Ansbach

Großer Brocken auf der Ausgabenseite: Dorfstraße Ansbach

Ein Novum gab es in der letzten Sitzung des Rodener Gemeinderats in "alter" Besetzung: Den Haushaltsplan 2020 trug niemand von der Kämmerei der VG vor, sondern das übernahm im Saal des Ansbacher Dorfgemeinschaftshauses Bürgermeister Otto Dümig höchstselbst. Es war Dümigs letzte Sitzung nach 30 Jahren als Gemeindeoberhaupt von Roden.

Das Jahresergebnis 2019 war erfreulich: Der Etat schloss in Einnahmen und Ausgaben mit 2 044 703 Euro ab, der Vermögenshaushalt kam ohne Kreditaufnahme aus und es konnten 16 966 Euro mehr als geplant vom Verwaltungs- dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Zum Jahresende hatte die Gemeinde 330 359 Euro Schulden (pro Kopf 341 Euro bei einem Landesdurchschnitt 2018 von 602 Euro). Die Rücklagen betrugen 891 882. Sie blieben 2019 unangetastet.

Beim Haushalt 2020 sieht das anders aus. 2 015 201 Euro  sind für den Verwaltungs- und 1 116 813 für den Vermögenshaushalt angesetzt, wobei voraussichtlich 111 003 Euro vom Verwaltungs- dem Vermögenshaushalt zugeführt werden können. Die freie Finanzspanne ist relativ gering.  Roden bekam 2019 weniger Schlüsselzuweisungen vom Staat, musste aber dem Landkreis eine höhere Kreisumlage zahlen. Für 2020 sind 478 033 Euro Kreisumlage kalkuliert, an Schlüsselzuweisungen 342 336 Euro und 696 465 Euro Einkommensteuerbeteiligung und Einkommensteuerersatzleistung. An Gewerbesteuer erwartet Roden 100 000 Euro und  vom Freistaat Bayern gibt es 126 500 Euro Investitionspauschale.

Tiefer Griff in die Rücklagen

Der Haushalt 2020 soll ohne Kreditaufnahme auskommen. Dafür plant die Gemeinde 799 310 Euro aus ihrer Rücklage zu entnehmen. Gemeinderat Tobias Winkler schlug vor, lieber weniger aus dem Sparstumpf zu entnehmen und – um noch ein bisschen auf der hohen Kante zu haben - stattdessen einen Kredit von 240 000 Euro aufzunehmen. Die Zinsen seien momentan auf einem historischen Tiefstand. Nach längerer Diskussion lehnte das Gremium diesen Vorschlag mit neun zu vier Stimmen ab.  

An Einnahmen beim Vermögenshaushalt kommen neben den genannten Posten noch 10 000 Euro Zuschuss für Straßenausbau hinzu. 35 000 Euro plant die Gemeinde über Bauplatzverkäufe einzunehmen und 10 000 Euro Ergänzungsbeiträge für Wasser und Kanal stehen noch aus. Beim Holzverkauf stehen heuer keine Einnahmen im Plan. Man habe den Holzeinschlag abgebrochen, berichtete Bürgermeister Otto Dümig. Der Holzpreis sei im Keller, da könnten die Bäume auch noch gut stehen bleiben und die Gemeinde auf bessere Preise hoffen.

Bei den Ausgaben schlägt mit der Wasser- und Kanalsanierung der Dorfstraße in Ansbach inklusive Straßenbau und Beleuchtung in diesem Jahr mit gut 380 000 Euro ein großer Brocken zu Buche. 65 000 Euro fließen in die Verbesserung der Abwasseranlage in Ansbach. Hier braucht es unter anderem neue Pumpen im Ansbacher Pumphaus. Diesen werden zwei Schredder vorgeschalten, die sämtlichen Müll häckseln. Das soll die Pumpen zukünftig vor weiteren Schäden bewahren.

Ausbau von Wirtschaftswegen und Waldkauf

Das Dorfgemeinschaftshaus in Ansbach muss für 23 000 Euro brandschutztechnisch aufgerüstet werden und 30 000 Euro steht für den Straßenerhalt im Plan. 50 000 Euro soll der Ausbau der Wirtschaftswege samt Unterhalt kosten und genau so viel hat die Gemeinde für das Förderprogramm für Investitionen zur Nutzung vorhandener Bausubstanz in den Haushaltsplan eingestellt. 83 000 Euro muss die Gemeinde für Kredite hinlegen, unter anderem für den Kommunalschlepper, der angeschafft wurde und die Erschließung Lohrer Pfad in Ansbach, wo noch Kosten ausstehen. 40 000 Euro wurden für Waldkauf eingestellt und 5000 Euro für den Waldwegeneubau.

Die Rechnungsprüfungsstelle und auch Gemeinderat Armin Weyer haben die Gemeinde darauf hingewiesen, dass die aktuellen Hebesätze für Grundsteuer A und B sowie für die Gewerbesteuer zumindest an die Nivellierungssätze anzupassen wären, die bei allen Steuerarten 310 v. H. betragen. Aktuell verlangt die Gemeinde Roden 300 v. H. Armin Weyer und Wolfgang Kraus plädierten für eine Anhebung, doch Bürgermeister Dümig und die überwiegende Mehrheit der Räte lehnten dies ab. Begründung: Gerade in der momentanen Zeit sei dies das falsche Signal. Es bleibt also bei 300 v. H. Der Gemeinderat segnete den Haushaltsplan 2020 einstimmig ab.

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