Helmstadt

Gibt's das neue Feuerwehrhaus auch billiger?

Das alte Feuerwehrhaus in Helmstadt soll von einem Neubau an anderer Stelle abgelöst werden. Derzeit liegt das Projekt wegen knapper Kasse aber auf Eis.
Foto: Mechtild Buck | Das alte Feuerwehrhaus in Helmstadt soll von einem Neubau an anderer Stelle abgelöst werden. Derzeit liegt das Projekt wegen knapper Kasse aber auf Eis.

Bereits im Jahr 2016 wurden die Aufträge für die Planung eines dringend benötigten neuen Feuerwehrhauses an Fachplaner vergeben. Seitdem hat die Marktgemeinde Helmstadt schon ungefähr eine halbe Million Euro in das Projekt investiert. Im Jahr 2018 lagen die geschätzten Baukosten für das Feuerwehrhaus bei ungefähr 4,7 Millionen Euro. Die aktuelle Kostenschätzung liegt bei 5,5 Millionen Euro. Das Grundstück für das Gebäude, neben dem Netto-Markt an der Würzburger Straße (zwischen Hochstattstraße und Klinggrabenweg), kostete ungefähr 340 000 Euro. Aufgrund der finanziell angespannten Lage der Marktgemeinde war das Bauprojekt im Mai 2019 zurückgestellt, aber nicht verworfen worden.

Planer und Projektleiter Dr. Heinz Atrops, selbst ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, hat sich nun kundig gemacht, ob das Feuerwehrhaus eventuell günstiger zu errichten wäre. Dazu schaute er zwölf Neubauten der vergangenen Jahre aus anderen Gemeinden an, zum Beispiel Kleinrinderfeld und Külsheim, und informierte sich über die Baukosten. Diese lagen, nach einer Umrechung anhand der aktuellen Baupreise, zwischen 1,05 Millionen Euro und 2,5 Millionen Euro für den Bau von "funktionalen Feuerwehrhäusern nach DGUV 205-008". Die meisten Gemeinden hatte einen kleineren Teil der Gebäude in Eigenregie errichtet. Atrops kam demzufolge zu dem Schluss, dass die ursprünglich geplanten Kosten um 2,5 bis 3 Millionen Euro verringert werden könnten.

Verwendung des Martinshorns wäre zeitweise nicht erlaubt

Das vorgeschriebene Schallgutachten ergab außerdem Nachteile und Mehrkosten für den ursprünglich geplanten Standort: Insgesamt wären maximal zehn Nachteinsätze und Feiern zwischen 0 und 6 Uhr erlaubt. Die Verwendung des Martinshorns wäre nicht möglich. Deshalb schaute sich Atrops Alternativstandorte im Gewerbegebiet südlich der Würzburger Straße an: In Frage kommen für ihn das bereits von der Gemeinde gekaufte Grundstück am Ende der Prinz-Ludwig-Straße, das für den neuen Bauhof vorgesehen ist, das an dieses Grundstück angrenzende Gelände der Firma Blank oder das gegenüberliegende Grundstück der Firma Ditterich.

Die beiden Grundstücke an der Prinz-Ludwig-Straße kommen nach näherer Betrachtung allerdings nicht in Frage, da An- und Abfahrt über den gleichen Weg erfolgen müsste. Beim Grundstück Ditterich könnte die Anfahrt jedoch über die Prinz-Ludwig-Straße und die Abfahrt über die Würzburger Straße erfolgen.

Atrops sah sich außerdem nach erfahrenen Planern um und wurde auf das Architekturbüro Rosbigalle und Gauber in Forchheim aufmerksam. Dort würde die Vorplanung 20 000 Euro kosten, die weitere Arbeit bis zur Einreichung der Genehmigungsplanung 40 000 Euro. Atrops schlug dringend vor, die 20 000 Euro zu investieren, um eine unabhängige Schätzung einzuholen. Sein Vorschlag für das weitere Vorgehen sieht wie folgt aus: Eine Kostenschätzung für den Bau eines funktionalen Feuerwehrhauses beim Büro Rosbigalle und Gauber erstellen zu lassen, parallel dazu Rücksprache zu halten mit den aktuellen Planern des Büros Gruber-Hettiger-Haus und eventueller Ausstieg aus dem Vertrag. Anschließend sollte das Büro Rosbigalle und Gauber mit der Plaung beauftragt und die Entscheidung für ein alternatives Feuerwehrhaus vorbereitet werden.

Gemeinde will Verfügbarkeit eines alternativen Grundstücks prüfen

Der Gemeinderat diskutierte, ob es sinnvoll ist, die bereits stehende Planung durch eine komplett neue zu ersetzen. Alternativ könnte das Büro Gruber-Hettiger-Haus den bestehenden Plan überarbeiten. Auch über den Sinn eines Grundstückwechsels wurde gesprochen und über die Möglichkeiten, die die knappen Haushaltsmittel lassen. Nach längerer Diskussion einigte der Gemeinderat sich darauf, zunächst ein Gespräch mit dem aktuellen Architekturbüro Gruber-Hettiger-Haus zu führen. Die Kämmerei soll gefragt werden, ob und wann es möglich wäre, die für einen deutlich günstigeren Bau notwendigen finanziellen Mittel in Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro im Haushalt einzuplanen. Außerdem soll geprüft werden, ob das Grundstück der Firma Ditterich geeignet, bebaubar und zu erwerben ist.

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