glaube skeptisch gegenüberstehen."

Werst fällt auf, dass sich die gewohnte Arbeit von Kirche wie Gottesdienst und Begegnung mit den Menschen gerade schwierig gestaltet. Doch spürt er großen Bedarf nach Gespräch und Austausch. Werst: "Das Signal trotz aller Einschränkungen als Seelsorger da zu sein und nicht die Flucht ins Private zu ergreifen erscheint mir wichtig. Der Kontakt per Telefon oder auch Mail prägt derzeit meine Arbeit."

Johannes Werst
Johannes Werst Foto: Werst

Bei der Seelsorgsarbeit möchte Fecher "offene Sinne dafür haben, wie überraschend anders Gott uns auch noch entgegenkommt, durch Musik und Tanz, in Natur und Bibel, und wie und wo auch immer sonst noch". Als Frau will sie das besonders auch gemeinsam mit den vielen ehrenamtlichen engagierten Frauen tun. Werst sieht es als wichtige Aufgabe an, Menschen auf dem Lebensweg zu begleiten, mit ihnen im besten Sinne „das ganz alltägliche Leben zu teilen“. 

Größere Einheiten bieten auch neue Chancen

Werst und Fecher gehören zu den ersten Seelsorgern im Bistum Würzburg, die nicht mehr „nur“ noch für eine Pfarreiengemeinschaft beauftragt werden, sondern Aufgaben in allen fünf Pfarreiengemeinschaften wahrnehmen. Darin sehen sie durchaus Chancen. Über bisherige Grenzen hinweg könnten sich nun Menschen neu zusammentun, die sich in bestimmten Anliegen vernetzen, die gemeinsam Ideen spinnen und umsetzen und die Kirche und Glauben in die heutige moderne Welt hinein übersetzen, meint Fecher. Wichtig ist der Seelsorgerin "den Blick auch ökumenisch und über den kirchlichen Bereich hinaus zu weiten".

"Eine große Chance, die die pastoralen Räume bieten, ist die Vernetzung und der Austausch", sagt Werst. Das biete die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Persönlichkeiten in der Seelsorge zu erleben und Kirche so bunter und weiter werden zu lassen. 

Edith Fecher ist im Team des Pastoralen Raums Gemünden die erste Frau. "Auf Augenhöhe mit meinen männlichen Kollegen werde ich weibliche Lebenserfahrungen und Sichtweisen einbringen", kündigt sie an. "Es reizt mich, Entwicklungen mitgestalten zu können, auch gemeinsam mit meinem Mann."  Werst freut sich auf neue Menschen und Orte, eine neue Aufgabe und auch die neue Rolle als Pfarrer. Er sagt: "Ich freue mich aber auch darauf Kirche zukunftsfähig zu machen, mit denen, die schon seit vielen Jahren Kirche mitgestalten, in der Pfarreiengemeinschaft Sodenberg und dem Pastoralen Raum Gemünden."

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