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Großer Applaus für einen großen Auftritt

Vielstimmig: Mit einem Potenzial an guten Stimmen bot „Da Capo“ am Samstagabend ein gelungenes Konzert, das auf solider Arbeit und gemeinsamer Sangesfreude basiert.
Foto: Gisela Büdel | Vielstimmig: Mit einem Potenzial an guten Stimmen bot „Da Capo“ am Samstagabend ein gelungenes Konzert, das auf solider Arbeit und gemeinsamer Sangesfreude basiert.

„Endlich, endlich! Heute ist der Tag“, besang „Da Capo“ ein Rendezvous mit überraschendem Ausgang. Was nicht überraschte, war die Begeisterung der Zuhörer im voll besetzten Rathaussaal für eine Sternstunde der Chormusik. „Da Capo“ – der Name war Programm. Ist doch der Ausruf „Da Capo“ eine Beifallsbekundung durch das Publikum – für ein Stück, das so gut war, dass man es noch ein zweites Mal hören möchte.

Am Samstagabend bot der gemischte Chor des Liederkranzes Sackenbach Musik verschiedener Länder, Epochen und Stile. Chor und Vokalensemble folgten präzise den Klang-, Tempo- und Dynamikvorgaben ihres Dirigenten Andreas Schreck. Der Musikstudent an der Uni Würzburg leitet den Chor seit September 2010.

Nichts passte besser zum Auftakt als „Showtime“ der Kölner A-Capella-Gruppe „Wise Guys“. So hieß es „Licht an und Bühne frei“ für eine Stunde voller Energie und Vitalität. „Sing ein Lied“ kündigte Véronique Schmitt, bekennender Fan des „Eurovision Song Contest“, den Teach-In-Siegertitel „Ding-A-Dong“ von 1975 an.

Mit der Sehnsucht nach Liebe und Heimat deutete Simone Ruf den Titel „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern. Mit Leichtigkeit gelang dem Chor der „Ohrwurm“ der „Wise Guys“. Im krassen Gegensatz dazu stand der Inhalt von „Pata pata“ (Miriam Makeba). Der Tenor „Wir lassen uns nicht unterkriegen“ und ein Paar Flip-Flops setzten sich mit dem Widerstand gegen die Apartheid-Politik Südafrikas auseinander.

„Mit Lieb bin ich umfangen“ von Johann Steuerlein (1547 - 1613) würde heute ganz anders klingen, meinte Manfred Müller und rief zum Experiment auf. Das Publikum gab den Takt vor, der Chor stimmte ein und gab der zarten, stimmungsvollen Melodie den zeitgemäßen Rhythmus.

Wer vermutet hinter „O Täler weit“ von Joseph von Eichendorff fröhliche Popmusik? Die Musik von Oliver Gies machte es möglich. Das Vokalensemble meisterte zum großen Vergnügen der Zuhörer auch diese Hürde. Der kräftige Applaus wurde belohnt: „Wir singen heute nur für Sie allein“, leitete Gerlinde Brunner zum Klassiker „Only you“ über. Denn „Da Capo“ hat auch seine besinnliche und sanfte Seite. Sensibel erklang in „Danny Boy“ der Abschied von einem geliebten Menschen und dessen Wiederkehr.

Auf elegante Tuchfühlung mit den Harmonien ging das Vokalensemble mit Solist Sebastien Schmitt in „And so it goes“ von Billy Joel. Besungen wurde der Zufluchtsort im Herzen, der die Wunden früherer Geliebter heilt. Ebenfalls aus der Feder des bekannten Arrangeurs Oliver Gies stammt „Das Rendezvous“, zu dem Lydia Albert eine kleine Bühnenshow bot. „Ich hab das Klo desinfiziert, mit Rosen dekoriert“, hieß es da, doch die tolle Nacht endet jäh: „Die Bude brennt, kein Happyend“.

Mit „Gute Nacht mein Schatz, es ist Zeit zu gehen“ (Good Night Sweetheart) der Doo-Wob-Band „Spaniels“ verabschiedete „Da Capo“ sein Publikum in den Sonntag. Die strahlenden Gesichter der Akteure zeigten, welch großen Spaß Chorgesang macht. Auch das Publikum ließ sich vom Zauber der Musik einfangen und spendete großen Applaus für einen großen Auftritt.

Für die Zugabe erfüllte Schreck den Wunsch des Chores: Er überreichte den Taktstock seiner Vorgängerin und Studienkollegin Anna-Lena Wirsching, die aus dem Publikum auf die Bühne gebeten wurde.

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