Frammersbach

Gerne diskutiert und politisiert: Gertraud Hübner gestorben

Traudl Hübner ist 80-jährig gestorben.
Foto: Annette Helfmann | Traudl Hübner ist 80-jährig gestorben.

Gertraud Hübner hat 27 Jahre den Frammersbacher Marktgemeinderat mitgeprägt, die ersten 20 Jahre davon als einzige Frau des Gremiums. Am 20. April ist sie 80-jährig unerwartet gestorben. Diesen Samstag, 14. Mai, um 10.30 Uhr wird für sie das Requiem in St. Bartholomäus gefeiert und anschließend die Urne auf dem Endfriedhof beigesetzt.

Traudl Hübner, wie die gebürtige Frammersbacherin im Ort genannt wurde, trat für das ein, was im Parteinamen der SPD, deren Mitglied sie war, steckt: fürs Soziale und das Demokratische. Die soziale Gerechtigkeit hatte sie bei den Reformen der Schröder-Regierung vermisst, wie sich ihr Parteikollege, Frammersbachs Bürgermeister Christian Holzemer, erinnert.

Eine Frage der Gerechtigkeit war für sie auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, von Familie und Politik. Sie warb bei Frauen wie Männern, sich politisch zu engagieren und für den Gemeinderat zu kandidieren.

Hübner war durch ihren Vater zur SPD gekommen, erzählt ihre Tochter Silvia Häuser auf Nachfrage. Sie ist ebenfalls SPD-Mitglied ist und war zur Freude ihrer Mutter elf Jahre Gemeinderatsmitglied. Traudl Hübner war 1981 in den Rat nachgerückt. 2008 – im Alter von 66 Jahren – hatte sie nach knapp viereinhalb Wahlperioden nicht mehr kandidiert.

Diskussionsfreudig und meinungsstark

Ob im Ratsgremium, bei Veranstaltungen oder Begegnungen auf der Straße: Traudl Hübner erwies sich als interessiert, diskussionsfreudig und wie Holzemer sagt, als meinungsstark. "Sie hat gerne politisiert", sagt er. Sie stand für das, was sie sagte, sprach aus Überzeugung, bestimmt, aber nicht verbissen, oft mit Humor.

Zu ihren Schwerpunkten gehörte der Bau von Radwegen. Dass der Lohrer Teil der Verbindung bislang fehlt, hat sie immer wieder beklagt, sagt Häuser. Ein anderes ihrer Ziele hingegen ist erreicht: ein Seniorenheim in der Marktgemeinde. Hübner stand zum Stadtumbau-West als Projekt, das Frammersbach voranbringt. Ihr politisches Wirken hat die SPD 2010 mit der Verleihung der Willy-Brandt-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Partei gewürdigt.

Traudl Hübner hinterlässt ihren Mann Dieter, zwei Söhne und eine Tochter sowie sechs Enkelkinder. Wie Silvia Häuser erzählt, hat ihre Mutter bis Anfang 70 in einer Freizeitgruppe Volleyball gespielt. Für mehr Hobbys sei neben der Familie und Politik keine Zeit gewesen.

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